Landwirtschaft im Dialog

Verbände im Ländle starten Strategiedialog​ ​

In Baden-Württemberg entwickeln die zwei Bauernverbände, die Ökoverbände und der Naturschutzverband miteinander Lösungsansätze für eine zukunftsfähige Landwirtschaft.

Drei Landwirtschaftsverbände und der Naturschutzverband NABU in Baden-Württemberg wollen sich gemeinsam dafür einsetzen, dass der heute von Ministerpräsident Kretschmann eröffnete Strategiedialog Landwirtschaft ein Erfolg wird. „Die Herausforderungen unserer Zeit können wir nur gemeinsam bewältigen“, so die Verbandsvertreter der Arbeitsgemeinschaft Ökologischer Landbau (AÖL), des Badischen Landwirtschaftlichen Hauptverbands (BLHV), des Landesbauernverbands Baden-Württemberg (LBV) und des NABU (Naturschutzbund) Baden-Württemberg.

Die Verbände befinden sich bereits seit rund einem Jahr in einem konstruktiven Dialogprozess und wollen ihre Ergebnisse und Erfahrungen in den Strategiedialog einfließen lassen. In einem Zukunftspapier haben sich die Verbände auf zentrale Herausforderungen verständigt. Diese gilt es nun im Strategiedialog aufzugreifen und umzusetzen werden.

Mit dem Ziel, eine Basis für eine bessere und an gemeinsamen Zielen ausgerichtete Zusammenarbeit zwischen Landwirtschaft, Naturschutz und Lebensmitteleinzelhandel zu schaffen, initiierten die genannten Verbände im Jahr 2021 den Veränderungsdialog, der durch die Ministerien für Landwirtschaft und Umwelt finanziert wird. „Wir haben den Veränderungsdialog ins Leben gerufen, weil wir einen neuen Geist der Zusammenarbeit brauchen“, erklärt der NABU-Landesvorsitzende Johannes Enssle. „Dafür müssen sich alle Seiten bewegen und aufeinander zugehen, denn nur gemeinsam werden wir die Probleme der Landwirtschaft lösen und den Rückgang der Artenvielfalt stoppen.“

Ressourcenschonung, wirtschaftliche Perspektiven und Ernährungssicherheit

Beide Projekte – der Strategiedialog des Ministerpräsidenten und der Veränderungsdialog der Verbände – würden ähnliche Ziele verfolgen, so der AÖL-Vorsitzende Marcus Arzt: „Wir möchten Lösungsansätze für eine zukunftsfähige Landwirtschaft sowie für den Erhalt unserer natürlichen Lebensgrundlagen hervorbringen.“

Übergeordnetes Ziel des Veränderungsdialogs sei die Gestaltung eines Agrarökosystems, das unsere natürlichen Ressourcen schont, Landwirtinnen und Landwirten eine wirtschaftliche Perspektive bietet und für Ernährungssicherheit sorgt, führt Arzt weiter aus. „Dabei ist der Einbezug des Handels unabdingbar.“

"Bauernfamilien brauchen stabile Wertschöpfungsketten"

Krieg und Krise haben verdeutlicht, wie wichtig die heimische Lebensmittel-, aber auch die Energieproduktion ist. „Durch die Coronapandemie ist die Wertschätzung von regionalen Lebensmitteln gestiegen. Die Situation hat sich durch die Auswirkungen des Ukrainekrieges mit steigender Inflation und den massiv gestiegenen Preisen verändert“, erklärt LBV-Präsident Joachim Rukwied. „Die baden-württembergischen Bauernfamilien brauchen stabile Wertschöpfungsketten, auskömmliche Einkommen und verlässliche Rahmenbedingungen.

Neben hochwertigen Lebensmitteln schaffen wir lebendige ländliche Räume und eine einmalige Kulturlandschaft mit großer biologischer Vielfalt.“ Um Ökologie und Ökonomie in Einklang zu bringen, müsse es laut Bauernpräsidenten einen Schulterschluss zwischen Landwirtschaft und Naturschutz, Politik und Lebensmitteleinzelhandel geben. „Das ist unser gemeinsames Ziel“, bekräftigt Rukwied.

"Zwang zum Handeln trotz wirtschaftlichem Druck"

Landwirtinnen und Landwirte stünden aufgrund der aktuellen Energiekrise unter enormem finanziellem Druck, betont BLHV-Präsident Bernhard Bolkart. „Wir müssen dennoch die Herausforderungen unserer Zeit angehen und die Landwirtschaft der Zukunft gestalten. Insbesondere Klimawandel und Biodiversitätsverlust zwingen uns zu handeln. Wir sind auf einem sehr guten Weg“, erklärt Bolkart anerkennend, „wenn wir weiterhin zusammenarbeiten und uns gegenseitig unterstützen, werden wir Lösungen finden.“

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