Wenn Banken bange werden Premium

Die ruinösen Milchpreise haben die Kreditvergabe an Milcherzeuger erschwert. Die Banken verlangen häufig spezielle Gutachten. Was dahinter steckt und wie Sie trotzdem an frisches Geld kommen, erklärt Josef Assheuer, Landwirtschaftskammer Nordrhein-Westfalen.

Die ruinösen Milchpreise haben die Kreditvergabe an Milcherzeuger erschwert. Die Banken verlangen häufig spezielle Gutachten. Was dahinter steckt und wie Sie trotzdem an frisches Geld kommen, erklärt Josef Assheuer, Landwirtschaftskammer Nordrhein-Westfalen. Mit 51 Mrd. € Fremdkapital hat die deutsche Land- und Forstwirtschaft im letzten Jahr einen neuen Rekord erreicht. Das Vermögen ist zwar nur zu einem Drittel fremdfinanziert und die Zinsen sind historisch günstig. Dennoch kommt es bei niedrigen Milchpreisen einzelbetrieblich zu erheblichen Finanzengpässen: Die Landwirte überschreiten ihren Kontokorrentrahmen, die Lieferantenkredite steigen und sie können den Kapitaldienst nicht leisten. Spätestens dann ist der Gang zur Bank unvermeidbar. Kreditvergabe verschärft In der Vergangenheit reichte für eine Umfinanzierung oder einen neuen Kredit meist eine einfache Vorausschau. Diese musste unterjährig die Liquiditätsentwicklung für die nächsten drei Jahre darstellen. Wenn dadurch die Kapitaldienstfähigkeit bzw. Liquiditätssicherung erkennbar war und es eine strukturelle und keine individuelle Krise war, gab es in der Regel frisches Geld.Heute sind die Banken vorsichtiger. Der steigende Fremdkapitaleinsatz sowie die höheren Lohnkosten und Pachtzahlungen haben zwar gerade in Wachstumsbetrieben den Anteil der kalkulatorischen Kosten reduziert. Allerdings sind die tatsächlichen Zahlungsverpflichtungen, die sogenannten pagatorischen Kosten, überproportional gestiegen. Milcherzeuger können somit bei niedrigen Preisen schlechter reagieren bzw. sich anpassen. Was ist neu? Geldinstitute wollen und müssen auch künftig mit der Kreditvergabe Geld verdienen. Allerdings haben sie die Anforderungen in den vergangenen Jahren spürbar verschärft. Und das, obwohl der Anteil an tatsächlich erlittenen Kreditausfällen in der Landwirtschaft immer noch nahe Null liegt. So fordern Kreditinstitute bei Finanzierungsgesprächen vermehrt ein Sanierungsgutachten nach IDW S6 Standard (Institut der Wirtschaftsprüfer). Sie begründen das mit den Mindestanforderungen an die Kreditvergabe (MaRisk) der Bundesanstalt für ...

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Hochwald: Festpreis-Angebot von knapp 30 Cent

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Diskussionen zum Artikel

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von Bernd Müller

Herr Zahn

ich denke auch, dass wir voneinander lesen. Aber eines möchte ich trotzdem noch richtig stellen: Ich habe keine Argumente gegen steigende Milchpreise gefunden sondern nach meiner Meinung Argumente wie die Betriebe, die zukunftsfähig sind nachhaltig gut wirtschaften können und der Weg dorthin auch, und vor allem, umsetzbar ist. Gegen bessere Wirtschaftlichkeit gibt es keine Argumente, nur unterschiedliche Meinungen wie das Ziel zu erreichen ist. Auf Wieder-"lesen"

von Matthias Zahn

Herr Müller

Ich akzeptiere ihre Meinung. Sie haben eine Menge an Argumenten gesammelt, die gegen bessere Milchpreise sprechen. Das ist ihr gutes Recht..... Ich hingegen suche lieber nach Argumenten und Lösungsansätzen für höhere Milchpreise! (Was nicht heist, das ich mich in meinem betrieblichen tun darauf verlasse) Und deshalb verabschiede ich mich nun von dieser Diskussion. Bis demnächst. Ich denke wir lesen wieder voneinander......

von Bernd Müller

Herr Zahn

Sie haben mich nach meiner Meinung gefragt. Und es gibt für meine Auffassung nachvollziehbare Gründe die auf marktwirtschaftlichen und wissenschaftlichen Grundlagen beruhen. Wenn Sie anderer Meinung sind ist das OK. Aber akzeptieren doch bitte auch andere Meinungen.

von Matthias Zahn

Sorry Herr Müller,

sie haben es schon wieder getan.... Geht nicht weil...... Jeder Molkerist und jeder Aldi Einkäufer freut sich über diesen Kommentar. Denn von den Bauern die so argumentieren, hat er keine höheren Forderungen zu erwarten. Als Kolumbus den Seeweg nach Indien Richtung Westen suchte, gab es auch viele die sagten, geht nicht weil..... Hätte ihnen vor dreißig Jahren jemand erzählt, dass im Jahr 2018 die Gewinne der Bauern zu 50 bis 100 % aus staatlichen Geldern bestehen und wir dazu ein Kontrollsystem aufbauen werden das immense Kosten verursacht, Sie hätten bestimmt gesagt, geht nicht weil......

von Bernd Müller

und...

Die Milchquote bis 2015 war europaweit und hat auch den Strukturwandel nicht verhindert.

von Bernd Müller

Herr Zahn

Auch auf europäischer ebene wird es nicht anders laufen, im Gegenteil es wird noch problematischer. Lässt sich 1:1 übertragen.

von Matthias Zahn

Deutschlandweite Mengensteuerung!?

DAS ist eine Erfindung des Bauernverbandes! Dies wird immer wieder als Halbwahrheit verbreitet um Stimmung gegen den BDM zu machen, weil die Vertreter des BV noch immer nicht gedanklich auf der europäischen Ebene angekommen sind. ES GIBT KEINEN DEUTSCHEN MILCHMARKT MEHR!!!!! Ich habe es schon oft geschrieben und ich wiederhole mich gerne. Wenn der BDM von Mengenregulierenden Maßnahmen spricht, dann handelt es sich hier IMMER UM EUROPÄISCHE ANSÄTZE! Als weitere Wiederholung! Im BDM sind ausschließlich Milchbauern organisiert, die alle von der Milch leben! Warum sollten wir BDMler also so blöd sein und uns selbst ins Knie schießen? Das kann nur jemand glauben, der sich noch NIE ernsthaft mit den Zielen und Ansätzen des BDM auseinander gesetzt hat.......

von Bernd Müller

Herr Zahn

ich danke Ihnen auch für die anregende Diskussion. Ich bin nicht gegen höhere Gewinne und hohe Preise. Ich bin auch nicht gegen die soziale Marktwirtschaft. Auch ich wäre für einen Markt, der in sich geschlossen ist und wir in Deutschland das Angebot und die Nachfrage selber regeln können. Den haben wir nun leider nicht mehr und ich denke es ist heute auch nicht mehr zeitgemäß. Fakt ist nun mal, und das lässt sich auch nicht wegdiskutieren, wenn wir in Deutschland versuchen das Angebot zu verknappen dann werden Produkte aus dem Ausland nach Deutschland fließen. Früher oder später. Wenn wir eine Mengenbegrenzung einführen, dann wird es Möglichkeiten geben diese zu umgehen, bzw. es wird findige Landwirte geben die diese über Betriebskauf, Pacht oder ähnliches umgehen. Gab es bei der Milchquote auch. Die Folge wären Quotenpachtpreise die wiederum nur derjenige mit den günstigsten Produktionskosten tragen kann. letztendlich wird der Strukturwandel weiter gehen. Das Problem bei den Lösungsansätzen des BDM usw. ist, dass sie einen Preis fordern der nicht dem Marktpreis entspricht. Wir werden auf Dauer den Marktpreis politisch nicht ändern können. Der Ansatz muss sein, dass wir zumindest in Europa die Rahmenbedingungen angleichen und die Mittel der GAP auch tatsächlich den wirtschaftenden Betrieben zu gute kommen und nicht an die Landeigentümer weiter gereicht werden. Dazu gehört z.B. die Wirtschaftswegeförderung, der Ausbau des schnellen Internet, die Risikovorsorge und meinetwegen auch die Förderung von besonderen Umweltschutzmaßnahmen. Auch die Bioproduktion muss ohne Förderung zurecht kommen!

von Christian Kraus

@Zahn 100 Punkte für diesen Kommentar. Volltreffer ;-)

von Matthias Zahn

Herr Müller

Dann sind wir doch noch zusammen gekommen. Abschließend hätte ich noch eine letzte Frage und ich würde mich über eine Antwort sehr freuen. Warum verwenden Sie soviel Energie dafür, alle Argumente die FÜR die Notwendigkeit höherer Milchpreise sprechen zu widerlegen!? Mir passiert das in zahlreichen Diskussionen immer wieder, dass mir Bauern stundenlang Argumente GEGEN höhere Erzeugerpreise liefern aber kein einziges das ihre eigenen Interessen höherer Gewinne unterstützen würde. Vielen Dank für die angeregte Diskussion!

von Bernd Müller

Herr Zahn

ja habe ich. Daraus muss ja auch noch die eigene Ak entlohnt werden. also ohne ( exklusive) der Kosten für die eigene Arbeit

von Matthias Zahn

Herr Müller

Sie hatten EXKLUSIVE Eigenentlohnung geschrieben...... um 08.05 Uhr

von Bernd Müller

Herr Zahn

jetzt noch einmal für Sie: +25% haben gehabt: 183,1 Kühe mit 8983 Kg ECM. Kalkulatorisches Betriebszweigergebnis: 1,99 Cent zzgl. Lohnansatz BetriebsAK 3,98 Cent entspricht 5,97 Cent x 1644787 Kg = 98193 Euro Entlohnung für die eigene AK inklusiv kalk. Betriebszweigergebnis (Quelle Rinderreport Sh 2017). Und nochmals für Sie: habe nie gesagt, dass der Milchpreis langfristig für alle Betriebe auskömmlich ist! Bitte lesen Sie meine Kommentare richtig!

von Matthias Zahn

Anmerkungen

Nach der Auswertung die mir vorliegt sind es bei den besten 25%, 4,12 ct je ECM also 65000 Euro exklusiv Arbeitskosten und inkl entkoppelte Betriebsprämie. Aber das ist jetzt Erbsenzählerei. Gut sie haben recht, ich gebe mich geschlagen! Es gibt Betriebe die auch in schlechten Jahren Gewinne erwirtschaften! Dann ist ja alles in Butter und wir können uns entspannt zurück lehnen. Solange wir (jedes Jahr!?!) zu den 25% besten gehören, Flächen für 400 Euro pachten können, keine Wetterextreme oder Milchkrisen daher kommen, die Düngeverordnung maßvoll bleibt, die Prämien nicht sinken, wir gesund bleiben und mit 42000 Euro (30000 für die Ehefrau) Bruttoentlohnung zufrieden sind.......

von Bernd Müller

Im übrigen

Ich habe nie von Super Gewinnen gesprochen. Beachtliche Gewinne bringt für mich nur zum Ausdruck, dass es Betriebe gibt, die unter diesen relativ schlechten Preisen auch noch zurecht kommen. Und diese werden langfristig nun mal den Markt bestimmen...

von Bernd Müller

Herr Zahn

Die besten 25% haben in 2017 mit 180 Kühen und 9000 Liter abgeliefert einen kalkulatorischen Gewinn exklusive Eigenentlohnung von 6 Cent je Liter erwirtschaftet = ca 100000 netto . Natürlich kommen sehr viele Betriebe mit dem Milchpreis nicht zurecht. Aber im Schnitt der Jahre war der Preis höher und wird wohl auch wieder ansteigen. Was meinen Sie wohl , was diese Betriebe machen werden, wenn der Preis dauerhaft auf eine Höhe von größer 40 Cent steigt, wie vom BDM gefordert. Sie werden weiter wachsen. Macht ja auch Sinn. Wir werden den Strukturwandel nicht durch einen künstlich hochgehaltenen Preis aufhalten können. Mal ganz abgesehen davon, dass es marktwirtschaftlich nicht umzusetzen sein wird

von Matthias Zahn

Rinderspezialberatung

Im übrigen kalkuliert die Rindespezialberatung inkl. Nebenerlösen mit über 35 ct je erzeugtem kg Milch..... wenn man bei der durchschnittlichen Kuhzahl von 185 Kühen der besten 25% noch 200 Euro Risikovorsorge für Wetterextreme ansetzt wars das mit dem positiven Ergebnis..... SOVIEL ZU DEN SUPERGEWINNEN BEI 30 CT MILCHPREIS!!!!

von Matthias Zahn

@ Herrn Müllers Ehefrau

Sehr geehrte Frau Müller, hier die Berechnung ihres Arbeitslohnes welchen ihr Ehemann für sie als ausreichend hält. 2500 €/Monat (Annahme Rinderspezialberatung 30000€/Jahr) abzügl. Alterskasse, priv. Vorsorge und Krankenvers. Ca. 500 Eur. (Vereinfachte Annahmen) Bleiben ca. 2000 netto. Bei einer wöchentlichen Arbeitszeit von 50 Stunden (Kochen, waschen der Arbeitskleidung mit einger.) gönnt ihnen ihr Gatte ca 9 Euro pro Stunde. Also etwas mehr als der Mindestlohn. Herzlichen Glückwunsch zu so viel Fürsorge!

von Matthias Zahn

Rinderspezialberatung 2016/17

Milchleistung -317 kg, Kalk. Betriebszweigergebnis -4,06 ct, im Durchschnitt der Betriebe bei einem Jahresgehalt für den Betriebsleiter von 42000 € (Brutto wohl gemerkt bei 60-70 Std. wöchentl. Arbeitszeit) und der kalk. Annahme von 400€/ha Pacht. Die mitarbeitenden Familienangehörigen dürfen nur 30000 € Brutto verdienen! (Bei uns gibt es eine Firma die Walzen baut, da Arbeiten die Leute 35 Std/Woche und haben ca. 30000 € NETTO!!) ABER: Die besten 25% Betriebe kommen auf +1,99 ct Kalk. Betriebszweigergebnis. Sicher sehr gut geführte Betriebe, da kommt der Betriebsleiter dann auf eine bessere Entlohnung. Legt man aber vergleichbare Löhne, Pachten und Risikomanagement an, kämen auch diese Betriebe nicht mehr auf ein positives Ergebnis. Fazit: Man muss die Auswertung mit ihren Lohn-, Pacht- und sonstigen Ansätzen nur richtig anlegen. So dass am Ende immer 25 % herauskommen, die auf dem Papier noch Geld verdienen und schon gibt es genug Leute, wie auch den Herrn Müller, die dann behaupten alles in Ordnung, ihr seid nur zu blöd! In meinen Augen ist das Schönfärberei und das ignorieren der tatsächlichen Rahmenbedingungen!

von Hans Nagl

Die Bombe für viele Betriebe.

Das große Erwachen würde eintreten wenn die Preise für Ackerland fallen würden. Dan würden über Nacht viele Kredite gekündigt.

von Bernd Müller

Frau Kienberger

Die Bank, die „Gewinne nachschießt“ nennen Sie mir mal bitte. Hier in SH sind es aber die Betriebe, die mit den 30 Cent Grundpreis zurechtkommen den Landpachtpreis bestimmen. Sie müssen sich nur mal die Ergebnisse der guten Betriebe der Rinderspezialberatung anschauen...

von Matthias Zahn

51 Mrd Fremdkapital

Davon ist ein guter Teil dem "Fit for Quotenausstieg" zuzurechnen. Was das ist? Bauern investieren mehrere 100000 Euro, Pachten zu horrenden Preisen und stellen Arbeiter ein, weil sie genau wissen, das sie nach dem Quotenausstieg weniger Geld für ihre (zusätzlich erzeugte) Milch bekommen. Und langsam wird den Banken auch klar, dass sie der Milchindustrie, mit ihrem Traum vom grenzenlosen Weltmarkt genauso auf den Leim gegangen sind wie die Milchbauern.

von Christian Kraus

Ob der Milchpreis nicht vielleicht doch steigen sollte wenn den Banken auch schon bange wird? Wer meint mit 30 Cent "beachtliche Gewinne machen" zu können der sollte vielleicht noch mal in die Schule gehen und rechnen lernen.

von Karl-Heinz Mohrmann

Ziel des DBV und des MIV sind große hoch verschuldete Milchviehbetriebe. Zum Leben zu wenig zum sterben zu viel. So kann man dauerhaft die niedrigsten Milchauszahlungspreise auszahlen. Die hoch verschuldeten Betriebe können nämlich nicht mehr die Produktion einstellen. Selbst wenn sie es wollten.

von Oswald Steinle

Die einzigen die daran verdienen ....

Waren / sind / und werden zukünftig immer nur die Banken und verpächter sein. Zehn oder auch zwanzig Jahre lang brav die Zinsen bezahlen und wenn es dann ans verdienen geht müssen die ersten Anlagen (fahrsilo,güllelager,melksysteme,stalleinrichtungen etc.) Erneuert werden. Das bedeutet die nächsten Investitionen sind fällig und man ist mit seinem Betrieb sein ganzes Leben lang im Risiko. Wer in Zeiten von ausufernden Schulden und zinslosem Geld so etwas nicht kritisch hinterfragt sondern immer noch der Meinung ist, er müsste nur effizienter und gröser werden dann würde er schon wieder was verdiene ist am Ende selber schuld.

von Rita Kienberger

Mit 30 Cent beachtliche Gewinne machen?

Wenn laufend von der Bank nachgeschossen wird,kann "man" beachtliche Gewinne machen! Die Bauern als Unternehmer sind "so super-gut",da kann "man" sogar seinen Betrieb erweitern. Bei soviel "super-gut" braucht "man" ein Sanierungsgutachten. Logisch!

von Matthias Zahn

@ Müller

Sich auf die Politik zu verlassen ist kein guter Rat für einen Unternehmer. Die Politik aber aus ihrer Pflicht zu entlassen auch nicht.

von Matthias Zahn

@ Schmidbauer

Ich gebe ihnen vollkommen Recht. Es wird immer wichtiger, VOR einer Investition eine knallharte Analyse vorzunehmen ob ein Neubau z.B. sinnvoll ist. M.E. würde ich einem Betrieb nur eine Investition empfehlen wenn ALLE Parameter top sind. TOP Standort, billige (Familien) Arbeitskräfte, wenig Fremdkapital, günstige Pachtpreise, TOP Management. GERADE die Milchviehhaltung befindet sich gerade in einem knallharten Verdrängungswettbewerb. Ohne Änderung der Rahmenbedingungen werden annähernd 50 Prozent der Milcherzeuger in den nächsten zehn Jahren aufgeben (müssen). Und das werden nicht nur die mit Anbindeställen sein.... Wir werden auch eine neue "Qualität" von Aussteigern bekommen. Früher hörte man mit den Kühen beim Generationswechsel einfach auf. In Zukunft werden Betriebe die bereits Investiert haben aufhören und mit Restschulden einen Neuanfang hin bekommen müssen. Oder die Molkerei steigt ein und "hilft".....

von Bernd Müller

Herr Schmidbauer

ich kann Ihnen nur zustimmen. Man sollte sich nicht immer auf die Politik verlassen. Jeder Landwirt ist auch Unternehmer. Dazu gehört eine vernünftige Krisenvorsorge und Liquiplanung. Trotzdem kann ein Unternehmen auch mal in eine Schieflage geraten, mit der aber auch offensiv umgegangen werden muss. Natürlich kann man sagen: „den Banken und der Autoindustrie wurde auch geholfen“ . Halte ich auch für falsch. Nichtsdestotrotz kann es sinnvoll sein Betriebe in Extremsituationen wie z.B. Totalausfall durch Hochwasser oder wirklich extremen Schaden durch die Dürre( 50% und mehr) zu unterstützen. Das die Milchwirtschaft in Deutschland ihre Berechtigung verliert würde ich nicht sagen. Es gibt gerade in Norddeutschland viele erfolgreiche Betriebe, die auch bei einem Milchpreis um die 30 Cent beachtliche Gewinne erwirtschaften. Für diese Unternehmen ist es ökonomisch oft auch richtig die Produktion zu erweitern.

von Erwin Schmidbauer

Nur die Politik?

Herr Zahn, guter Ansatz. Aber liegt es allein an der Politik? Muss die Landwirtschaft vielleicht erkennen, dass die Milchwirtschaft in Deutschland aus wirtschaftlichen Gründen langsam ihre Berechtigung verliert? Dass Stallneubauten nicht mehr in die wirtschaftlichen Gegebenheiten passen? Der Markt reguliert sich hier auch selbst: zu viel Angebot lässt die Preise verfallen, Investitionen lohnen sich nicht mehr. Vielleicht ist das bei den Landwirten noch nicht so richtig angekommen, weil man viel zu sehr an seinem Betrieb und seinem Konzept hängt, was einem "knallharten Unternehmer" eigentlich widerspricht.

von Steffen Hinrichs

Demnächst kommen noch physiologische Gutachten hinzu

Damit man abschätzen kann wie leistungsfähig wir noch sind ,oder ein Burn-out bevorsteht ! Wir sind schon weit hin und wie Herr Zahn schreibt ,es muß sich jetzt mal was ändern .

von Matthias Zahn

Die Zeichen der Zeit erkennen

Sollte dieser Artikel nicht bei jedem die Alarmglocken klingeln lassen!? Ein eindeutigeres Indiz für die zunehmende Schieflage in der Milchwirtschaft! Es wird Zeit dass sich in der Milchpolitik schnellstens was ändert......

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