Tausende Jäger demonstrieren in Düsseldorf gegen Verschärfung der Jagd

Mehrere Tausend Jäger haben am Mittwoch gegen das neue NRW-Jagdgesetz in Düsseldorf demonstriert. Nach Angaben des Landesjagdverbandes waren schon am Morgen 10.000 Teilnehmer in der Stadt. Den Jägern haben sich auch Waldbauern, Grundbesitzer oder Funktionäre aus der Landwirtschaft angeschlossen.

Mehrere Tausend Jäger haben am Mittwoch gegen das neue NRW-Jagdgesetz in Düsseldorf demonstriert. Nach Angaben des Landesjagdverbandes waren schon am Morgen 10.000 Teilnehmer in der Stadt. Der Kölner Stadtanzeiger zählte anschließend 15.000 auf der Rheinbrücke. 

Den Jägern haben sich auch Waldbauern, Grundbesitzer oder Funktionäre aus der Landwirtschaft angeschlossen. Vor dem Landtag bliesen sie der Landesregierung nach einem Marsch über den Rhein mit Jagdhörnern sprichwörtlich den Marsch.

Der Landesjagdverband betont, dass der Entwurf die Hegeleistung der Jäger missachte und dem Wild weniger statt mehr Schutz gebe, berichtet die Rheinische Post. Das Verbot der Baujagd belaste die ohnehin gefährdeten Arten weiter, und das geplante Fütterungsverbot von Schwarzwild auch in Notzeiten sei absolut tierschutzwidrig.

Kritisiert wird zudem, dass die Jäger künftig nur noch bleifreie Munition verwenden und streunende Katzen nicht mehr erschießen dürfen. Demgegenüber hat Remmel bekräftigt: "Der Katzenabschuss gehört nicht ins Jagdrecht."

Der Gesetzentwurf soll noch im Frühjahr vom Landtag verabschiedet werden. Nächsten Mittwoch befasst sich noch einmal der Umweltausschuss mit dem seit Monaten heftig umstrittenen Entwurf.

WLV: Ökologisches Jagdgesetz ist Artenvernichtungsgesetz!

Der Vizepräsident des Westfälisch-Lippischen Landwirtschaftsverbandes, Wilhelm Brüggemeier, hat in seinem Grußwort vor den Demonstranten deutlich zum Ausdruck gebracht, dass die Bauern die Novelle des Landesjagdgesetzes vehement ablehnen. Der WLV sende damit ein deutliches zeichen gegen eine unsachliche Verbotspolitik und gegen die Bevormundung des gesamten ländlichen Raums.

Das so genannte ökologische Jagdgesetz sei gerade aus Sicht der Artenvielfalt strikt abzulehnen. Die geplanten Einschränkungen der Bejagung von Rabenvögeln, streunenden Katzen sowie das Verbot der Baujagd bei Füchsen, werde zu einem spürbaren Rückgang beispielsweise von Bodenbrütern wie Kiebitz oder Feldlerche führen. "Das ökologische Jagdgesetz ist auch unserer Sicht nur eins: ein Artenvernichtungsgesetz!", so Brüggemeier. Damit widerspreche der Entwurf der eigenen Biodiversitätsstrategie der Landesregierung.

Die Hauptkritikpunkte (WDR-Angaben)

  • Verkleinerung der Liste an jagdbaren Arten: Für die Jäger stellt das einen "maßlosen und verfassungswidrigen Angriff" auf ihre Eigentums- und Handlungsfreiheit dar. Sie verweisen darauf, dass sie als Jäger auch für Pflege und Schutz der Tiere zuständig sind. Dies könnten sie dann nicht mehr so machen wie bisher.
  • Einführung jährlicher Schießnachweise: Hier behaupten die Jäger, dass das Land gar nichts regeln darf und stattdessen der Bund am Zug sei. Grundsätzlich haben sie nichts gegen Übungsnachweise, aber einen konkreten Leistungsnachweis mit bestimmten Zielen wollen sie nicht.
  • Bleifreie Munition: Einen generellen Nutzen erkennen die Jäger hier nicht. Sie verweisen darauf, dass Tiere bei bleifreier Munition teilweise noch minutenlang lebten, bis der Tod eintrete. Ein schlagartiges Sterben mithilfe bleihaltiger Munition sei eher im Sinne des Tierschutzes. Zudem gebe es noch gar nicht für alle Waffentypen die entsprechende bleifreie Munition.
  • Generelles Tötungsverbot für wildernde Katzen: Bislang gilt eine Abstandsregel von 200 Metern zum nächsten Wohnhaus. Ist die Katze weiter entfernt, darf der Jäger sie erschießen. Der Jagdverband hält diese Regeln nach wie vor für richtig. Begründung: Streunende Katzen seien eine Bedrohung für viele Vogelarten.
  • Kommunen dürfen wieder die Jagdsteuer erheben: Eine solche Gebühr wird als unangebracht abgelehnt. Die Jäger verweisen darauf, dass sie schon jetzt genug für den Tier- und Artenschutz tun.


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