Unbekannte öffnen Boxenlaufstall: Sechs Kühe tot

In der Nacht von Samstag auf Sonntag haben Unbekannte auf einem Milchviehbetrieb in Liebenwalde (Landkreis Oberhavel) drei Tore geöffnet. Die Tiere verließen daraufhin den Boxenlaufstall und Auslauf und wanderten auf dem Hof umher. In der Futterhalle fanden einige das gelagerte Kraftfutter und überfraßen sich daran.

Boxenlaufstall bei Nacht. Wer hat die Tore geöffnet? (Bildquelle: Archiv (Symbolbild, zeigt nicht geschilderten Fall))

In der Nacht von Samstag auf Sonntag haben Unbekannte auf einem Milchviehbetrieb in Liebenwalde (Landkreis Oberhavel) drei Tore geöffnet. Die Tiere verließen daraufhin den Boxenlaufstall und Auslauf und wanderten auf dem Hof umher. In der Futterhalle fanden einige das gelagerte Kraftfutter und überfraßen sich daran, erfuhr top agrar online von der zuständigen Polizeistelle.
 
An der einsetzenden Pansenazidose (Übersäuerung) aufgrund energiereicher Nahrung bei gleichzeitig fehlendem Raufutter verendeten am Sonntag vier Tiere, zwei weitere musste ein hinzugerufener Veterinär Anfang der Woche einschläfern. Wie eine Polizeisprecherin weiter erklärte, war es für die Betriebsleiter zudem eine Herausforderung, die insgesamt 400 Kühe, je 150 bis 200 pro Abteil, wieder einzufangen und an ihren Platz zu bringen. Daher konnten sie die Anzeige erst am Dienstag stellen, wobei bereits am Wochenende Beamte vor Ort waren.
 
Die Polizei hat ihre Ermittlungen bereits aufgenommen. Zu klären ist u.a., ob es sich um Hausfriedensbruch, Sachbeschädigung o.ä. handelt. Man habe daher Strafanzeige gestellt und die Staatsanwaltschaft um Aufnahme von Ermittlungen gebeten. Auf Täter und Motive gibt es bislang keine Hinweise, so die Polizeisprecherin gegenüber top agrar weiter. Denkbar wäre ein Streich von Kindern, wobei dies eher unwahrscheinlich ist, da sämtliche Tore gezielt nach innen geöffnet wurden und die Rinder in der Regel schnell folgen. Auch die Vermutung, Tierschützer könnten hinter dem Fall stecken, sei wenig realistisch, da der Betrieb ökologisch wirtschaftet und mit dem Tod und der Erkrankung vieler Tiere ja das Gegenteil erreicht worden wäre. Auch Streit mit Nachbarn, Berufskollegen etc. gebe es nicht, so dass die Motive völlig unklar sind.
 
Laut der Märkischen Allgemeinen Zeitung, die mit der Landwirtsfamilie gesprochen hatte, soll diese eine Belohnung von 1000 Euro für Hinweise ausgerufen haben.

Artikel geschrieben von

Alfons Deter

Redakteur top agrar Online

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Diskussionen zum Artikel

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von Reinhold Schmid

Auch ein DUMME JUNGEN-Streich?

www.schwaebische.de/landkreis/alb-donau-kreis/ehingen_artikel,-schwein-aus-stall-gestohlen-tier-offenbar-getötet-_arid,10917599.html

von Wilhelm Grimm

Die Gegner der Nutztierhaltung könnten sagen:

Gut für das Klima. Ich glaube aber eher an einen DUMME JUNGEN-Streich, der aus dem Ruder gelaufen ist. So schlecht sind keine Menschen.

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