Aktionsbündnis

„Wir haben es satt!“ übt massive Kritik an CDU-Agrarpolitik

Das kritische Bündnis startet mit Protest und Forderungen ins neue Jahr. In der Agrarpolitik der letzten Jahre sehen sie eine „Bruchlandung“. Bauernverbände kritisieren das Bündnis.

Normalerweise marschieren zur internationalen Grünen Woche tausende Demonstranten durch Berlin und fordern die "Agrarwende". Das Bündnis „Wir haben es satt!“ (WHES) vereint mehr als 60 Landwirtschafts- und Naturschutzorganisationen, darunter die Arbeitsgemeinschaft bäuerliche Landwirtschaft (AbL) und viele Bioverbände, um gegen Gentechnik, Pflanzenschutzmittel und Tierhaltung zu demonstrieren. Der große Protestmarsch kann in diesem Jahr nicht stattfinden, daher organisiert das Bündnis unter dem Motto „Agrarindustrie abwählen – Agrarwende lostreten“ eine Fußabdruck-Aktion. Demonstranten könne ihren Fußabdruck nach Berlin senden, der stellvertretend für sie vor dem Kanzleramt präsentiert wird. Die Bauernverbände kritisieren „Wir haben es satt!“: Der Bauernverband aus Schleswig-Holstein findet etwa, dass das Bündnis mit seinen Forderungen die heimische Landwirtschaft demontiert.

Agrarpolitik der CDU: „Bruchlandung“

Mit Kritik an der aktuellen Agrarpolitik in Deutschland und Europa spart das Aktionsbündnis nicht: Die Reform der Gemeinsamen Agrarpolitik (GAP) erklären die Aktivisten noch vor ihrem Abschluss für gescheitert, das Handelsabkommen der EU mit dem Staatenblock Mercosur halten sie für eine „Bankrotterklärung in der Klimakrise“. Auch in der nationalen Agrarpolitik lief aus Sicht der Kritiker vieles falsch. Die WHES-Kampagnenleiterin, Saskia Richartz, stellt vor allem der CDU ein vernichtendes Urteil aus: „Die CDU stellt seit über 15 Jahren den Landwirtschaftsminister. Diese Agrarpolitik ist geprägt von Führungsschwäche, Perspektivlosigkeit und einer Abkehr von Reformen.“ Für Richartz stelle das eine „agrarpolitische Bruchlandung“ dar.

Wahlkampthema Nummer eins

Richartz forderte auf einer Pressekonferenz zur WHES-Protestaktion: „Der agrarpolitische Wechsel muss zur Wahlentscheidung werden.“ Ihre wichtigsten Forderungen für das Superwahljahr 2021 fassen Anhänger des Bündnisses in einem 5-Punkte-Plan zusammen:

1. „Höfesterben stoppen – Umbau der Landwirtschaft anpacken!“

Das Bündnis fordert etwa eine zielorientierte Förderung durch die zukünftige GAP statt flächenbezogener Subventionen. Außerlandwirtschaftliche Investoren sind den Aktivisten ein Dorn im Auge. Für sie fordert WHES einen erschwerten Zugang zu Ackerland.

2. „Artgerechte Tierhaltung jetzt – Billigfleisch-System stoppen!“

Für die Tierhaltung wünschen sich die WHES-Aktivisten eine umfangreiche Reform. Die Vorschläge der Borchert-Kommission seien ein guter erster Schritt, so die WHES-Sprecherin Richartz. Leider gingen die Vorschläge aus ihrer Sicht noch nicht weit genug. Es brauche in Deutschland eine drastische Reduktion der Tierbestände.

3. „Weniger Fleisch – mehr Klimaschutz!“

Eine solche Reduktion fordert das Bündnis auch zur Bekämpfung des Klimaschutzes. Umsetzen will WHES dies durch eine deutlich höhere Flächenbindung an den Tierbestand. Unser „immenser Fleischhunger“ schade dem Klima, so die Aktivisten in ihren Forderungen. Daher brauche es neben der Agrar- auch eine Ernährungswende.

4. „Pestizidausstieg anpacken – Gentechnik stoppen!“

Der Insektenschutz ist für WHES ein „Brennpunktthema des Versagens“. Die Aktivisten wollen einen schnellen Glyphosat-Ausstieg und die zügige Umsetzung der Reduktionsziele des EU Green Deal. Gentechnische Methoden lehnt das Bündnis pauschal ab.

5. „EU-Mercosur-Abkommen stoppen – Handel fair gestalten!“

Laut dem Aktions-Bündnis verursacht eine exportorientierte Landwirtschaft zu viele Umweltschäden. Das ist einer von vielen Gründen, warum sie das Freihandelsabkommen mit dem südamerikanischen Staatenblock Mercosur anlehnen. Von der EU verlangen die Aktivisten eine Abkehr von Doppelstandards: Den Import von genverändertem Soja, dessen Anbau in der EU nicht zugelassen ist, oder den Export von in der EU verbotenen Pflanzenschutzmitteln in Drittstaaten halten die Aktivisten für schädlich.

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Diskussionen zum Artikel

von Willy Toft

Wer soll da wen enteignen, oder wie soll das gehen?

Da wird die Abschaffung der Landwirtschaft, in ihrer jetzigen Form gefordert! Da haben betriebe sich entwickelt, investiert, und sich hoch verschuldet. Hier versucht ein Komplott, alles was war, infrage zu stellen! Die Umstellung auf Bio, ist aber auch nicht Lösung, weil Deutschland denn ... mehr anzeigen

von Rudolf Rößle

Ich

würde es begrüßen, wenn eine Machbarkeitsstudie zu regionalem Einkauf gemacht wird, die den LEH ausschließt. Wie wollen die Kunden den Direktkauf massiv stärken?

von Fritz Gruber

Diese

Ökosozialisten wollen doch nichts anderes als vorhandenes Vermögen Umverteilenauf Kosten derer die die letzten Jahre gut gewirtschaftet haben Leben auf Kosten der Allgemeinheit ist Kommunismus pur ein No Go für jeden Grundstückseigentümer

von Gerhard Steffek

Ich versteh's nicht -

ich verstehe es nicht, daß ausgerechnet die ABL bei diesen Fanaten da mitmarschieren. Was will die ABL? Sehen die nicht, daß, wenn diese WHES-Fanaten mit der konventionellen Landwirtschaft fertig sind, dann sie dran sind. Denen ist es doch nie genug! Gemäß dem Satz: "Ein böser Mensch ... mehr anzeigen

von Eike Bruns

Wie ist es mit fakten?

Nehmen wir mal ausgewählte Selbstversorgungsgrade tierischer und pflanzlicher Produkte, die Daten des BML und Internet. Ei 72 % Ente ca. 55 % Pute ca 78 % Gänse ca.18 % Schaf Ziege 38 %, Schwein 112 % Rind 98 %. Weiß und Rotkohl 115 % Sellerie 90 % der Rest von Tomate über Rosenkohl ... mehr anzeigen

von Gerhard Steffek

Zitat Lenin -

es ist schlimm, nicht sehen zu können. Aber nicht sehen zu wollen, daß ist schlimmer! __ __ Da möchte ich sagen: Gegenüber diesem Bündnis hat ein Blinder noch Augen.

von Kurt Brauchle

Wiedersprüche?

Höfesterben stoppen, höhere Flächenbindung an die Tierhaltung, drastische Reduzierung der Tierbestände, das ist dann wohl die Quadratur des Kreises.

von Heinrich-Bernhard Muenzebrock

Agrarreform

Eine Agrarreform, wie sie das Bündnis "Wir haben es satt" anstrebt kann auch genau das Gegenteil von dem was man erreichen möchte erreichen!!. Wenn unsere moderne Landwirtschaft qualitativ hochwertige und nachhaltige Ware anbietet, kann man doch nicht irgendwelchen Ideologien hinterher ... mehr anzeigen

von Konrad Meyer

Schreckensherrschaft

In der Ära Künast (2000 - 2005) hatten wir den stärksten Strukturwandel und den geringsten Zuwachs bei Biobetrieben in den letzten Jahrzehnten.

von Heinrich Albo

Gut das wir bisher nicht auf diese Gruppen

gehört haben !!!! Der Corona Impfstoff basiert auf Gentechnik!!! Die moderne Landwirtschaft sorgt dafür dass überhaupt so viele Menschen ernährt werden können. Ihnen das Fleisch essen zu verbieten ist jenseits der Realität und ungesund .

von Max Schmalzbauer

Wer sich ständig wendet dreht sich im Kreis

Dieser Satz stammt vomdamaligen EU Agrarkommissar Franz Fischler zu den Wendeforderungen von Renate Künast und ist immer noch aktuell. Die "wir haben es satt" Akteure üersehen einfach die Bedingungen globalisierter Märkte. Wer glaubt die deutsche Landwirtschaft in einen Streichelzoo ... mehr anzeigen

von Joachim Löber

Wir haben es satt

Die langjährige CDU/CSU Agrarpolitik hat uns Bauern zu Almosenempfängern gemacht. Wir wurden zu Investitionen mit Fördergelder verleitet die uns heute rote Gebiete bescheren. Der Nährstoffbedarf der Pflanzen wurde einfach erhöht somit konnte mehr Gülle ausgebracht werden. Die ... mehr anzeigen

von Hans Spießl

Ja richtig

aber dieser Weg ist Falsch - die Politiker und Verantwortlichen haben im Grunde nicht die geringste Ahnung absolut kein Gespür für Pflanze und Tier daher kommen ja die Extreme. Weil da einige wenige Gegenden Nährstoffüberschüsse haben müssen ... mehr anzeigen

von Wilhelm Grimm

"GRÜN" ist eine Religion,

mit denen kann man nicht diskutieren.

von Leon Blitgen

Grün

Grün ist keine Religion! Grün ist Verbrechen!!

von Christian Bothe

WHES mein Kommentar vor 3Tagen dazu...

Mittlerweile ziemlich lächerlich, was NGOs u.a.da vorführen...Agrarwende usw. braucht kein Mensch, weil die Bauern sich schon täglich „wenden“ müssen und das seit Jahren nachhaltig tun!

von Hubert Dabbelt

Whes

Diese Organisation ist doch nur eine PR Gruppe der Grünen, kein Wunder dass sie jetzt auf Wahlkampfmodus gehen.

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