Ostdeutschland

Vogel fordert politisches Bekenntnis zu Großbetrieben

Laut Wolfgang Vogel sind auch große Agrarbetriebe Bestandteil einer vielfältigen Agrarstruktur. Ohnehin sind die Umweltleistungen der Landwirtschaft unabhängig von der Größe der Betriebe.

Ein deutliches Bekenntnis der Politik zu Großbetrieben als Bestandteil einer vielfältigen Agrarstruktur erwartet der Präsident des Sächsischen Landesbauernverbandes (SLB), Wolfgang Vogel. Er wünsche sich in dieser Frage etwas mehr Klarheit, unabhängig von der politischen Couleur, sagt Vogel im Interview mit AGRA-EUROPE.

Dazu zähle für ihn auch, gegenüber Umweltverbänden Klartext zu reden. „Die Umweltleistungen der Landwirtschaft haben mit der Größe der Betriebe zunächst einmal nichts zu tun“, betont der SLB-Präsident.

Eigentümer spielt keine Rolle

Vogel wendet sich gegen ein Pauschalurteil über den Einstieg von außerlandwirtschaftlichen Investoren in Agrarunternehmen. Entscheidend sei, dass in dem jeweiligen Territorium weiter Landwirtschaft betrieben werde. Daneben müsse sichergestellt werden, dass dies umweltgerecht und bodenschonend erfolge. Die Eigentümerfrage erachtet der SLB-Präsident in diesem Zusammenhang als zweitrangig. Die führenden Leute in den Nachfolgeunternehmen hätten in den vergangenen Jahrzehnten Werte geschaffen, „von denen sie jetzt auch profitieren können müssen“.

Jegliche gesetzgeberischen Eingriffe würden laut Vogel deren Handlungsmöglichkeiten ungerechtfertigt beschneiden. Es sei falsch gewesen, den Gesellschaftern und juristischen Personen in den neunziger Jahren nicht den Flächenerwerb zu ermöglichen. „Ihnen jetzt den Weiterverkauf ihrer Anteile zu erschweren oder zu untersagen, hieße, sie erneut zu benachteiligen“, warnt der Verbandspräsident.

Kritik an Agrarreform

Scharfe Kritik übt er an den Brüsseler Vorschlägen für eine Kappung und Degression der Direktzahlungen und unterstreicht die ablehnende Haltung des Deutschen Bauernverbandes (DBV). Im Gegenzug werde die geforderte stärkere Förderung der ersten Hektare von den ostdeutschen Landesbauernverbänden mitgetragen, auch wenn man nicht der Meinung sei, „dass sich auf diese Weise Strukturentwicklungen steuern oder gar aufhalten lassen“.

Vogel kritisiert, dass damit Nebenerwerbsbetriebe in den Genuss höherer Zahlungen kommen, ohne dass sie auf diese Unterstützung angewiesen seien. Der Geschäftsführer der Bauernland GmbH in Beiersdorf bei Leipzig spricht sich gegen eine weitergehende Regulierung des Bodenmarktes aus und verweist auf das Recht der Führungskräfte in den großen Agrarunternehmen, den Generationswechsel frei zu gestalten.

Ganz anders sieht das der Bauernbund Sachsen-Anhalt:
"Ostdeutsche Großbetriebe sind Resultat politischer Fehlentscheidungen!"

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Diskussionen zum Artikel

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von Henrik Plaas-Beisemann

Korrektur

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von Henrik Plaas-Beisemann

Was soll das Gegeneinander auszuspielen

Ich kann es nicht mehr hören. Anscheinend geht es nur darum irgendwem im Berufsstand was wegzunehmen, der nicht so ist, wie man selbst. Die einen schreien nach Kappung, am besten bei 200 ha, die anderen gönnen den Nebenerwerbslandwirten nicht die Prämie. Betroffen macht mich, dass offenbar nicht mal in der Spitze des DBV dieser Unfug gelassen wird.

von Andreas Thiel

Sehe ich...

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