Weltklimarat mahnt, Erderwärmung auf 1,5 °C zu begrenzen

Die Erderwärmung erfolgt schneller und mit schwereren Folgen als bisher angenommen. Zu diesem Schluss kommen die 91 Autoren des am Montag im südkoreanischen Incheon vorgestellten Sonderberichts des Weltklimarats IPCC zum 1,5 °C-Ziel.

Hagelschaden in Mais (Bildquelle: Archiv)

Die Erderwärmung erfolgt schneller und mit schwereren Folgen als bisher angenommen. Zu diesem Schluss kommen die 91 Autoren des am Montag im südkoreanischen Incheon vorgestellten Sonderberichts des Weltklimarats IPCC zum 1,5 °C-Ziel.

"Die globale Erwärmung auf 1,5 °C zu begrenzen, erfordert rasche, weitreichende und beispiellose Veränderungen in sämtlichen Bereichen der Gesellschaft", erklärte der IPCC laut aiz.info am Montag.

Das Papier zeigt einige klare Unterschiede zwischen einer Erwärmung von 1,5 °C und einer von 2,0 °C. Der globale Meeresspiegel würde bis zum Ende dieses Jahrhunderts bei 1,5 °C Erwärmung um 10 cm weniger steigen als bei 2,0 °C, so aiz.info weiter. Um die 1,5 °C-Grenze einzuhalten, sollte laut IPCC-Bericht der weltweite Kohlendioxidausstoß 2020 seinen Höhepunkt erreichen und danach deutlich absinken. Auch müsse bis 2050 Treibhausgasneutralität erreicht sein.

Der Anteil erneuerbarer Energieträger müsste den Wissenschaftern zufolge bis zur Mitte des Jahrhunderts von derzeit etwa 20 auf mindestens 70% ansteigen. Der Anteil der Kohle müsste möglichst auf null, der von Gas selbst in Verbindung mit CO2-Abscheidung auf höchstens 8% sinken. Der Rest würde in dieser Rechnung wohl vorwiegend auf Atomkraft entfallen.

Risiken steigen mit zunehmender Erwärmung exponentiell an

Bis vor einiger Zeit waren viele Experten noch davon ausgegangen, bei einer Erwärmung um bis zu 2,0 °C würden deren Folgen weitgehend kontrollierbar bleiben. In dem neuen Bericht gehen die Klimaforscher jedoch von einem exponentiellen Anstieg der Risiken zwischen den Zielmarken von 1,5 und 2,0 °C aus.

So dürfte die Wahrscheinlichkeit des Auftretens von Extremwetter, wie es einst einmal alle hundert Jahre auftrat, bei 0,5 °C mehr Erwärmung um etwa 50% zunehmen, der Fischfang in tropischen Gebieten dürfte vielerorts zusammenbrechen. Ackerbauerträge dürften um 10 bis 15% zurückgehen und Korallenriffe weltweit verschwinden.

Schriller Weckruf

"Der heutige Bericht des IPCC ist ein schriller Weckruf", meinte Peter Püspök, Präsident des Dachverbands Erneuerbare Energie Österreich (EEÖ). Dass Erneuerbare Energien nicht nur sauber, sondern jetzt auch schon die wirtschaftlich bessere Form der Energienutzung seien, wäre inzwischen weltweit anerkannt. Entscheidend für die Abwendung der Klimakatastrophe sei aber ein hohes Umstiegstempo.

Artikel geschrieben von

Alfons Deter

Redakteur top agrar Online

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Diskussionen zum Artikel

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von Bernd Schmitz

Die Bechsteinfledermäuse

sind schon immer im Hambacher Wald. Sie waren als Rote Liste Art auch der Anlass für spektakuläre Umsiedlungsaktonen. Die Erkenntnis, dass wir mit Industrie nicht einfach alles platt machen können, ist noch jünger als die Genehmigung den Bereich mit den ehemaligen 4100ha Wald auszukohlen.

von Christian Bothe

@Schmitz Ist ja gut,wenn sich Landwirte positionieren.Irgendwann ist die Kohleverstromung ehe nicht mehr rentabel und Tausende Arbeitsplätze verschwinden in Ost und West.Hoffentlich geht‘s beim Hambacher Forst nicht nur um LN...Was mich wundert,ist diese Gerichtsentscheidung und das man nach 12 Jahren Fledermäuse findet...

von Christian Bothe

@Steffek Ich teile zu den AKW‘s Ihre Meinung voll und ganz,befürworte aber einen Energiemix.Dazu gehört halt auch noch die Braunkohle prozentual!Am schlimmsten sähe ich den weiteren Ausbau dieser landschaftsverschandelden Windmühlen und den Folgeproblemen.Gottseidank gibt es mittlerweile viele BI dagegen.

von Gerhard Steffek

Der Rest würde wohl auf Atomkraft fallen -

und was macht Angie? Stampft bei uns die sicheren AKW's ein, läßt uns auch noch kräftig dafür blechen und befeuert weiter die dreckigen Kohlekraftwerke. Wobei hier auch Sigmar Gabriel als Wirtschaftsminister eine unrühmliche Rolle besonders zur Zeit des NRW-Wahlkampfes gespielt hat. Die Franzosen stehen in der Klimabilanz erheblich besser da, aufgrund ihrer AKW's. Ich seh's schon noch kommen, daß wir dann bei denen auch noch Strom einkaufen.

von Bernd Schmitz

Klare Haltung der Landwirtschaft erforderlich

Landwirte protestieren für Kohleausstieg Über ein Dutzend Bauern der AbL-NRW haben am Samstag 6.10.2018 die Demonstration am Hambacher Wald mit ihren Traktoren unterstützt. Hauptforderung sind der Stopp des Kohleabbaus und schnellere Wege hin zu mehr Klimaschutz. Die Bundesregierung wird aufgefordert, sich endlich ausreichend intensiv für die Einhaltung der Klimaziele einzusetzen. Dazu erklärte Gregor Kaiser, Landesvorstandsmitglied der AbL:"Es ist wichtig, dass auch die Landwirte zeigen, dass es so wie bisher in der Energieproduktion nicht weiter geht. Nun muss die Kohlekommission entscheiden, wie lange es noch weiter gehen darf, mit der Klimaaufheizung durch die Braunkohle. Das muss die Konsequenz aus dieser erfolgreichen Großdemo und dem Urteil von Freitag sein. Damit Landwirtschaft in unseren Breitengraden auch noch eine Zukunft hat, in der gute Lebensmittel mit ausreichenden Erträgen die Existenz für bäuerliche Betriebe sichern." An der Demo nahmen ca. 50.000 Menschen teil, viele Familien mit Kindern, Jugendliche und junge Menschen.

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