Verbraucherminister wollen Fett, Zucker und Salz kennzeichnen, aber nicht mit einer Ampel

Die Verbraucherminister der Länder fordern eine bessere Kennzeichnung von Zucker, Fett und Salz auf Lebensmittelverpackungen. Die Ampelkennzeichnung findet keine Mehrheit, wohl aber die Forderung nach einer „bildlichen Unterstützung bei der Kaufentscheidung“. Der Deutsche Bauernverband ist gegen die Ampel.

Die Verbraucherminister der Länder fordern eine bessere Kennzeichnung von Zucker, Fett und Salz auf Lebensmittelverpackungen. Die Ampelkennzeichnung findet keine Mehrheit, wohl aber die Forderung nach einer „bildlichen Unterstützung bei der Kaufentscheidung“. Der Deutsche Bauernverband ist gegen die Ampel.

Die  Verbraucherschutzminister der Länder fordern von der Bundesregierung eine bessere Kennzeichnung von Zucker, Fett und Salz auf Lebensmittelverpackungen. Konkret verlangen die Länder, dass die Bundesregierung zeitnah ein Kennzeichnungssystem erarbeitet, das eine einfache farbliche Visualisierung der Werte für Zucker, Fett und Salz ermöglicht. Die Ampel-Lösung zur Darstellung der Nährwerte auf der Verpackung fand bei der Verbraucherministerkonferenz Ende vergangener Woche in Saarbrücken allerdings keine Mehrheit. „Jeder Verbraucher hat eine Eigenverantwortung. Die Ampel vereinfacht zu stark“, sagte die niedersächsische Agrar- und Verbraucherministerin Barbara Otte-Kinast (CDU) im Anschluss. Dennoch - und da seien sich die Minister einig gewesen- müsse dem Verbraucher eine bildliche Unterstützung bei der Kaufentscheidung angeboten werden, so Otte-Kinast weiter. Sie könne sich die Einführung eines Keyhole-Systems vorstellen, dahinter verberge sich ein grünes Schlüsselloch-Symbol, schlug Otte-Kinast vor. Die so ausgezeichneten Lebensmittel enthielten weniger Fett, Salz und Zucker, dafür aber mehr Ballaststoffe.

Die Verbraucherminister der Grünen haben sich auf der Konferenz für eine Ampel ausgesprochen. „Verbraucherinnen und Verbraucher müssen auf den ersten Blick erkennen können, ob ein Lebensmittel viel Zucker, Fett oder Salz enthält. Eine entsprechende farbliche Kennzeichnung der Lebensmittel ist daher der richtige Weg. Damit schaffen wir mehr Transparenz und stärken gleichzeitig den Verbraucherschutz“, sagte Berlins Senator für Verbraucherschutz Dr. Dirk Behrendt (Grüne). Die Länder verlangen von der Bundesregierung darüber hinaus, sich für die Einführung einer vereinfachten, leicht zu visualisierenden Nährwertkennzeichnung von Lebensmitteln als Pflichtkennzeichnung auf EU-Ebene einzusetzen.

DBV: Ernährungskompetenz fördern statt Ampeln fordern

Der Deutsche Bauernverband lehnt die Forderung nach einer Lebensmittelampel ab. „Eine Ampel führt nicht zur gesunden Ernährung, sondern eher zu einer Fehlernährung. Der richtige Weg ist stattdessen die frühzeitige Vermittlung von Ernährungswissen“, sagte der Präsident des Deutschen Bauernverbandes (DBV), Joachim Rukwied. Die Gefahr der Fehlernährung bestehe darin, dass man insgesamt mehr mit „grün“ gekennzeichnete Lebensmittel essen müsse, da Lightprodukte in gleicher Menge nicht satt machen würden, argumentierte Rukwied weiter. „Es wäre doch verrückt, wenn der Apfelsaft wegen seines natürlichen Zuckergehalts oder die Milch wegen ihres ernährungsphysiologisch hochwertigen Milchfettes mit Rot gekennzeichnet würde, während weniger hochwertige Designlebensmittel ein Grün erhalten“, so Rukwied.

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Artikel geschrieben von

Stefanie Awater-Esper

Korrespondentin Berlin

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Diskussionen zum Artikel

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von Erwin Schmidbauer

Der Grüne Engel für Nahrungsmittel

Beim grünen Schlüssellochsymbol habe ich gleich daran gedacht. Es ist doch nichts gewonnen, wenn dann Zucker etwa durch Süßstoffe ersetzt werden, deren gesundheitliche Unbedenklichkeit umstritten ist bzw. bei hohen Verzehrsmengen zu Problemen führt. Hier wäre es viel wichtiger, den Kindern und den Erwachsenen Ernährungswissen beizubringen, wenn nötig, auch zwangsweise. Sachkundenachweise für alles Mögliche sind schliesslich in aller Munde. Wo bleibt die Forderung der Grünen nach einem Ernährungssachkundenachweis mit Nachschulungen?

von Bernhard ten Veen

keine Ampel...

Wovor haben Sie Angst bei einer für "jedermann ersichtlichen , eindeutigen , leicht erkennbaren Deklaration", welche selbst Analphabeten verstehen würden ? ...hier geht es offensichtlich NUR um das Geplänkel "Das ist von einer Anderen Partei vorgeschlagen worden" ... die gesamten Minister und Abgeordneten sind keinen Fifferling wert, mit dem dauernden Parteistatutengetue. Aber Diätenerhöhungen und Parteienfinanzierung vom Steuergeld verschwenden... wer so "Nichtsnutzig" auf der Arbeit seinen Hintern breit sitzt, braucht morgen garantiert nicht wieder erscheinen. Sie sollten also wegen Ihrer Andauernden Blockiererei den Stuhl und das Büro räumen. Freiwillig und besser heute als morgen.

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