Trotz Klage: Bau der Freileitung Nordsee-Rheinland hat begonnen

Der umstrittene Bau der Hochspannungsleitung von Heede (Landkreis Emsland) an den Niederrhein, quer durch das Emsland, hat begonnen. Netzbetreiber Tennet, der für den Streckenabschnitt bis Meppen verantwortlich zeichnet, will die Trasse unbedingt. Die Grundbesitzer sträuben sich aber gegen deren Verlauf.

Bauernprotest im Mai 2017 gegen die Stromleitung (Bildquelle: NDR)

Der umstrittene Bau der Hochspannungsleitung vom Umspannwerk Dörpen West bei Heede (Landkreis Emsland) an den Niederrhein, quer durch das Emsland, hat begonnen. Netzbetreiber Tennet, der für den Streckenabschnitt bis Meppen verantwortlich zeichnet, will die Trasse unbedingt. Landwirte und Bürgermeister der betroffenen Regionen sträuben sich aber gegen deren Verlauf, berichtet der NDR.

Knapp drei Kilometer Trasse - nahe der Stadt Haren - sollen unterirdisch laufen. Grund ist eine gesetzliche Vorgabe, nach der Leitungen dieser Art unter die Erde ausweichen müssen, wenn sie zu dicht an einer Siedlung entlanggehen. Noch längere Strecken der Trasse unterirdisch verlaufen zu lassen, wäre laut Netzbetreiber Tennet nicht machbar gewesen: Durch die Dörpen-Nordrhein-Leitung fließt Wechselstrom, der unter der Erde schnell an Intensität verliert. An dem jetzigen Verlauf hält Tennet deswegen fest. Und das, obwohl aktuell eine Klage dagegen läuft, so der NDR weiter.

Ein Grundstückseigentümer hat gegen der Verlauf der Trasse geklagt. Der Fall liegt aktuell vor dem Bundesverwaltungsgericht, entschieden hat es darüber noch nicht. "Die Trasse ist aber nach Recht und Gesetz genehmigt", sagt ein Tennet-Sprecher. Auch Anträge auf Aussetzung der Bauarbeiten gebe es nicht.
Den Bau verhindern will unterdessen ein Aktionsbündnis von Landwirten aus dem Emsland. Wie auch die Bürgermeister von Haren, Meppen und Lingen fordern sie, dass der Verlauf der Dörpen-Nordrhein-Leitung geändert wird - möglichst dicht entlang der Autobahn 31.

Im Sommer erst hatten sich mehr als 1.000 Landwirte mit Fackeln entlang der geplanten SuedLink-Trasse aufgestellt und gegen den Bau demonstriert. Viele Landwirte haben Angst, dass die Wärme, die die Erdkabel ausstrahlen, ihre Ernte beeinträchtigen könnte. Wie stark sich der Boden durch die Hochspannungsleitung erwärmt und welche Folgen das für die Landwirtschaft hat, ist nach wie vor unklar.

Video: Ärger um die Stromtrasse SuedLink

Die Verlegung der Stromtrasse SuedLink sorgt weiter für Ärger. Vor allem die Landwirte fürchten um ihre Böden. NDR Reporter Jan Starkebaum berichtet aus Schwüblingsen. Zum NDR-Bericht...

Die vom Netzbetreiber Tennet gebauten 30,1 Kilometer der ingesamt 170 Kilometer langen Dörpen-Nordrhein-Stromtrasse (380kV), führen quer durch das Emsland.

Artikel geschrieben von

Alfons Deter

Redakteur top agrar Online

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