Ehrung

Umweltpreis für das Zuschütten von Gräben zwischen Umwelt und Landwirtschaft

Sie waren der Motor, der die Zukunftskommission Landwirtschaft (ZKL) am Laufen hielt. Nun werden Myriam Rapior und Kathrin Muss mit einem Umweltpreis dafür geehrt.

Die beiden ehemaligen Vorstände der Jugendverbände vom BUND, Myriam Rapior, und der Landjugend, Kathrin Muus, erhalten den Ehrenpreis zum Deutschen Umweltpreis 2022. Die Deutsche Bundesstiftung Umwelt (DBU) verleiht die diesjährigen Umweltpreise am 30. Oktober in Magdeburg. Bundespräsident Frank-Walter Steinmeier wird die Auszeichnungen überreichen. Der Ehrenpreis der DBU ist mit 20.000 Euro dotiert. Ihn teilen sich Rapior und Muus.

Die beiden Jugendvertreterinnen hätten gezeigt, dass es auch anders geht. Sie entwarfen für die Zukunftskommission Landwirtschaft (ZKL) gemeinsam die Vision einer ökologischen, sozial nachhaltigen und zugleich ökonomisch tragfähigen Agrarwirtschaft, heißt es zur Begründung bei der DBU.

Muus und Rapior maßgeblich für ZKL-Einigung verantwortlich

Die Zukunftskommission Landwirtschaft wurde im Juli 2020 unter dem Eindruck zunehmender Agrar- und Umweltproteste von der damaligen Bundesregierung gegründet und bestand aus Vertreterinnen und Vertretern verschiedener Bereiche – von Landwirtschaft über Wirtschaft und Verbraucher sowie Umwelt und Tierschutz bis hin zur Wissenschaft. Hauptaufgabe des Gremiums: Empfehlungen für Wege zu einer nachhaltigeren Landwirtschaft. Im Juli 2021 legte die ZKL ihren Abschlussbericht vor.

„Frau Muus und Frau Rapior haben über Jahre festgefahrene Konflikte überwunden und Brücken zwischen Umwelt und Agrarwirtschaft gebaut“, sagte DBU-Generalsekretär Alexander Bonde. Der Abschlussbericht sei maßgeblich durch die konstruktive Zusammenarbeit der Ehrenpreisträgerinnen zustande gekommen und habe „entscheidend zu einem Einigungsprozesses beigetragen“.

DBU beeindruck von der Verständigungsarbeit

Rapior und Muus hätten „richtungweisenden Anteil daran, dass die Zukunftskommission die Ernährungs- und Agrarpolitik mit den Parametern ökologische Verantwortung, ökonomische Tragfähigkeit und soziale Akzeptanz neu vermessen hat“, so Bonde. Darüber hinaus seien sie leuchtendes Beispiel für die Einbeziehung junger Erwachsener bei der Entwicklung von Zukunftslösungen. „Die beiden zeigen, wie Naturschutz mit ökonomisch tragfähiger Landwirtschaft Hand in Hand gehen kann“, sagte der DBU-Generalsekretär.

Myriam Rapior bei einer Demo in Berlin

Myriam Rapior war bis Ende 2021 Mitglied im Bundesvorstand der BUND-Jugend. Sie ist mittlerweile wissenschaftliche Mitarbeiterin am Lehrstuhl für Strategisches Mangement der Universität Hamburg . (Bildquelle: Björn Obmann)

Kathrin Muus war von 2018 bis 2022 Bundesvorsitzende beim Bund der Deutschen Landjugend. Myriam Rapior ist mittlerweile ehemalige Jugendsprecherin des BUND, sie war von 2019 bis Ende 2021 Mitglied im Bundesvorstand der BUND-Jugend.

Neue Gesprächskultur als Chance für die Zukunft

Rapior und Muus hoffen, dass der gemeinsame Ansatz nicht in Vergessenheit gerät. „Wir brauchen auch in anderen Bereichen viel mehr Austausch, um für komplexe Probleme die besten Lösungen zu finden“, sagte Rapior. „Unser Zukunftsbild führte bei vielen zur Einsicht, dass eine tiefgreifende Transformation der Agrar- und Ernährungswirtschaft für Landwirte, Nutztiere sowie für Umwelt und Klima unverzichtbar ist“, sagte Muus.

Beide Ehrenpreisträgerinnen schätzen die „neu entstandene Gesprächskultur“, die sich etwa durch vorher undenkbare Partnerschaften zwischen Landwirtschaft und Umweltschutz äußere. Die beiden jungen Frauen sehen die Ergebnisse der Zukunftskommission Landwirtschaft weiterhin als Chance: „Noch können wir Klimakrise und Artenverlust stoppen. Dafür müssen Ideen für eine Landwirtschaft der Zukunft aber in die Praxis umgesetzt werden“, appellieren sie.


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