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Wachsende Kritik an Landwirtschaftsminister Özdemir

Die Kritik am agrarpolitischen Kurs von Bundeslandwirtschaftsminister Özdemir nimmt sowohl in der Ampelkoalition als auch in der Opposition zu.

Im Agra-Europe (AgE)-Interview üben die stellvertretende Vorsitzende der FDP-Bundestagsfraktion, Carina Konrad, die bayerische Landwirtschaftsministerin Michaela Kaniber und der agrarpolitische Sprecher der CDU/CSU-Bundestagsfraktion, Albert Stegemann, Kritik an der aktuellen Politik des Bundeslandwirtschaftsminister Cem Özdemir.

„Unsere guten Böden und die Produktion noch weiter stillzulegen und zu extensiveren, ist ein fataler Irrweg“, sagte die stellvertretende Vorsitzende der FDP-Bundestagsfraktion, Carina Konrad, vergangene Woche gegenüber AgE. Ziel müsse es sein „den von der Vorgängerregierung ausgestalteten nationalen GAP-Strategieplan dahingehend anzupassen, kommende Produktionshemmnisse abzubauen“. Bei einem solchen Vorhaben werde man das Bundeslandwirtschaftsministerium „klar unterstützen“, versicherte die FDP-Politikerin. Der agrarpolitische Sprecher der CDU/CSU-Bundestagsfraktion, Albert Stegemann, warf Özdemir vor, er ignoriere die Notwendigkeit einer leistungsstarken und hocheffizienten Landwirtschaft in Deutschland. Stegemann fordert den Minister auf, „nicht weiter den Wunschträu- men der Grünen von einer heilen Welt hinterherzulaufen“. Die bayerische Landwirtschaftsministerin Michaela Kaniber forderte von Özdemir verlässliche Entscheidungen zur Tierhaltung.

Unterdessen erteilte der Bundesminister Forderungen nach einem einseitigen Fokus auf Intensivierung und Produktivitätssteigerungen erneut eine Absage. Wer einfach mehr Flächen in Produktion nehmen und „auch noch den Tiergarten umpflügen“ wolle, müsse auch eine ehrliche Debatte über die Verwendung der erzeugten Rohstoffe führen, erklärte Özdemir am vergangenen Dienstag bei einer Aktion von Entwicklungs-, Menschenrechts- und Bauernorganisationen vor dem Bundeslandwirtschaftsministerium.

Krisenresiliente Landwirtschaft

Der Grünen-Politiker wies darauf hin, dass mehr als die Hälftedes in Deutschland angebauten Getreides derzeit in die Fütterung gehe oder für die Erzeugung von Biokraftstoffen eingesetzt werde. Wenn es um die internationale Ernährungssicherung geht, sollte Özdemir zufolge deshalb auch diskutiert werden, „wie viele der Agrarerzeugnisse dann noch in den Tank oder den Teller gehen dürfen“. Für ihn sei klar, so der Minister, dass in so einer Situation die Devise heißen müsse „Teller first“. Intensivierung sei hingegen keine Lösung, führte Özdemir aus. Vielmehr müsse es darum gehen, eine „krisenresiliente“ Landwirtschaft aufzubauen und die Abhängigkeiten von fossilen Energien zu beenden, die erst zu den heutigen Abhängigkeiten geführt hätten. „Der Hunger ist dort am größten, wo die Klimakrise heute schon Existenzen bedroht“, erklärte der Minister. Seinen Angaben zufolge droht in...

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