Unfall oder Mordversuch? Landwirt streckt Motorradfahrer mit Schaufel nieder

Für Fahrer von Gelände-Motorrädern ist ein „Ritt“ durch die freie Natur nicht selten unwiderstehlich. So auch für zwei Männer in der Nähe vom Möhnesee (Kreis Soest). Sie fuhren am Dienstag über mehrere Feldwege und eine Pflugfurche am Rande eines Ackers.

Der spontane Ausraster eines wütenden Landwirts hat nun böse, strafrechtliche Folgen. (Bildquelle: Uwe Schlick / pixelio.de)

Als zwei Motorradfahrer in der Nähe vom Möhnesee (NRW) an einem Traktor mit Anhänger vorbeikamen, soll ein 27-jähriger Landwirt unvermittelt mit einer Schaufel auf die Fahrer eingeschlagen haben. Dabei habe er einen 42-jährigen Motorradfahrer so heftig am Helm getroffen, dass sogar die Schüppe zerbrach, sagte Staatsanwalt Marco Karlin gegenüber der Presse. Der Fahrer sei dann gestürzt und habe sich Knochenbrüche zugezogen.

Auch der zweite Motorradfahrer, ein 21-jähriger Mann aus Werl, stürzte beim Ausweichmanöver. Als der Landwirt mit einem Stock auf die Motorradfahrer zugelaufen sei, seien diese mit den Fahrzeugen in Richtung Oberense geflüchtet, sagten die beiden anschließend aus.

Die Staatsanwaltschaft Arnsberg hat nun aufgrund des Verdachtes eines versuchten Tötungsdeliktes die Ermittlungen aufgenommen. Am Mittwochnachmittag wurde der junge Mann bereits einer Richterin vom Amtsgericht vorgeführt. Im Verfahren äußerte sich der Tatverdächtige nur über seinen Rechtsanwalt zu den Vorwürfen. Presseberichten zufolge habe dieser erklärt, dass es sich um einen tragischen Unfall handelt. So gesehen wären die Motorradfahrer, die in der Ackerspur fuhren, in die Schaufel des arbeitenden Bauern gefahren. Die Richterin ordnete dennoch nach der Befragung auf Antrag der Staatsanwaltschaft Untersuchungshaft an.

Im Raum stehen Straftatbestände wie gefährlicher Eingriff in den Straßenverkehr bis hin zu versuchtem Mord. Letzteres wird mit Haft nicht unter drei Jahren geahndet, erläuterte Staatsanwalt Thomas Poggel auf Nachfrage ds Soester Anzeigers. Der verletzte Motorradfahrer habe letztlich wohl noch viel Glück gehabt: „Wenn er ein bisschen falsch fällt oder vor einen harten Gegenstand prallt, hätte das auch tödlich ausgehen können.“ 

top agrar meint: Warten wir erst einmal die Ermittlungen ab. Auch wenn sich die Medien schon vorschnell festgelegt haben. Für den Betroffenen wäre es unerträglich, sollte es sich tatsächlich als Unfall entpuppen.

Artikel geschrieben von

Alfons Deter

Redakteur top agrar Online

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