Tierarztmangel auf dem Land spitzt sich zu

Der Bundesverband Praktizierender Tierärzte (bpt) möchte die Gebührenordnung so ergänzen, dass für den Notdienst kostendeckende Rechnungen ausgestellt werden können.

Der Bundesverband Praktizierender Tierärzte (bpt) hat vor einem zunehmenden Tierarztmangel auf dem Land gewarnt und Änderungen in der Gebührenordnung für Tierärzte (GOT) gefordert. Wie der bpt ausführte, haben Tierarztpraxen im ländlichen Raum zunehmend Probleme, angestellte Tierärzte als Mitarbeiter zu finden.

Tierbesitzer müssten in manchen Regionen für einen Praxisbesuch zunehmend weite Wege auf sich nehmen, so der bpt. Der Verband befürchtet, dass auch landwirtschaftliche Nutztierhalter bald um die tierärztliche Versorgung ihrer Bestände bangen müssen, wenn sich bei tierärztlichen Berufsanfängern der Trend zur Kleintiermedizin fortsetze. Verschärft werde die Lage, wenn der tierärztliche Notdienst gebraucht werde, also nachts oder am Wochenende.

Laut bpt geben tierärztliche Kliniken zunehmend ihre Klinikzulassung zurück, weil sie die enormen Zusatzkosten für den täglichen Dreischichtbetrieb rund um die Uhr nicht tragen könnten. Die aktuelle Gebührenordnung gebe nicht ausreichend Spielraum, um einen tierärztlichen Notdienst „unter Einhaltung gesetzlicher Arbeitszeiten“ kostendeckend anbieten zu können. So stiegen bei einem sinkenden Notdienstangebot die Entfernungen, die Tierbesitzer mit einem Notfallpatienten zurücklegen müssen.

Daraus könne ein ernsthaftes Tierschutzproblem entstehen. Der bpt fordert deshalb, die GOT so zu ergänzen, dass für den Notdienst kostendeckende Rechnungen ausgestellt werden können. Dem Tierarztmangel im ländlichen Raum will der bpt zudem mit mehr Aufklärung des Berufsnachwuchses „über die attraktiven Berufsperspektiven in der Nutztierpraxis“ und das sich rasant wandelnde Berufsbild hin zum Gesundheitsmanager begegnen.


Diskussionen zum Artikel

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von Martina Junker

Politik ist Schuld

Früher ( in den 80 igern ) kam der Tierarzt mit der Spritze in der Hand in den Stall, wenn der ihm bekannte Landwirt eine Kuh mit Lungenentzündung gemeldet hatte. 2 Min. Dann war er wieder weg und der Kuh nach 6 Std. Wieder gesund. Heute kommt der Tierarzt untersucht die Kuh ( was ja auch richtig ist) überlegt, was er noch machen darf, ohne eine Straftat zubegehen, wendet das Mittel an , schreibt ein Protokoll und hat eine ganze Stunde gebraucht. Und die Kuh ist nur vielleicht wieder gesund, da ja erst noch ein Antibiogramm erstellt werden muß, bevor die guten Mittel zum Einsatz kommen dürfen. Mal ehrlich, da vergeht einem doch der Spaß am Beruf, sowohl bei Tierarzt, als auch beim Landwirt.

von Willy Toft

Erst werden die Ausführungsbestimmungen nur noch auf den Tierarzt abgestimmt, denn.....

der gut ausgebildete Landwirt darf nur mit dem Tierarzt zusammen, auch kleinliche Sachen anwenden! Nun werden auf einmal die Tierärzte knapp, weil sie stets gerufen werden, und die Notfälle verzögern sich noch einmal dadurch. Unsere Tierärzte machen einen guten Job, den Landwirt muss man aber auch Kompetenzen einräumen, sonst scheitert das Ganze, zu ungunsten der Tiere!

von Willy Toft

Erst werden die Ausführungsbestimmungen nur noch auf den Tierarzt abgestimmt, denn.....

der gut ausgebildete Landwirt darf nur mit dem Tierarzt zusammen, auch kleinliche Sachen anwenden! Nun werden auf einmal die Tierärzte knapp, weil sie stets gerufen werden, und die Notfälle verzögern sich noch einmal dadurch. Unsere Tierärzte machen einen guten Job, den Landwirt muss man aber auch Kompetenzen einräumen, sonst scheitert das Ganze, zu ungunsten der Tiere!

von Christian Bothe

Veterinäringenieur

Früher gab es in der DDR das Berufsbild eines Veterinäringenieurs, welche in den Tierarztpraxen angestellt waren. Leider wurde das mit der Wende abgeschafft. Auch darüber sollten die betreffenden Stellen mal nachdenken,um Tierärzte zu enlasten.

von Bernd Rüsseler

Vor dieser Entwicklung wurde schon länger gewarnt. Das Problem liegt nicht zuletzt darin, daß überproportional viele Studienplätze mit kleinen Mädchen besetzt sind, die Tiermedizin studieren wollen, weil sie sich berufen fühlen, den armen Tieren helfen zu müssen. Nach dem Studium besetzen sie gerne Plätze in den Veterinärämtern, wo sie schon aus Gleichstellungswahn gerne gesehen sind, um dort, ideologisch gesfestigt, durchgegendert und ökologisiert, die Landwirte richtig an die Kandarre zu nehmen. Wer da nicht unterkommt, kuriert in der großen Stadt Muttis fettgemästeten Köter. Nur die mitunter schwere körperliche Arbeit und die Verantwortung, die mit der Großtierpraxis verbunden sind, die wollen die Dämchen nicht gern auf sich nehmen.

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