Tierschützer zeigen Putenhalter wegen Tierquälerei an

Der Schlacht- und Verarbeitungsbetrieb Huber Landhendl aus Pfaffstätt sieht sich aktuell dem Vorwurf der Tierquälerei ausgesetzt. Konkret geht es um die Putenhaltung bei seinen deutschen Vertragsmästern. Die Aktivisten von "Soko Tierschutz" filmen sich dabei, wie sie in die Ställe eindringen und Unterlagen durchsuchen.

Der Schlacht- und Verarbeitungsbetrieb Huber Landhendl aus Pfaffstätt (Österreich) sieht sich aktuell dem Vorwurf der Tierquälerei ausgesetzt. Konkret geht es um die Putenhaltung bei seinen Vertragsmästern, wie z.B. in den deutschen Ställen Westerstetten oder Dattenhausen. Seit der Übernahme der Süddeutschen Truthahn AG ist das Familienunternehmen Huber auch auf dem deutschen Markt vertreten.

Die Tierschutzorganisation „Soko Tierschutz“ hat dazu auf mehreren Höfen heimlich Kameras angebracht und die Abläufe gefilmt. Zu sehen sind kranke und verendete Puten. Zudem haben die Tierschützer einen Mitarbeiter aufgezeichnet, der Puten erschlägt und schächtet.

Tierschützer dokumentieren ihr Handeln

Mit diesem Material hat sich die Soko Tierschutz an Spiegel-TV gewendet, die daraus einen 12-minütigen Beitrag erstellt haben. Aktivist Friedrich Mülln spricht darin offen über die Einbrüche und zeigt das Eindringen in eine Anlage. Seiner Meinung nach setzen die Bauern nach wie vor prophylaktisch Antibiotika ein und kümmern sich nicht um Hygiene und das Wohl der Tiere. Auch die tägliche Tierkontrolle würde nicht durchgeführt, so der Vorwurf. Mülln hat den Mäster im Landkreis Dillingen angezeigt.

Wie bei Spiegel-TV außerdem zu sehen ist, durchsuchen die Tierschützer auch die Stallbüros. Sie sichten interne Unterlagen, Ordner und die Medikamentenregale. Die Privatssphäre der Betriebsinhaber zählt nicht.

Tiergesundheitsdienst bestätigt gute Haltung

Anders als die großen Geflügelkonzerne hat "Huber Landhendl" in Bayern bislang einen guten Ruf, berichtet dazu die Süddeutsche Zeitung. Laut der Firmenhomepage legt "Huber Landhendl" besonderen Wert auf Tierwohl und möglichst keinen Antibiotikaeinsatz. Daher sicherte das Unternehmen in einer ersten Reaktion Aufklärung zu.

Fest stehe, dass der bayerische Tiergesundheitsdienst (TGD) den Betrieb im vergangenen halben Jahr sieben Mal kontrolliert und dabei keinen Hinweis auf Verstöße gefunden habe. Im Gegenteil. In dem TGD-Bericht heiße es, der Betrieb gehe "sorgsam mit den Tieren um". Bis zur Klärung der Vorwürfe will "Huber Landhendl" nun keine Puten mehr von dem Mäster beziehen.

Der Landwirt selbst bestreitet die Anschuldigungen. Er sei seit 38 Jahren in der Putenmast, sagte der Mann der Augsburger Allgemeinen, die Tiere hätten in seinen Ställen deutlich mehr Platz als auf anderen Höfen, er nehme auch an einer Studie zur Verbesserung des Tierwohls in der Tiermast teil. Auch setze er Antibiotika seit Jahren nicht mehr in der Prävention ein, sondern nur auf Anweisung seines Tierarztes.

Zum Spiegel-TV-Beitrag...

Artikel geschrieben von

Alfons Deter

Redakteur top agrar Online

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