Niederlande

Schouten: „Wir müssen im Düngerecht noch was tun“ Plus

Die Niederlande streben den Umbau zur Kreislauflandwirtschaft an. Agrarministerin Schouten hat dafür eine ehrgeizige Strategie. Im Interview mit topagrar erläutert sie, was das für Landwirte bedeutet.

top agrar: Die Niederlande wollen Vorreiter in der Kreislauflandwirtschaft werden. Was steckt hinter Ihrer Strategie?

Schouten: Wir wollen die Landwirtschaft bestmöglich auf die zukünftigen Herausforderungen vorbereiten. Ziel ist es, wieder stärker in Kreisläufen zu arbeiten. Das gilt für die Fütterung, Düngung, Pflanzenschutz und viele andere Bereiche. Da gibt es noch viele ungenutzte Potenziale.

Wie viel Zeit nehmen Sie sich dafür?

Schouten: Unsere Strategie geht bis zum Jahr 2030.

Was soll das bringen?

Schouten: Das steigert die Effizienz der Landwirtschaft, reduziert die Umweltwirkungen, verbessert die Bodenqualität, senkt die Emissionen und hat Vorteile für die Biodiversität und beim Klimaschutz. Im Idealfall ist die Kreislauflandwirtschaft eine Win-win-Situation für die Landwirte und die Gesellschaft.

Wie wollen Sie Ihre Strategie umsetzen?

Schouten: Wichtig ist, dass sich der Kreislaufgedanke in der gesamten Gesellschaft durchsetzt, in der Wirtschaft, beim Verbraucher und beim Handel. Auch unsere Gesetze und Regeln gehen noch nicht alle in Richtung Kreislaufwirtschaft. So ist die Düngegesetzgebung ist in den Niederlanden noch nicht völlig passend für das, was wir erreichen wollen. Das gibt es für mich noch etwas zu tun. Wenn wir in den Niederlanden die Standards anheben, müssen wir den Landwirten dafür aber auch faire Preise bezahlen. Sonst ist es für sie unmöglich, so zu produzieren.

Wie wollen Sie das schaffen?

Schouten: Darüber diskutieren wir bei uns derzeit sehr intensiv. Der Druck auf die Landwirte ist hoch. Sie müssen viele Auflagen einhalten und bekommen dafür zu geringe Preise. Deshalb wollen wir ihre Stellung in der Lebensmittelkette stärken.

Was kann die Regierung dazu beitragen?

Schouten: Erstens wollen wir Zusammenschlüsse fördern. Bei den Verhandlungen mit den Verarbeitern und dem Handel sind Erzeugerzusammenschlüsse immer stärker als der Einzelne. Zweitens müssen wir die Transparenz auf den Märkten verbessern. Wir haben ein Informationsportal für die Milchbranche gestartet. Dort gibt es eine Beschwerdestelle, bei der sich Produzentenorganisationen melden können, wenn sie den Eindruck haben, dass bei den Kontraktverhandlungen höhere Standards nicht ausreichend vergütet worden sind. Wir prüfen dann, ob das zutrifft und vermitteln.

Ist die Verringerung der Tierbestände auch Ziel Ihrer...

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Die niederländische Agrarministerin Carola Schouten hat ein Strategiepapier vorgelegt, in dem sie den Wechsel zu einer kreislauforientierten Agrarwirtschaft bis zum Jahr 2030 vorschlägt. Die...


Diskussionen zum Artikel

von Gerhard Steffek

@Burkhard Krueger

"Kreislauflandwirtschaft gibts nicht" wollte ich auch schon schreiben. Solange es den Menschen als störenden Faktor gibt, gibt es keine Kreislaufwirtschaft. Jeder Mensch enthält ca. 650 gr Phosphor, weshalb die Friedhöfe wahre "Nährstoffsenken" für Phosphor sind. Bezogen auf ca. 8 ... mehr anzeigen

von Burkhard Krueger

Kreislauflandwirtschaft gibts nicht!

Kreislauflandwirtschaft ist "boden"loser Blödsinn. Auch bei den Biobetrieben. Mit allen Produkten die verkauft werden gehen dem Betrieb auch die Nährstoffe verloren. Egal ob Fleisch, Milchprodukte, Getreide, Kartoffeln, Gemüse oder anderes. Auch durch das Haustierfutter. Es sei denn ... mehr anzeigen

von Egge Mansholt

Der Gülletourismus

würde sich bei der Kreislaufwirtschaft erledigen. Grundsätzlich bin ich für die Kreislaufw., aber dann müssen alle mitspielen. Teilweise setzen einige Betriebe es um als Gemischtbetrieb. Das größte Problem sehe ich bei den Erzeugerpreisen. Der LEH und die Verbraucher müssen schon ... mehr anzeigen

von Heinrich-Bernhard Muenzebrock

Gülletourismus

Die Holländer mögen wohl auf dem richtigen Weg sein, aber mich stört der Gülletourismus der Niederlande nach Deutschland. Wir haben in unserem Land schon genügend Probleme mit unserem Gülleanfall. Aber es sind einige, die auf Kosten anderer an diesem Geschäft verdienen!!.

von Gerd Uken

In den Niederlanden liegt man

Z.Zt. 7-8% unter ihrer P Quote! Degoration gibt’s auf Antrag und nur für bestimmte Betriebe. Die Molkereien geben die Vorgaben u. die hörigen Bauern setzen es um... Wir schaffen u s noch selber ab

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