Wissenschaftler legen Beschwerde ein gegen GVO-Bohne Intacta

Das Europäische Netzwerk kritischer Wissenschaftler ENSSER legt zusammen mit anderen Organisationen bei der Europäischen Kommission offiziell Beschwerde gegen die EU-Zulassung einer neuen gentechnisch veränderten Sojabohne der Firma Monsanto ein.

Das Europäische Netzwerk kritischer Wissenschaftler ENSSER legt zusammen mit anderen Organisationen bei der Europäischen Kommission offiziell Beschwerde gegen die EU-Zulassung einer neuen gentechnisch veränderten Sojabohne der Firma Monsanto ein. Die Pflanze soll unter dem Markennamen „Intacta“ vor allem in Brasilien angebaut und als Futter- und Lebensmittel nach Europa importiert werden, teilen die Kritiker mit. Sie produziert laut Monsanto ein Insektengift und ist unempfindlich gegenüber Glyphosat (Roundup).
 
Die Europäische Kommission hatte die Bohne Ende Juni für die Verwendung in Futter- und Lebensmitteln zugelassen , ohne dass die Risiken zuvor ausreichend untersucht worden waren, bemängeln die Wissenschaftler von ENSSER, die vor dem Europäischen Gerichtshof klagen wollen, falls ihre Beschwerde zurückgewiesen wird.
 
„Die EU-Lebensmittelbehörde EFSA winkt die gentechnisch veränderten Pflanzen in einem vereinfachten Prüfungsverfahren durch und die EU-Kommission versagt bei der Kontrolle. Hier wird eklatant gegen geltende EU-Bestimmungen verstoßen“, so Christoph Then von Testbiotech. Die Beschwerde solle die EU-Kommission und die EFSA dazu bewegen, dem Schutz von Verbrauchern und der Umwelt endlich mehr Gewicht zu geben. Die EU-Kommission habe nicht, wie vorgeschrieben, die Überwachung möglicher gesundheitlicher Auswirkungen nach der Marktzulassung verlangt. (ad)

Hintergrund:
Erste gentechnisch veränderte Bt-Sojabohne in der EU zugelassen (10.7.2012)

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Artikel geschrieben von

Alfons Deter

Redakteur top agrar Online

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