Uneinigkeit über eine Neubewertung von Glyphosat

Die Forderung nach einer Neubewertung des Herbizidwirkstoffs Glyphosat bleibt Thema im Bundestag. Ein entsprechender Antrag der Grünen wurde am vergangenen Donnerstag in die zuständigen Ausschüsse überwiesen.

Die Forderung nach einer Neubewertung des Herbizidwirkstoffs Glyphosat bleibt Thema im Bundestag. Ein entsprechender Antrag der Grünen wurde am vergangenen Donnerstag in die zuständigen Ausschüsse überwiesen. Wie der Grünen-Bundestagsabgeordnete Harald Ebner zu Protokoll gab, machen Hinweise auf Gesundheits- und Umweltrisiken von Glyphosat sowie dessen zunehmender Einsatz eine neue Bewertung sowie eine zwischenzeitliche Aussetzung der Zulassung notwendig.

Das Bundesamt für Verbraucherschutz und Lebensmittelsicherheit (BVL) müsse Studien zur Embryologie, Onkologie, Agrarökologie, Gewässer- und Bodenökologie durchführen. Unabhängig von den Ergebnissen sei die Pflanzenschutz-Anwendungsverordnung zu ändern, um glyphosathaltige Pflanzenschutzmittel im Haus- und Kleingartenbereich schnellstmöglich zu unterbinden.

Unterstützung kam von der verbraucherpolitischen Sprecherin der SPD-Bundestagsfraktion, Elvira Drobinski-Weiß, und der agrarpolitischen Sprecherin der Fraktion Die Linke im Bundestag, Dr. Kirsten Tackmann. Für Dobrinski-Weiß machen Zweifel an der Unbedenklichkeit der Subtanz eine Neubewertung erforderlich. Laut Tackmann gibt es zwar keine Alternativen für Glyphosat; dessen Risiken müssten aber erneut beurteilt werden. Darüber hinaus sei der Wirkstoff im Kleingarten zu verbieten.

"Keine Gesunsheitsgefahren nachgewiesen"

Auf Ablehnung stieß der Antrag dagegen beim CDU-Abgeordneten Alois Gerig und der agrarpolitischen Sprecherin der FDP-Bundestagsfraktion, Dr. Christel Happach-Kasan. Gerig zeigte sich überzeugt, „dass bei sachgerechter Anwendung von Glyphosat kein Anlass zur Sorge besteht“.

Über die Zulassung von Pflanzenschutzwirkstoffen werde auf Grundlage strenger wissenschaftlicher Maßstäbe entschieden. Ferner würden die mutmaßlichen Risiken des Wirkstoffs weder durch die landwirtschaftliche Praxis noch durch wissenschaftliche Ergebnisse anerkannter Stellen wie dem Bundesinstitut für Risikobewertung (BfR) bestätigt.

Ähnlich äußerte sich Happach-Kasan. Wissenschaftlicher Konsens sei, dass Glyphosat bei ordnungsgemäßer Anwendung keine Gesundheitsgefahren berge und vergleichsweise wenig umweltbelastend sei. Die von den Bündnisgrünen in ihrem Antrag zitierten Studien seien aufgrund methodischer Schwächen nicht anführbar, unterstrich Happach-Kasan. (AgE)

Artikel geschrieben von

Alfons Deter

Redakteur top agrar Online

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