Verein „Tierretter“ zeigt Hennenhalter an

Der Verein „Tierretter“ hat bei der Veterinärbehörde Recklinghausen Anzeige gegen einen Legehennenbetrieb aus Haltern am See erstattet und will auch bei der Staatsanwaltschaft Strafanzeige einreichen. Dem Verein lägen Aufnahmen vor, die 20 verweste Hennenkadaver aus dem Stall mit Bodenhaltung zeigen sollen.

Aktivisten bei einem nächtlichen Stalleinstieg (Bildquelle: tierretter.de)

In einer Pressemitteilung prangert der Münsteraner Verein „Tierretter“ einen Legehennenbetrieb aus Haltern am See an. Dem Verein liegen Aufnahmen vor, die 20 verweste Hennenkadaver aus dem Stall mit Bodenhaltung zeigen sollen. Die Tierrechtler haben bei der Veterinärbehörde Recklinghausen Anzeige erstattet und wollen auch bei der Staatsanwaltschaft Strafanzeige einreichen.

Der Betrieb soll 4.500 Legehennen halten, schreiben die Aktivisten weiter und deuten an, dass sie den Hof schon länger beobachten. So soll es auch Videos von Hennen geben, die kaum noch Federn haben. Das Fazit von Tierretter Christian Adam: „Egal ob Boden-, Freiland- oder Biohaltung. Wenn viele Hühner auf engem Raum gehalten werden, bepicken sich die Tiere. Es ist schrecklich, aber Standard. Die Betreiber selber zeigen natürlich nur Bilder von frisch eingestallten Hennen in vollem Federkleid. Diese Bilder zeigen jedoch, wie Tiere aussehen, nachdem sie 13 Monate lang in kargen Hallen und zu tausenden eingesperrt jedes Jahr hunderte Eier legen müssen."

Angesichts der gefundenen Kadaver weist Adam darauf hin, dass Landwirte laut Gesetz verpflichtet seien, jeden Tag in den Stall zu gehen um alle Tiere in Augenschein zu nehmen und tote Tiere zu entfernen.

Zur Kritik, dass Tierrechtler mit dem Eindringen in Ställe Hausfriedensbruch begehen, sagte Adam: "Es gibt Fälle wie diesen, die eigentlich nur durch eine unangekündigte Recherche ans Licht kommen können. Oft werden Veterinäramtskontrollen lange angekündigt, mindestens aber ein paar Stunden davor, damit der Landwirt auch anwesend ist, wenn die Behörde kommt. In einer halben Stunde hätte der Landwirt in diesem Fall die groben Missstände aber bereits beseitigen können. Niemand hätte je etwas davon mitbekommen. Die Ämter sind oft unterbesetzt und können nur einen Bruchteil der Ställe kontrollieren."

Dass nun auch im Koalitionsvertrag von CDU und SPD stehe, "Wir wollen Einbrüche in Tierställe als Straftatbestand effektiv ahnden", ist für Christian Adam ein Kniefall vor der Agrarindustrie, die verhindern will, dass sich die Menschen kritisch mit den Zuständen in den Tierställen auseinandersetzen. „Da bereits Bilder aus den Ställen von Johannes Röring, der für die CDU im Bundestag sitzt, oder der Landwirtschaftsministerin von NRW Christina Schulze Föcking (CDU) veröffentlicht wurden, bekommt das ganze einen besonders bitteren Beigeschmack. Die neue Regierung möchte Bauern besser schützen als die Tiere, die von ihnen gehalten werden - und das obwohl Tierschutz seit 2002 als Staatsziel im Grundgesetz verankert ist."

Artikel geschrieben von

Alfons Deter

Redakteur top agrar Online

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