Tierhaltungsgegner fälschen Image-Film des Landes Brandenburg

Gegner moderner Tierhaltung haben sich die neue Imagekampagne des Landes Brandenburg unter dem Motto "Es kann so einfach sein" zu Eigen gemacht. Eine anonyme Initiative hat eine gefälschte Internetseite geschaltet, die einen angeblichen Spot der Landesregierung zeigen soll. Darin würden Investoren eingeladen...

Gefälschte Internetseite (Bildquelle: http://es-kann-so-einfach-sein.net/)

Gegner moderner Tierhaltung haben sich die neue Imagekampagne des Landes Brandenburg unter dem Motto "Es kann so einfach sein" zu Eigen gemacht. Eine anonyme Initiative hat eine gefälschte Internetseite geschaltet, die einen angeblichen Spot der Landesregierung zeigen soll. Darin würden Investoren eingeladen, in Brandenburg große Tierzuchtanlagen zu errichten, meldet der RBB (Video siehe unten).
 
"Was Umwelt und Tierschutzauflagen angeht, da lassen wir schon mal Fünfe gerade sein - wirtschaftlicher Erfolg geht vor", heißt es in dem zweiminütigen Film. "Ein Volksbegehren gegen Massentierhaltung haben wir erfolgreich abgewehrt."

Eine Sprecherin der Initiative kündigte an, die Auflösung der Kampagne mit dem gefälschten Video solle erst am Donnerstag erfolgen. Regierungssprecher Florian Engels erklärte, man freue sich, wenn die Imagekampagne des Landes andere inspiriere. Dazu gehöre auch Satire. "Satire sollte aber nicht mit bösartigen Unterstellungen arbeiten", betonte er mit Blick auf das aktuelle Video. "Nicht zu akzeptieren sind offizielle Landessymbole und die Behauptung, es sei ein Film des Landes." Die Staatskanzlei werde die Verfasser auf mögliche rechtliche Konsequenzen hinweisen, kündigte Engels an.

In einer per E-Mail verbreiteten Ankündigung der filmischen Satire wurde auch ein angebliches Zitat von Landwirtschaftsminister Jörg Vogelsänger (SPD) verbreitet. "Wir heben im ersten Imagevideo die Landwirtschaft hervor, weil sie wie kaum eine andere Branche Natürlichkeit und Fortschritt verbindet und für junge Menschen in unserem Bundesland viele Zukunftschancen bietet", wird dem Minister darin laut RBB als Aussage unterstellt. Der Minister habe auf das gefälschte Zitat verärgert reagiert, sagte sein Sprecher Jens-Uwe Schade.

Empört zeigte sich der Landesbauernverband: "Wir sind entsetzt darüber, wie das Image des Landes von interessierten grünen Kreisen in den Schmutz gezogen wird", sagte Verbandssprecher Tino Erstling. Die Grünen finden die Aktion dagegen als „sehr gelungen“, man könne sie fast für die Wahrheit halten.

Artikel geschrieben von

Alfons Deter

Redakteur top agrar Online

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