Westfälische Bauern wollen Abwasserpilze stoppen

Die Bauern und Angler in Westfalen wollen ab sofort gemeinsam die Entstehung und Verbreitung von Abwasserpilzen in den Oberflächengewässern der Region verhindern. Dies ist das zentrale Ergebnis eines Treffens von Verantwortlichen aus Landwirtschaft und Angelsport letzte Woche in Münster.

Die Bauern und Angler in Westfalen wollen ab sofort gemeinsam die Entstehung und Verbreitung von Abwasserpilzen in den Oberflächengewässern der Region verhindern. Dies ist das zentrale Ergebnis eines Treffens von Verantwortlichen des Westfälisch-Lippischen Landwirtschaftsverbands (WLV) und des Fischereiverbands NRW (FV NRW) letzte Woche in Münster. Beide Verbände verständigten sich darauf, innerhalb ihrer Mitgliedschaft über das Thema aufzuklären und ein konkretes gemeinsames Vorgehen bei der Ursachenbekämpfung abzustimmen. 
 
„Der Schutz der heimischen Gewässer liegt auch in der Verantwortung der Landwirtschaft. Wir sind daher entschlossen, an der Aufklärung der Situation umfassend mitzuwirken und die Dinge, wo sie nicht in Ordnung sind, abzustellen. Hierzu gehört die Zuweisung von Verantwortlichkeiten auf der Basis und nach sorgfältiger Auswertung von Fakten. Vorverurteilungen einzelner Betriebe oder gar der ganzen Branche auf der Basis von Vermutungen lehnen wir dagegen ab“, sagte WLV-Hauptgeschäftsführer Werner Gehring nach dem Meinungsaustausch. 
 
„Nur gemeinsam mit den Landwirten können wir eine nachhaltige Verbesserung unserer Gewässer erzielen. Dazu muss das Bewusstsein hergestellt werden, dass unerlaubte Einleitungen massive Schäden in den Gewässern anrichten und nicht geduldet werden. Nicht nur die Lebewesen im Wasser geraten in Gefahr, sondern auch das Schutzgut Wasser wird beeinträchtigt. Daher begrüßen wir die Bereitschaft des Landwirtschaftsverbands zur Kooperation und werden deren Vertreter beim Wort nehmen“, kündigte Dr. Michael Möhlenkamp, Geschäftsführer des Fischereiverbands NRW an.
 
In den letzten Wochen war aus verschiedenen Regionen von Westfalen-Lippe das verstärkte Auftreten von Abwasserpilzen in Bächen und Vorflutern gemeldet worden. Bei der vorläufigen Erforschung der Ursachen waren unsachgemäße Einleitungen von Nährstoffen in der Nähe von landwirtschaftlichen Betrieben entdeckt worden.
Diese Zufuhr von Nährstoffen könnte die Erklärung dafür sein, dass es in mehreren betroffenen Flussläufen zu der Ausbreitung von Abwasserpilzen und in dessen Folge zu einem Absterben von Fischen und Fischnährtieren sowie dem Überwachsen des Bodengrunds durch die lebensfeindlichen Bakterien gekommen war. 

Hintergrund:
Landwirtschaft womöglich schuld an Abwasserpilzen in Westfalen (29.1.2016)