„Verlässliche Politik ist das A und O“

Auf dem ersten Agrardialog der Deutschen Zentralgenossenschaftsbank in Düsseldorf diskutierten Dr. Heinrich Bottermann als Sprecher der Landesregierung in NRW und Vertreter der lokalen Volksbanken sowie Vertreter der DZ Bank über aktuelle Themen wie Stallbau und Digitalisierung.

Vertreter von Landesregierung und Banken sprachen auf dem ersten Agrardialog der DZ Bank in Düsseldorf. (Bildquelle: Schulze Harling)

Auf dem ersten Agrardialog der Deutschen Zentralgenossenschaftsbank in Düsseldorf diskutierten Dr. Heinrich Bottermann als Sprecher der Landesregierung in NRW und Vertreter der lokalen Volksbanken sowie Vertreter der DZ Bank über aktuelle Themen wie Stallbau und Digitalisierung. Im Fokus waren immer höhere Investitionssummen bei einer immer unsicheren Marktlage.

Ludger Jakobs, von der Volksbank in Heiden bringt es auf den Punkt: „Verlässlichkeit in der Politik ist das A und O für die Landwirte und uns Banker.“ Bei einem Wechsel ändere die Regierung oft ihre Konzepte, kritisierte er. Er forderte: „Wir brauchen Planungssicherheit!“ Die aktuelle Entwicklung bei landwirtschaftlichen Darlehen seien große Kreditsummen oft in Millionenhöhe, lange Laufzeiten bis zu 30 Jahren sowie einem großen ungesicherten Kreditanteil. „Vor 30 bis 40 Jahren kostete ein Stall rund 150 000 DM heute geht das in die Millionen“, sagte Ralf Löbach von der Volksbank Rhein-Sieg.

Mehr Tierwohl vor allem über bauliche Veränderungen

Stallbau war eins der Themen, die die rund 80 Vertreter der Volksbanken aus dem Rheinland und Westfalen auf dem ersten Agrardialog der Deutschen Zentralgenossenschaftsbank (DZ Bank) in Düsseldorf diskutierten. Dr. Heinrich Bottermann, Staatssekretär des Landwirtschaftsministeriums in Nordrhein-Westfalen, verspricht eine Politik des Dialogs. Ziel der Landesregierung sei es, den Stallbau wieder attraktiver zu machen, da die Gesellschaft Veränderungen in der Tierhaltung fordere. Das gehe vor allem über bauliche Änderungen. Im Schweine- und Geflügelbereich sei der Stallbau aber fast zum Erliegen gekommen. Die Volksbankvertreter kritisierten das langwierige und komplizierte Genehmigungsverfahren und die hohe Planungsunsicherheit. Bottermann gab zu, dass da noch die Antworten fehlen würden, wie ein Stall genau aussehen sollte. Die Tierzahl zu reduzieren, wie es viele Gruppen fordern, sei für ihn hingegen keine Lösung. Er setze auf umweltfreundliche und tiergerechte Ställe.

Digitalisierung läuft nur bei schnellem Internet

Ebenfalls sprach Bottermann technologische Veränderungen an. So nennt er als Thema Präzisionstechnik im Ackerbau. „Auf Dauer müssen wir vom chemischen Pflanzenschutz weg“ forderte er. Hier sieht Jakobs von der Volksbank in Heiden ein ganz anderes Problem. Dort sei das Netz zu schlecht, um neue digitale Technik zu nutzen. „Wir haben Kunden in unserem Gebiet, die einen Melkroboter haben. Diese können die Technik aber nur eingeschränkt anwenden, da das Netz nicht funktioniert. So bekommt der Landwirt beispielsweise keine Störungsmeldung aufs Handy“, sagt er.

„Milchpreis bleibt mittelfristig stabil“

Gabor Vogel, Rohstoffexperte der DZ Bank, analysierte die Preisentwicklung landwirtschaftlicher Produkte. Den Milchpreis sieht er mittelfristig auf einem stabilen Niveau. Für dieses Jahr prognostiziere eine leichte Überversorgung der EU, sodass der Preis wieder etwas sinke. „In diesem Jahr wird der Preis nicht so stark abstürzen, wie in der Vergangenheit. Ab 2019 wird er leicht ansteigen und mittelfristig stabil bleiben“, erwartet er. Besonders im Schweinebereich sehe er, dass die Preisrisiken in der Landwirtschaft deutlich höher seien, als in anderen Industrien. „Der Schweinezyklus macht seinem Namen alle Ehre“, kommentierte er den schwankenden Preisverlauf der letzten Jahre. Würde in Deutschland die Afrikanische Schweinepest ausbrechen, nimmt er an, dass der Preis sich wie in Polen entwickeln würde. Dort seien die Exportauswirkungen nicht so dramatisch. „Die Pest würde in Deutschland den inländischen Markt belasten und bei den Exporten zu spüren sein. „Ein kurzzeitiger Preisrutsch von 15 bis 20 % ist realistisch“, glaubt er.

Artikel geschrieben von

Maike Schulze Harling

Redakteurin Betriebsleitung

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