Umweltminister finden keine Einigung zum Wolf

Über den rechtlichen Umgang mit dem Wolf kann in Deutschland weiter gestritten werden. Die Umweltminister von Bund und Ländern haben sich nicht zu einem Beschluss durchringen können. Zumindest für die bessere Förderung von Weidetierhaltern gibt es Entschlossenheit.

Beim rechtlichen Umgang mit dem Wolf bleibt es bei Apellen. Die Umweltministerkonferenz forderte die Bundesregierung bei ihrem Treffen am Freitag lediglich dazu auf, „die Gespräche zur Anpassung des Bundesnaturschutzgesetzes bzgl. des Umgangs mit dem Wolf zügig abzuschließen“. In einer Arbeitsgruppe soll außerdem ein kontinuierlicher Austausch über den Bestand der Wölfe in Deutschland stattfinden, so die Umweltminister weiter. Zu einer eigenen Empfehlung über den rechtssicheren Umgang mit dem Wolf haben sich die Umweltminister der Länder nicht durchringen können. Das Bundeskanzleramt hatte letzte Woche den Umgang mit dem Wolf zur Chefsache erklärt. Grund ist, dass sich das Bundesumweltministerium und das Bundeslandwirtschaftsministerium bisher nicht haben einigen können, ob ein Wolf auch präventiv oder nur im Schadensfall geschossen werden darf.

Durchbruch soll dennoch bevorstehen

Dennoch spricht Mecklenburg-Vorpommerns Landwirtschaftsminister Till Backhaus (SPD) von einem Erfolg. "Wir stehen vor einem Durchbruch", sagte Backhaus. Seit Monaten stehe er in engem Dialog mit den zuständigen Bundesressorts und den stark betroffenen Ländern. "Es zeichnet sich ab, dass die Bundesregierung in den nächsten Tagen nun endlich einen Entwurf vorlegen wird, der uns mehr Rechtssicherheit verschaffen wird", so Backhaus weiter. Auch der Umweltminister aus Schleswig-Holstein, Jan Philipp Albrecht (Grüne), äußerte sich erwartungsvoll. "Ich bin guter Dinge, dass wir auf der Grundlage der Gespräche zwischen dem Bund und den Ländern zeitnah zu konkreten Ergebnissen kommen", sagte Albrecht.

Weidetierhalter mit zusätzlichen Mitteln unterstützen

Einfacher ist den Umweltministern die Einigung auf mehr Unterstützung für Weidetierhalter gefallen. Der Bund soll finanzielle Mittel sowohl für die grundsätzliche Verbesserung der wirtschaftlichen Lage der Weitertierhalter als auch für den durch die Wolfsprävention entstehenden investiven und laufenden Mehraufwand bereitstellen, fordern sie in ihrem Protokoll. Das Geld dafür soll unter anderem aus dem nationalen Fördertopf Gemeinschaftsaufgabe Verbesserung der Agrarstruktur und des Küstenschutzes (GAK) kommen. Außerdem sprechen sich die Umweltminister für die Einführung einer Weideprämie für die Schaf- und Ziegenhaltung aus.

Bauern und Jäger fordern Areale ohne Wolf

Das Treffen der Umweltminister Ende vergangener Woche in Hamburg war von Protesten gegen den Umgang mit dem Wolf begleitet gewesen. Am Donnerstag hatten rund 60 Menschen vor dem Tagungshotel in Hamburg-Harburg für mehr Schutz vor Wölfen demonstriert. Sie überreichten ein gemeinsames Positionspapier an Mecklenburg-Vorpommerns Umweltminister Till Backhaus (SPD) und seine Amtskollegen Kerstan aus Hamburg, Jan Philipp Albrecht (Grüne) aus Schleswig-Holstein und Olaf Lies (SPD) aus Niedersachsen. Ein Bündnis aus Landnutzern und Jägern, zu dem auch der Deutsche Bauernverband gehört, forderte Areale, in denen der Wolf nicht geduldet wird.

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Kommentar: Wolf oder Weide?

vor von Alfons Deter

Nach mehr als 1600 Nutztierrissen und einer steigenden Population hat Merkel das Thema Wolf zur Chefsache erklärt. Gut so, denn auf die Frage nach Wolf oder Weide gibt es immer noch keine...

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Von der heute beginnenden Umweltministerkonferenz wird ein Signal zur künftigen Handhabung des Wolfes erwartet. Landnutzer und Jäger fordern Areale, in denen der Wolf nicht geduldet wird....

Der Generalanwalt des Europäischen Gerichtshofs hält die Jagd auf Wölfe für zulässig. Eine Ausnahmeregelung sei kein Widerspruch zum strengen Schutz durch die FFH-Richtlinie.

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Artikel geschrieben von

Stefanie Awater-Esper

Korrespondentin Berlin

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Diskussionen zum Artikel

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von Gerhard Steffek

Die Vermehrungsrate des Wolfes -

ist wohl reziprok proportional zum psychischen Volumen seiner "Kultivatoren"!

von Renke Renken

Die Politiker spinnen

und leben absolut neben der Realität, keiner hat mehr den Arsch in der Hose irgendetwas zu Ende zu bringen, da wird gelabert und lamentiertund, und ,und.....Und wenn denn doch mal einer Tacheles geredet hat, dann wird gleich wieder die Koalitionsfrage gestellt oder die Gerichtsbarkeit durch alle Instanzen bemüht, einfach nur noch schrecklich, wie kompliziert das alles geworden ist, so kompliziert, das man die Politiker schon fast wieder verstehen kann, daß sie keine Entscheidungen treffen mögen........

von Stefan Lehr

Wie ...

... wollen wir in Zukunft dem Steuerzahler die immer wieder aufgestockten Gelder fuer den Weideschutz erklaeren? Das die Tierhalter fuer die Schaeden des Wolfes etwas bekommen muessen ist eigentlich klar, aber immer nur hier und da ein Loch auffuellen und aufstocken ist der denkbar falscheste Weg. Praeventiv und gezielt in die Population eingreifen und eine vertretbare Obergrenze bei den Woelfen anstreben. Zudem den Wolf in das Jagdrecht aufnehmen, dann koennen die oertlichen Behoerden auch schnell im Bedarfsfall eingreifen. Alles eigentlich mit Sachverstand gut und schnell zu loesen - wenn man denn will!! Aber Letzteres schein hier keiner zu wollen. Am besten waere es ja vielleicht, wenn die steigenden Kosten von den Wolf-Ideologen und -verbaenden zukuenftig zu 100 % uebernommen werden muessen. Dann wird es eng in der Kasse und das Hirn faengt wieder mal an zu arbeiten.

von Wilhelm Grimm

Gutes Hotel am Rande der Stadt nette Gespräche in ländlicher Atmosphäre und gesundem Buchenwald,

das Leben ist schön ! Der Wolf ist 3 km weit weg, die Bauern und Schäfer sind friedlich, das Leben ist schön.

von Andreas Thiel

Sommerloch...

Kann der Wolf also dieses Jahr wahrscheinlich auch wieder mit ausfüllen...Sehr Bedenklich bei der Vermehrungsrate!

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