Green Deal

Timmermans und Wojciechowski fordern große Beiträge von der Landwirtschaft

Green Deal, EU-Etat und Einkommenssicherung auf einen Nenner zu bringen, ist die Herausforderung, Der Green Deal ist ambitioniert und kostet Geld. Eine Gleichung mit Unbekannten

Beim ersten EU-Agrarrat unter kroatischem Vorsitz präsentierten der erste Kommissionsvizepräsident Frans Timmermans und EU-Agrarkommissar Januz Wojciechowski am Montag in Brüssel erste Eckpunkte für das Flaggschiffprojekt der von der Leyen Kommission zum Green Deal.

„Mit dem Projekt des Green Deals für einen klimaneutralen Kontinent bis 2050 können wird den Bürgern Europas und dem Rest der Welt zeigen, ob wir fähig zum Wandel sind“, sagte Timmermans.

Angesichts des dramatisch voranschreitenden Klimawandels auf der Erde würde dies für die Landwirtschaft bedeuten, „den Einsatz von Pestiziden drastisch zu senken und die Qualität der Lebensmittel zu verbessern“, unterstrich der von Präsident Ursula von der Leyen federführend mit dem Green Deal beauftragten Niederländer Timmermans.

Timmermans: „Ich bin mir bewusst, dass die Landwirtschaft den Green Deal skeptisch sieht“

Der Kommissions-Vizepräsident zeigte sich verständnisvoll für die Befürchtungen und Zukunftsängste der EU-Landwirte. „Ich bin mir bewusst, dass man in der Landwirtschaft Angst hat und skeptisch ist“.

Aber wenn es jetzt gelinge, die richtigen Schritte zu machen, um eine nachhaltige Landwirtschaft zu ermöglichen, sei dies der Weg, in der Zukunft konsequent ökologisch und biologisch zu produzieren sowie die Erzeugungsweise in der landwirtschaftlichen Produktion zu verändern.

„Damit dies gelingen kann, müssen wir die GAP in beiden Säulen untersuchen. Dazu benötigen wir folglich klare Benchmarks für unsere Klima- und Umweltstrategie“, so Timmermans. Dabei sei ebenso klar, dass auch die Einkommen der Landwirte in der EU gesichert werden müssten.

Wojciechowski: „Die Landwirte müssen ihre Rolle beim Klimaschutz wahrnehmen“

Auch EU-Agrarkommissar Januz Wojciechowski zeichnete die anstehenden Konsequenzen für die europäische Landwirtschaft auf, zeigte aber im gleichen Atemzug das Potential der Land- und Forstwirtschaft auf, Teil der Lösung bei der Bewältigung des globalen Klimawandels sein zu können.

Die Landwirte stünden angesichts des Klimawandels heute schon unter enormen Druck. „Maßnahmen die wir ergreifen, müssen in jeder Hinsicht nachhaltig sein, nicht nur für die Umwelt, sondern auch bei der „Farm to Fork“-Strategie für eine nachhaltige Lebensmittelkette. Bei allen Aspekten der Nachhaltigkeit müssten die Landwirte ihre Rolle dabei wahrnehmen. „Dabei muss auch über die Umweltauswirkungen gesprochen werden“, so Wojciechowski.

Daher arbeite die EU-Kommission parallel an mehreren Initiativen für ein Klimagesetz sowie eine Strategie für Biodiversität und die Forstwirtschaft.

Was bedeutet der Green Deal für die Finanzierung des künftigen EU-Haushaltes?

Es gehe nicht nur um die Umweltdimension, sondern auch um die wirtschaftliche und soziale Dimension, unterstrich der EU-Agrarkommissar.

„Wir müssen alle Landwirte mit an Bord bekommen niemand darf zurückbleiben". Der Green Deal müsse über einen angemessenen Haushalt finanziert werden, damit die Landwirte für ein nachhaltiges Produktionssystem unterstützt würden.

„Unsere Landwirte verstehen worum es geht. Sie wollen einen Beitrag leisten, aber sie machen sich auch Sorgen um ihre Zukunft und um den Haushalt für Landwirtschaft“. Die EU-Kommission halte an ihrem Haushaltsvorschlag vom Mai 2018 fest.

Jetzt liege der Ball aber im Feld der Mitgliedstaaten, die dies prüfen müssten. „Wir brauchen einen angemessenen Haushalt angesichts der Herausforderungen vor denen wir stehen mit Blick auf den Green Deal“, so Wojciechowski.


Diskussionen zum Artikel

von Jerome Gennen

Würde die Landwirtschaft wie jeder andere Produktionssektor bewertet...

... dann wäre die Landwirtschaft das Vorbild für alle anderen Sektoren! Landwirtschaft wird mit dem Transportsektor oder sonstigen Industrien verglichen. Dabei produziert der Landwirt seinen Ausgangsrohstoff selbst und alles was Landwirte produzieren speichert CO2, den Pflanzen im Jahr ... mehr anzeigen

von Jerome Gennen

Würde die Landwirtschaft wie jeder andere Produktionssektor bewertet...

... dann wäre die Landwirtschaft das Vorbild für alle anderen Sektoren! Landwirtschaft wird mit dem Transportsektor oder sonstigen Industrien verglichen. Dabei produziert der Landwirt seinen Ausgangsrohstoff selbst und alles was Landwirte produzieren speichert CO2, den Pflanzen im Jahr ... mehr anzeigen

von Wilhelm Grimm

Eine Gleichung mit zu vielen Unbekannten

kann nie zu einem richtigen Ergebnis führen.

von Klaus Jensen

Nach Brüssel fahren ...

....und die rotzbande aus dem Parlament rausjagen...mit Belgien,mit Frankreich und der Farmers defens Force aus den Niederlanden. Dieses faule Schnorerpack sollte doch wohl zu kriegen sein. MfG Jens Martin Jensen

von Willy Toft

Wir können aber nicht ständig draufzahlen, wir haben nichts mehr abzugeben!

Auch das sollte endlich mal in den Köpfen der Politiker ankommen, die uns als Wundertüte betrachten. Ob der EU- Haushalt es überhaupt mal hergibt, was alles gerade in der Pipeline ist, sehen wir dann! Wir leben nicht auf der Insel der Glückseligen, auch wenn es immer angestrebt wird. ... mehr anzeigen

von Sabine Baumgartner

Na hoffentlich...

Ist noch einer der Bauern da wenn Frans was will..

von Jürgen U. Elke Dippel GbR

Wenn man die Gesamte innerpolitische Situation so betrachtet hat die Politik nur noch ein Ziel Deutschland zu Fall bringen

von Gerd Uken

Da gibt es ein sehr schönes Beispiel

In Eemshaven steht ein Steinkohlekraftwerk die wollen in den nächsten Jahren ihr Klimaziele erreichen in dem man zig tausend Tonnen Holzpellets aus Amerika verbrennen. Da holzt man Wälder in Amerika ab um uns hier Klimaneutralität vor zu gaukelnd. Von den Trinkereien bei den ... mehr anzeigen

von Norbert Schulze-Darphorn

Was hat denn bitteschön der

Klimawandel mit Pflanzenschutzmittel zu tuen. Ein Verbot würde sich doch eher kontraproduktiv auswirken. Der Klimawandel wird allmählich zum Universalschlüssel um sämtliche ideologischen Ziele durchzusetzen. Irgendwann wird mal jemand schlaues feststellen dass man Wasser nicht essen kann.

von Karlheinz Gruber

Mit mir kann gerne über den Green Deal reden

aber zuerst wird auf einem verbindlichen Papier festgehalten, daß die Europäischen und Deutschen Grenzen dann für alle Produkte, die nicht zu 100 % nachweislich !!! den selben Standard haben (und zwar alle Einfuhren kontrolliert, nicht wie jetzt 0,2 % der Gesamteinfuhren) nicht ... mehr anzeigen

von Heinrich Roettger

Bitte nicht nach dem Motto: "In Europa reduzieren ,um Importe zu forcieren"

Eine ökologische Landwirtschaft kostet in Europa viel Geld und macht den Weg frei für weitere Importe. Wir müssen genau hinschauen , ob zusätzliches Geld in die Landwirtschaft fliesst. Ansonsten wird der "Green Deal" zum " Great Death " für uns Bauern!

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