Weniger Verpackungsmüll bei Lebensmitteln

Umweltministerin Svenja Schulze (SPD) will den Plastikmüll bei der Verpackung von Lebensmitteln reduzieren. Bis zum Herbst will sie dafür mit Handelsketten und Herstellern konkrete und freiwillige Vereinbarungen treffen.

Das kündigte Schulze nach einem "runden Tisch" an in dieser Woche an. "Wir wollen alle gemeinsam, dass Plastikmüll reduziert wird", sagte sie. So sollen Plastik-Verpackungen bei Obst und Gemüse möglichst vermieden und Mehrwegnetze verwendet werden. Schulze sagte, sie sei zuversichtlich, über freiwillige Vereinbarungen schneller voranzukommen als über Verbote.

„Ich habe kein Verständnis dafür, wenn Gurken in Folien eingeschweißt, Obst und Gemüse in Kunststoffschalen abgepackt, immer mehr Wurst und Käse in Verpackungen vorportioniert und Mehrwegflaschen in den Regalen nicht zu finden sind“, sagte Schulze. Sie erwarte von Handel und Herstellern, dass sie sich dazu verpflichten, diese Alternativen flächendeckend einzusetzen.

Am Mittwoch sagten Handel und Hersteller ihrem Ministerium zufolge bereits erste Maßnahmen zu - zum Beispiel die Ausweitung des Angebots an unverpackter Ware und den Einsatz von Mehrwegbeuteln und -netzen. Schulze begrüßte diese Ansätze zum Verzicht auf Kunststoffverpackungen, machte aber auch deutlich, dass ihr die vorliegenden Zusagen noch nicht ausreichten. Der Einzelhandelsverband HDE warnte daraufhin, dass das Einsparen von Verpackungen bestehenden Hygienevorschriften nicht zuwiderlaufen oder zu mehr Lebensmittelabfällen führen dürfe.


Diskussionen zum Artikel

von Martin Hofmann

Ist doch Schizophren

Gleichzeitig wird ein Forschungsprojekt gestartet, um die Verpackungen intelligenter und besser zu gestalten, damit weniger Lebensmittel vernichtet werden? Meist ist die Verpackung sowieso viel teuerer als der Inhalt. Warum werden die Hygienevorschriften bei uns so eng ausgelegt, damit ... mehr anzeigen

von Erwin Schmidbauer

Da wundert man sich

Sonst möchte doch Frau Schulze in der Landwirtschaft alles per Gesetz regeln und verbieten, etwa Glyphosat etc. Und hier setzt man auf freiwillige Vereinbarungen. Warum wohl? Ganz klar, dieses Verbot würde fast die ganze Bevölkerung direkt betreffen und nicht nur eine kleine ... mehr anzeigen

von Willy Toft

Heeres Ziel bei den Hygiene- Vorschriften!

Dann warten wir mal ab, was da die "Freiwilligkeit" bringt! Wer die Plastikmüllberge vor Augen hat, möchte am liebsten alles verbieten.

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