Hamburg

Umweltminister wollen Wasserwirtschaft möglichst früh in GAP-Reform einbeziehen

Die Wasserwirtschaft fordert von der EU-Politik schärfere Vorgaben bei der Düngung und dem Pflanzenschutz an Gewässern und an Grundwasserschutzgebieten. Randstreifen müssten verpflichtend werden.

Die Umweltministerkonferenz (UMK) hat sich dafür ausgesprochen, die Belange der Wasserwirtschaft möglichst frühzeitig bei der Reform der Gemeinsamen Agrarpolitik (GAP) zu berücksichtigen. Die Ausgestaltung der GAP auf EU-Ebene und deren nationale Umsetzung habe wesentlichen Einfluss auch auf die Erreichung der europäischen und nationalen Ziele der Wasserwirtschaft, heißt es in einem Beschluss.Daher sei es von „zentraler Bedeutung“, die wasserwirtschaftlichen Anliegen so früh wie möglich in die jeweiligen Prozesse der Aushandlung von GAP-Inhalten einzubringen.

Aus Sicht der Wasserwirtschaft muss die künftige GAP laut UMK-Beschluss eine stärkere Förderung von Maßnahmen zur Verbesserung der Gewässerstruktur sowie der Schaffung und Erhaltung von Retentionsflächen enthalten. Ferner sollten erosionsbedingte Einträge in die Gewässer durch die Anlage von Randstreifen vermieden werden.

Eine konsequente Einhaltung der rechtlichen Vorgaben zu den Gewässerrandstreifen sollte ebenso sichergestellt werden wie die Schaffung von Anreizen zur Erweiterung von Randstreifen im Rahmen der Eco-Schemes oder der Agrarumwelt- und Klimamaßnahmen (AUKM).

Weitere Anforderungen der Wasserwirtschaft an die GAP nach 2020 sind der UMK zufolge ein ausreichendes Budget der Zweiten Säule sowie ein Verbot der Düngung und Aufbringung von Pflanzenschutzmitteln im Gewässerrandstreifen. Ebenfalls genannt werden unter anderem der Erhalt von Dauergrünland, die Einhaltung der rechtlichen Vorgaben der Düngeverordnung, eine Erhöhung des Mindestanteils an nichtproduktiven Landschaftselementen, eine stärkere Ausrichtung der landwirtschaftlichen Beratung auf die Belange des Gewässerschutzes und eine den Gewässerschutz berücksichtigende Betriebsführung.

Die Redaktion empfiehlt

Premium

Die Umweltminister der Länder suchen den Schulterschluss zu den Agrarministern. 2020 soll es eine gemeinsame Sitzung zur EU-Agrarreform geben. Beim Insektenschutz setzen sie auf Rückzugsflächen.

Die Umweltminister beraten in Hamburg über die Themen Klima- und Insektenschutz. Die Bauern nehmen dies zum Anlass, um ihren Protest mitzuteilen. Bis zu 4.000 Trecker legen den Verkehr lahm


Diskussionen zum Artikel

Kommentar schreiben

von Norbert Schulze-Darphorn

Ich fordere dann Mal

Das ffh Schutzgebiete nicht mehr durch Wasserwerke trocken gelegt werden dürfen, das bedeutet die Förderung muß sich an die Niederschlagsmenge anpassen. Es kann nicht sein das ursprünglich mit Niederschlagsmengen gerechnet worden ist die wir überhaupt nicht mehr erreichen, die Fördermengen aber gleich bleiben. Das ist nicht nachhaltig. Was ist mit steigenden Nitratwerten durch Absenkung des Grundwasserspiegels. Die neue Düngeverordnung fällt mir hier aktuell komplett auf die Füße Ertragsschäden werden zwar ausgeglichen, aber den fehlenden Entzug darf ich nicht anrechnen. Typisch Wasserwirtschaft anstatt mit der Landwirtschaft , wie es auch in den Kooperationen funktioniert, Hand in hand zu arbeiten stellt man sie in die Schmuddelecke der "bösen Brunnenvergifter" teilweise sehr heuchlerisch.

von Wilhelm Grimm

Die Wasserwerke wollen Geld.

Da ist es verständlich, dass die Bauern böse sein müssen. Aber wie aus deren Forderungen deutlich wird, sie sind GRÜN und gehören selbst kontolliert, aber unabhängig.

Diskutieren Sie mit

Tragen Sie mit Ihrem Beitrag zur Meinungsbildung zu diesem Artikel bei.

Sie müssen sich anmelden um Kommentare zu bewerten

Abbrechen

Sie haben noch kein Benutzerkonto?

Benutzerkonto erstellen