Tierschützer fordern Entlassung von Schulze Föcking – ISN spricht von Hexenjagd

Am Mittwoch überreichte die Albert Schweitzer Stiftung einem Mitarbeiter der NRW-Staatskanzlei eine von angeblich 50.000 Menschen unterstützte Forderung an Ministerpräsident Armin Laschet, Landwirtschaftsministerin Christina Schulze Föcking zu entlassen. Die Tierschutzorganisation tierretter.de hatte am 12.

Die Albert Schweitzer Stiftung fordert die Entlassung der nordrhein-westfälischen Landwirtschaftsministerin (Bildquelle: Albert Schweitzer Stiftung für unsere Mitwelt)

Am Mittwoch überreichte die Albert Schweitzer Stiftung einem Mitarbeiter der NRW-Staatskanzlei eine von angeblich 50.000 Menschen unterstützte Forderung an Ministerpräsident Armin Laschet, Landwirtschaftsministerin Christina Schulze Föcking zu entlassen. Die Tierschutzorganisation tierretter.de hatte am 12. Juli 2017 in stern TV der Ministerin schwere Tierschutzvergehen vorgeworfen und dies mit heimlich gedrehten Stallaufnahmen versucht zu belegen.
 
Daraufhin hatte die Albert Schweitzer Stiftung am 13. Juli bei der Staatsan­waltschaft Münster gegen Christina Schulze Föcking Strafanzeige erstattet. Ende Juli teilte die Staatsanwaltschaft allerdings mit, dass sie keine Ermittlungen gegen die Ministerin einleiten werde. Es bestünden keine Anhaltspunkte für das Vorliegen einer Straftat. Schulze Föcking sei für den Zeitraum der Aufnahmen nicht für die Tierhaltung auf ihrem Betrieb verantwortlich gewesen, begründete die Staatsanwaltschaft ihre Entscheidung.

Tierschützer stoßen am Mittwoch auf wenig Resonanz bei der öffentlichen Übergabe der Entlassungsforderung von Ministerin Schulze Föcking an die NRW-Staatskanzlei. (Bildquelle: privat)

Die Albert Schweitzer-Stiftung scheine sich um die Entscheidung dieser rechtsstaatlichen Instanz nicht zu scheren, kritisierte die Interessengemeinschaft der Schweinehalter Deutschlands (ISN) die Aktion der Tierschützer scharf und forderte, „der Hexenjagd gegen Tierhalter endlich ein Ende zu setzen und das Tierrechtlergeflecht zu durchleuchten“. Die Organisation verweist auf ihre Petition an den NRW-Landtag mit dem Titel „Praktiken und Geflecht der Tierrechtsszene in NRW durchleuchten“.

Die ISN hinterfragt darüber hinaus die Echtheit der angeblich 50.000 gesammelten Unterschriften. Für die Verifizierung der Unterschrift reiche eine gültige E-Mail-Adresse. Die sei schnell angelegt. Ob der jeweils eingetragene Name dann Fakt, Fake oder doppelt vorkomme, sei völlig egal. Es sei also denkbar einfach, seine Unterschrift durch verschiedene E-Mail-Adressen mehrfach abzugeben.          
 
Mit dieser Aktion habe die Albert Schweitzer Stiftung einmal mehr die Dringlichkeit der im Juli eingereichten Petition der ISN an den NRW-Landtag unterstrichen. „Mit dieser Petition haben wir den Landtag aufgefordert, die Verknüpfung und Arbeitsteilung in der Tierrechtlerszene, die Spendenpraxis und die Mittelverwendung zu durchleuchten. Nicht zuletzt geht es auch darum, derartige Hexenjagden und Aktionen am Rande der Rechtsstaatlichkeit zu beenden und die Persönlichkeitsrechte der Tierhalter zu schützen. Der Rechtsstaat darf sich durch die Tierrechtler seine rechtsstaatlichen Instrumente nicht aus der Hand nehmen lassen“, erläutert die ISN die Ziele der Petition.

ISN-Petition an den Landtag:

Artikel geschrieben von

Dr. Ludger Schulze Pals

Chefredakteur top agrar

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