Team-Timber befürchtet gravierende Folgen durch Holzlieferungen an Klausner

Sollte das Land Nordrhein-Westfalen die umstrittenen Lieferverträge mit dem österreichischen Holzkonzern Klausner tatsächlich bedienen, könnte es in der südwestfälischen Holzindustrie nicht nur zu erheblichen wirtschaftlichen Einbußen kommen, sondern auch zu einer konkreten Gefährdung von Existenzen und Arbeitsplätzen.

Sollte das Land Nordrhein-Westfalen die umstrittenen Lieferverträge mit dem österreichischen Holzkonzern Klausner tatsächlich bedienen, könnte es in der südwestfälischen Holzindustrie nicht nur zu erheblichen wirtschaftlichen Einbußen kommen, sondern auch zu einer konkreten Gefährdung von Existenzen und Arbeitsplätzen. Davor hat vergangene Woche das Netzwerk Team-Timber gewarnt, ein Zusammenschluss von neun mittelständischen Holzverarbeitungsbetrieben mit Sitz im sauerländischen Schmallenberg.

Nach Angaben von Team-Timber hatte 2007 die damalige schwarz-gelbe Landesregierung einen langfristigen Liefervertrag abgeschlossen, um nach dem Orkan Kyrill die große Menge an Sturmholz rasch vermarkten zu können. Nordrhein-Westfalen hatte Klausner dabei bis 2014 eine Liefermenge von jährlich 500 000 Festmetern (Fm) Fichtenholz garantiert, teilweise zu einem günstigen und marktunüblichen Fixpreis.

Laut Team-Timber war jedoch bereits zu diesem Zeitpunkt vorhersehbar, dass sämtliches Sturmholz bis 2009 vermarktet sein würde und der Staatswald danach insgesamt nur noch rund 200 000 Fm pro Jahr liefern könne. Als die Marktpreise für Rundholz nach Kyrill spürbar gesunken seien, habe Klausner kaum noch Holz abgenommen, und die Zahlungen seien aufgrund einer geringen Liquidität mit Verspätung erfolgt. Von Landesseite sei damals versäumt worden, rechtskräftig vom Vertrag zurückzutreten. Als der Holzpreis auf dem Markt jedoch wieder gestiegen sei, habe Klausner vor Gericht auf Einhaltung des Kontraktes gepocht.

Team-Timber zufolge ist die Versorgung mit Holz schon heute sehr angespannt. Sollte im Falle von Holzlieferungen an die Firma Klausner der heimischen Sägeindustrie noch weniger Rohstoff  zur Verfügung stehen, werde die Lage eskalieren, so der Geschäftsführer von Team-Timber, Dr. Hubertus Weber. Mit Sorge nahm das Netzwerk Spekulationen zur Kenntnis, nach denen sogar über den Verkauf oder die Verpachtung von Staatswald sowie eine Ausweitung des Holzeinschlags zu Lasten zukünftiger Holznutzung nachgedacht werde, um die Forderungen Klausners zu erfüllen. (AgE)

Mehr:
Sägewerk Klausner verklagt NRW auf 56 Mio. Euro Schadenersatz (12.2.2013)

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