Häusling, Krüsken, Lakner

Talkrunde: Ist Europas Agrarpolitik fit für die Zukunft? Plus

In einer digitalen Diskussionsrunde sprachen Martin Häusling, Prof. Sebastian Lakner und Bernhard Krüsken über das Wie beim Klimaschutz und die künftige Rolle der Agrarprämien.

Für die Europäische Union hat EU-Kommissionspräsidentin von der Leyen ein neues Zeitalter des nachhaltigen Wirtschaftens eingeläutet. Mit dem „Green Deal“ will die Kommission, dass die Menschen in Europa bis 2050 klimaneutral wirtschaften und leben.

Damit ist klar: So wie bisher kann es nicht weitergehen. Wirtschaft und Gesellschaft müssen den Schutz von Ökosystemen in tägliches Handeln ‚einpreisen‘. Doch was sind die Strategien, um diese elementare Herausforderung des Klimawandels zu meistern? Auch die Landwirtschaft braucht Konzepte für diese Zukunft. Doch wie soll das konkret aussehen? Welche Landwirtschaft wollen wir erreichen? Hierüber diskutierte der grüne Europapolitiker Martin Häusling am Montagabend mit DBV-Generalsekretär Bernhard Krüsken und Prof. Dr. Sebastian Lakner von der Uni Rostock unter Moderation von top agrar-Korrespondentin Stefanie Awater-Esper in einer Onlinerunde.

Bauern bereit zu mehr Klimaschutz

Im ersten Diskussionsteil ging es um den Klimawandel. Bernhard Krüsken stellte klar, dass sich die Landwirte an der Frontline der Klimaveränderungen befinden. Die Arbeit der Bauern habe sich dadurch schon langfristig verschoben. „Es gibt unter den Betrieben eine große Bereitschaft, etwas zum Klimaschutz zu tun“, betonte der Verbandsvertreter. Er sieht drei große Hebel für die Lösung der Herausforderungen:

  1. Klimaeffizienz steigern. Damit meint er nicht die Produktionsintensität, wie manche dem Berufsstand gern unterstellen. Ziel müsse sein, die Input-Output-Relation klimafreundlich zu gestalten. Die Landwirtschaft sei da schon deutlich besser geworden.
  2. Einsparleistung stärker herausheben: Bislang werde diese Leistung der Landwirtschaft in anderen Sektoren verbucht.
  3. CO2-Inventar in den Böden: 5 Mrd. t Kohlenstoff sind laut Krüsken in den Böden und Wäldern gespeichert. Die Hälfte davon in landwirtschaftlich genutzten Böden. Diese Speicherleistung der Landwirtschaft dürfe man nicht unter den Tisch fallen lassen.

Größte Stellschraube sind die Moore

Welche Stellschrauben für mehr Klimaschutz möglich sind, wollte Stefanie Awater-Esper dann von Prof. Lakner erfahren. Dieser verwies auf das Gutachten des Wissenschaftlichen Beirates aus dem Jahr 2016, das drei große Hebel benennt:

  1. Die Moorböden bzw. die organischen Böden machen nur 7 – 8 % der landwirtschaftlich genutzten Fläche aus, sie seien aber für 37 % der CO2-Freisetzungen verantwortlich. Insbesondere in Norddeutschland würden die Bauern auf diesen Standorten Mais anbauen. Würde man diese Böden wieder vernässen und zu Grünland umwandeln, könnten 4 % der gesamten nationalen CO2-Emissionen gebunden werden.

    Lakner hält die bisherigen Wiedervernässungsbemühungen für „sehr überschaubar“. „Es ist widersinnig, dass es für die Nutzung von Mooren Prämien gibt, für die Vernässung aber nichts. Da ist viel Überzeugungsarbeit notwendig und man muss natürlich Geld in die Hand nehmen“, so der Professor.

  2. Der Fleischkonsum muss sinken, da ist der Verbraucher gefragt

  3. Aufforstung und Agroforstsysteme

Zahlen schöngerechnet

Der Agrarsprecher der Grünen im Europaparlament, Martin...


Diskussionen zum Artikel

von Albert Maier

Nix ist klar!

"Damit ist klar: So wie bisher kann es nicht weitergehen." Ein "Green deal", der weitestgehend auf erfundenen Problemfeldern fußt und damit die Ergreifung hirnrissiger Massnahmen rechtfertigt kann nur ins Chaos führen. Das dies ein "deutscher Bauerngeneral" in einer solchen Runde nicht ... mehr anzeigen

von Wilhelm Grimm

Der ist nicht ernst zu nehmen, denn jeder Bauer denkt an morgen und will den Betrieb entwickeln.

Häusling hat sich in seiner eigenen,engen Weltsicht verfangen, redet von entwickeln und meint Rückschritt.

von Andreas Gerner

Häusling wünscht sich ein Grünlandumbruchverbot.

Haben wir doch längst.

von Andreas Gerner

Soso

Häusling fragt, "warum sich der Verband nicht für eine Stickstoffreduzierung einsetze". Richtige Antwort: weil die Stickstoffdüngung bereits reduziert wurde! Weitere Reduzierungen schaden ALLEN Seiten. Die neuesten Bestimmungen gingen ohnehin zu weit. Herr Häusling soll doch mal ... mehr anzeigen

von Andreas Gerner

Wo führt der ach so nachhaltige "Green Deal" hin?

Zu weniger Produktion, zu mehr Import und zu mehr gebrandrodetem Regenwald. Bravo Herr Häusling, da haben Sie dem Planeten echt einen Gefallen getan! ---------------------------- wer Ironie findet, darf sie behalten.

von Wilhelm Grimm

Die reduzierte Düngung ist fachlicher Blödsinn ,

die muss wieder weg !!!!!

von Heiner Husmann

Müsse, würde, könne

Ich fasse es nicht. Die Gedankenwelt der "stakeholder", insbesondere in Brüssel, ist mir mittlerweile unbegreiflich. Was reitet diese Menschen. Ideen und aus der Luft gegriffene "Tatsachen" formulieren und als Rettung der EU-Landwirtschaft verkaufen. Wie wäre es mal mit einer Nennung ... mehr anzeigen

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