Tierschützer verhöhnen getöteten Milchviehhalter

Wie menschenverachtend manche Tierschützer denken, zeigt ein aktueller Fall eines verunglückten Milchviehhalters aus Nümbrecht-Nallingen. Die Tierschutzorganisation Animal Peace macht aus ihrer Freude um den Tod des Landwirts keinen Hehl: „Rinder-Mann, geh‘ du voran: Wieder ist ein Held aus unserer Mitte aufgestanden.

ANIMAL PEACE-Vorsitzende Silke Ruthenberg

Wie menschenverachtend manche Tierschützer denken, zeigt ein aktueller Fall eines verunglückten Milchviehhalters aus Nümbrecht-Nallingen. Die Tierschutzorganisation Animal Peace um Silke Ruthenberg macht aus ihrer Freude um den Tod des Landwirts keinen Hehl:
 
„Rinder-Mann, geh‘ du voran: Wieder ist ein Held aus unserer Mitte aufgestanden. Ein dreijähriger Bulle hat nahe Köln seinen Sklavenhalter angegriffen und tödlich verletzt. Der 61-jährige Landwirt wollte eine Schiebetür im Stall reparieren. Als am Abend der Sohn den Stall betrat, um die Kühe zu melken, entdeckte er die Leiche seines Vaters. Wir verneigen uns vor dem Held der Freiheit. Mögen ihm viele weitere Rinder in den Aufstand der Geknechteten folgen.“
 
Schockiert über diese Aussagen zeigt sich Helmut Dresbach von der Kreisbauernschaft Oberbergischer Kreis. „Für mich ist das unfassbar! Hier wird mit einer enormen Menschenverachtung ein schreckliches Ereignis auch noch bejubelt und der Bulle, der den Landwirt getötet hat, regelrecht gefeiert“, sagte der Landwirt in der LZ Rheinland.
 
Dresbach und viele seiner Berufskollegen sind betroffen von solchen Äußerungen aus dem Mund von Tierschützern. „Wenn jemand die Landwirtschaft kritisiert ist oder sich vegan ernährt, dann akzeptieren wir das. Aber diese  geschmacklose Darstellung gegenüber unserem Berufsstand akzeptieren wir nicht“, betont Dresbach. Man könne über vieles herfallen, aber nicht über Tote. Das tue man einfach nicht.

Strafanzeige erstatten

Und in jedem Fall wollen Dresbach und seine Berufskollegen solche Äußerungen nicht einfach stehen lassen. Die Kreisbauernschaft Oberbergischer Kreis wird eine Strafanzeige erstatten wegen aller in Betracht kommenden Delikte, insbesondere aber wegen § 189 Strafgesetzbuch. Der entsprechende Tatbestand lautet: „Wer das Andenken eines Verstorbenen verunglimpft, wird mit Freiheitsstrafe bis zu zwei Jahren oder mit Geldstrafe bestraft.“
 
Die Witwe des Verstorbenen hat der Kreisbauernschaft für diese Strafanzeige inzwischen eine Vollmacht erteilt. „Wir können ein solches Vorgehen einfach nicht gutheißen. So geht man nicht mit unserem Berufsstand um“, sagt Dresbach.
 
Die Meldung über den „Held der Freiheit“ hat nicht nur bei Berufskollegen, sondern auch bei Bürgern außerhalb der Landwirtschaft viel Aufsehen erregt. Insbesondere auf Facebook haben sich viele hierzu zu Wort gemeldet und das Vorgehen kritisiert. „Wir freuen uns, dass sich vor allen Dingen viele junge Leute aus der Landwirtschaft gemeldet haben, aber es sind Gott sei Dank auch viele dabei, die nichts mit der Landwirtschaft zu tun haben und das Vorgehen kritisieren“, so Dresbach in der LZ Rheinland abschließend.   

Animal Peace ist eine menschenverachtende Organisation

Ein Kommentar von Daniel Schneider, "Tierrechtsaktivist" u.a. bei SOKO Tierschutz und Autor beim Vegan Magazin:

"Man kann - wie ich als Tierrechtler - die Ansicht teilen, dass Tiere in unserer Gesellschaft unter der Herrschaft der Menschen enorm leiden und ausgebeutet werden, kommt aber als Mensch trotzdem zu dem Schluss, dass dieser Unfall kein Grund zur Freunde ist.  Im Gegenteil. Es ist im höchsten Maße abstoßend, sich an dieser Stelle zu freuen und zu wünschen, es möge ein weiteres Mal passieren. Jede Person mit Vernunft und Achtung würde sich von diesen Aussagen distanzieren, auch Veganer und Tierrechtler!

Wie genau die Organisation Animal Peace tickt, lässt sich schnell anhand ihres Facebookauftritts herausfinden. Nach den schrecklichen Anschlägen in Paris instrumentalisierte die Organisation den Ausspruch der Solidarität mit Charlie Hebdo „Je suis Chalie“ für ihre Zwecke, um ein paar Klicks auf Facebook zu gewinnen. Kurz nach den Anschlägen postete Animal Peace „je suis Huhn“.

Der Versuch mit dieser Aussage Menschen und Tiere gleichzusetzen und auf das Tierleid in der Welt aufmerksam zu machen, scheitert in einem in allen Maßen schamlosen Missbrauch einer Solidaritätsbekundung. Es folgen wütende Kommentare von Tierrechtlern unter dem Post, die die Organisatoren von Animal Peace nicht davon abbringen noch mal nachzulegen. Es folgt: „je suis Schwein – wir sind alle Terroropfer“. Keine anerkannteTierschutzorganisation der Welt würde versuchen mit solchen kruden Mitteln Klicks und Likes zu generieren.

Alles in allem kann man sagen, dass Animal Peace eine Organisation ist, dessen Tierliebe über die Jahre hinweg zur Menschenfeindlichkeit mutiert ist. Was Animal Peace hier macht ist die eigenen misanthropischen Ansichten mittels des Themas Tierschutz in der Öffentlichkeit auszuleben, um so den eigenen Hass auf die Gesellschaft zu verarbeiten. Mit „Peace – Frieden“ hat das nichts zu tun und der Name Tierrechtsorganisation wird an dieser Stelle missbraucht.

Tierrechtler zu sein, heißt eben nicht automatisch alle Menschen zu hassen, die sich an der industriellen oder ökologischen Tierhaltung beteiligen. Für Tierrechte einzustehen heißt schon gar nicht, sich über den Tod eines Menschen zu freuen. Sich für Tierrechte auszusprechen heißt vielmehr Mitgefühl und Liebe über die Grenzen der Spezies hinweg auf Tiere zu übertragen und diese in seine moralischen Überlegungen mit einzubeziehen. Dies kann insofern nur derjenige, der auch frei von Menschenfeindlichkeit ist.

Als Mensch und aktiver Tierrechtsaktivist möchte ich mich, wie viele andere Tierschützer und Tierrechtler in der Szene, ausdrücklich von der Organisation Animal Peace und dessen Vertreter distanzieren und möchte anmerken, dass die Organisation Animal Peace nicht die Gesinnungen und Ansichten der deutschen Tierschutz- oder Tierrechtsszene vertreten."
   

Artikel geschrieben von

Alfons Deter

Redakteur top agrar Online

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