Waldbesitzer konkretisieren Ruf nach Dürrehilfen

Die Waldbesitzer drängen wegen großer Schäden in den Wäldern auf staatliche Hilfen. Dabei geht es ihnen um Steueranreize, die Förderung von klimatoleranten Baumarten und Versicherungslösungen. Ende des Jahres wird es an der Spitze der Arbeitsgemeinschaft Deutscher Waldbesitzerverbände (AGDW) einen Wechsel geben.

Die Waldbesitzer drängen wegen großer Schäden in den Wäldern auf staatliche Hilfen. Dabei geht es ihnen um Steueranreize, die Förderung von klimatoleranten Baumarten und Versicherungslösungen. Ende des Jahres wird es an der Spitze der Arbeitsgemeinschaft Deutscher Waldbesitzerverbände (AGDW) einen Wechsel geben.
 

Die „Arbeitsgemeinschaft Deutscher Waldbesitzerverbände (AGDW) - Die Waldeigentümer“ drängt auf schnelle finanzielle Hilfen, um die dürregeschädigten Forstbetriebe zu unterstützen. „Es geht schlicht um den Erhalt unserer Wälder und die Sicherung der vielen Waldfunktionen für die gesamte Gesellschaft“, betont AGDW-Präsident Phillip Frhr. zu Guttenberg im Interview mit Agra-Europe. Im Einzelnen schlägt der Baron einen Viertelsteuersatz auf Kalamitätsholz, eine steuerfreie Rücklagenbildung und eine Erhöhung der Pauschalsätze für Betriebsausgaben vor.

Förderung klimatoleranter Baumarten

Mittelfristig geht es ihm um die Reform des Forstschäden-Ausgleichsgesetzes, vor allem mit veränderten nationalen und lokalen Schwellenwerten. Zudem sollten die Einfuhrbeschränkungen an europäische Handelsgesetze angepasst werden. Ein weiterer Ansatzpunkt betrifft die Förderfähigkeit klimatoleranter Baumarten wie beispielsweise Douglasie, Küstentanne oder Roteiche. Auch Versicherungslösungen gegen Sturm und Kalamitäten sollten nach Ansicht von zu Guttenberg jetzt angedacht werden. Ein besonderes Augenmerk legt der AGDW-Präsident auf den Kleinprivatwald, der über geringe personelle und finanzielle Kapazitäten verfüge. Auch drängt der Verbandsvertreter darauf, die organisatorischen und strukturellen Hindernisse im Klein- und Kleinstprivatwald zu überwinden. In diesem Zusammenhang spricht er sich erneut für die Förderung der Forstzusammenschlüsse aus.

Waldeigentümer wollen bei der Agrarministerkonferenz demonstrieren

Bei der Ende der Woche im nordrhein-westfälischen Bad Sassendorf stattfindenden Agrarministerkonferenz (AMK) wollen die Waldeigentümer für ihre Anliegen demonstrieren. „Die Waldeigentümer haben die Auswirkungen der Dürre stark zu spüren bekommen. Baumsterben, Schädlinge und Waldbrände haben die Wälder schwer beschädigt. Daher fordern die Waldeigentümer Unterstützung und Hilfen von Bund und Ländern“, heißt es in ihrem Aufruf. Bundeslandwirtschaftsministerin Julia Klöckner hatte in den vergangenen Wochen zugesagt, dass sie auf der AMK über die Waldschäden und die Konsequenzen mit den Ländern sprechen wolle. Dabei soll es insbesondere um Fördermaßnahmen zur Anpassung von Wald- und Forstwirtschaft an den Klimawandel gehen, die über das nationale Agrarförderprogramm Gemeinschaftsaufgabe Verbesserung der Agrarstruktur und des Küstenschutzes‘ (GAK) finanziert werden sollen.

Zu Guttenberg räumt AGDW-Vorsitz Ende des Jahres

Die AGDW steht kurz vor einem Wechsel an ihrer Spitze. Phillip Frhr. zu Guttenberg will im nächsten Jahr mit seiner Familie nach Bayern zurückkehren, um sich dort um den Familienbetrieb zu kümmern. Damit wird zu Guttenberg dann auch nicht mehr dem Waldbesitzerverband in Berlin vorstehen. Der AGDW-Präsident betonte, dass ihm diese Entscheidung schwergefallen sei. Er habe „mit Leidenschaft“ die Interessen der Waldeigentümer in Berlin vertreten. Er hat das Amt seit 2010 inne und war zuletzt 2016 in dieser Funktion für eigentlich vier weitere Jahre bestätigt worden. Die Wahl des neuen AGDW-Präsidenten wird aller Voraussicht nach Ende des Jahres stattfinden. Kandidaten für den Präsidentenposten gibt es den Angaben zufolge noch nicht.
 

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