Meinung

Wut und Wandel - Neuer Tiefpunkt zwischen Bauern und Politik? Premium

"Es mangelt nicht an Abgrenzung, sondern an Annäherung. Es fehlt nicht Schärfe, sondern Streitkultur", bewertet top agrar-Chefredakteur Matthias Schulze Steinmann das Verhältnis von Bauern und Politik

Das Verhältnis von Landwirten und Politik war auch in der Vergangenheit nicht frei von Schrammen. Und doch drängt sich der Eindruck eines neuen Tiefpunktes auf: 86% der top agrar-Leser werten das jüngst auf den Weg gebrachte Agrarpaket der Bundesregierung als „Kuhhandel auf Kosten der Bauern“.

Von Flensburg bis München rammen Landwirte grüne Kreuze als Mahnzeichen an Politik und Gesellschaft in den Ackerboden. Und bei der Landtagswahl in Sachsen hat bei den Landwirten an erster Stelle eine Partei abgeräumt, die nicht nur Grenzen schließen und den Euro abschaffen möchte – sondern in Teilen die demokratische Grundordnung infrage stellt.

Die gute Nachricht in der schlechten lautet, dass mit dem Agrarpaket aus höherer Umschichtung, Insektenschutz und Tierwohllabel endlich Entscheidungen bei zentralen Fragen herbei geführt werden. Die schlechte...

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Diskussionen zum Artikel

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von Gerd Schuette

Unsere niederländischen Kollegen geben ihrer Regierung gerade die richtige Antwort.

von Matthias Zahn

Annäherung statt Abgrenzung?

Zur Annäherung gehört auch das eigene Tun zu hinterfragen und selbstkritisch zu sein. Ebenso braucht es Empatie für die Situation des Gegenübers. Und ich behaupte jetzt mal, dass es da auf beiden Seiten noch nachholbedarf gibt! Außerdem braucht es zur Annäherung ausgeglichene Machtverhältnisse, damit man sich auf Augenhöhe begegnen kann. Ist nämlich ein Partner stärker, diktiert dieser auf welchen Niveau man sich überhaupt annähern kann. Und derzeit sind bestimmt nicht wir Bauern die stärkeren Partner.......

von Wilhelm Grimm

Berufsverbände ?

AbL findet diesen Unfug ganz toll.

von Willy Toft

Lassen wir uns das bieten , es wird in 2- 3 Jahren eine andere Landwirtschaft sein!

Es wird ein Strukturbruch geben, wir werden die Kosten nicht mal mehr im Ansatz schaffen können, weil Ertragseinbußen, höhere Kosten, Verbote von PSM, Erhöhung des Tierwohl`s ohne Gegenleistung, Investitionskosten bei der Umsetzung von Gesetzen auch ohne Gegenleistung, und alles ohne echten wissenschaftlichen Hintergrund, denn die Volksmeinung wünscht es, sagt die Regierung!! Der Klimaschutz trägt außerdem zur Kostenerhöhung bei! Das alles soll man der Regierung nicht klar machen können?? Wer diese Musik bestellt muss sie auch bezahlen! Wir sind im Wettbewerb mit der "Welt", denn viel mehr gibt es nicht, als was die Neuseeländer für ihre Agrar- Produkte bekommen! Wer will das nicht begreifen? Ich erwarte ein unermüdliches Vorgehen der Berufsverbände, denn hier steht die Regierung in der Verantwortung!!

von Claus Mahnken

Zitat: Bert Brecht

Das Du dich wehren sollst ,wenn Du nicht untergehen willst,das muß du doch einsehen.

von Claus Mahnken

Kopf hängen lassen NEIN

Wie soll man sich annähern ,wenn man nicht herangelassen wird.Wie soll man streiten ,wenn man nicht gehört wird . Am Donnerstag habe im Sat1 "scobel ",die Sendung über den Regenwald verfolgt .Was dabei heraus kam ,wie immer ,der Fleischverzehr ist schuld an den Brandrodungen .Natürlich der in Deutschland, denn in China wird die Sendung nicht ausgestrahlt .In jeder Sendung über Landwirtschaft (sind selten)die Scobel moderiert wird zum Schluß der hohe Fleischverzehr für die Übel Klimaveränderung,Trinkwasserverschmutzung,Insektensterben,Tierquälerei usw verantwortlich gemacht.Ich habe nach einer dieser Sendungen mit einer E-Mail an die Redaktion die Sachlage aus meiner fachlichen Sicht und durch Zahlen faktisch erklärt ..Positiv war, die haben geantwortet mit, Bleiben Sie kritisch. Ich werde mich nicht verstecken.Ich werde reden.Ich werde schreiben.Bert Brecht:Das Du dich wehren sollst,wenn Du nicht ungehen willst , daß muß Du doch einsehen.

von Johann Schneider

Liebe Berufskollegen

An euren Kommentaren sieht man, dass der Autor ins Schwarze getroffen hat

von Siegfried Weicker GbR

Sachkundenachweis für Journalisten !

Das würde die Hetze gegen uns Landwirte beenden,denn die meisten Journalisten würden die Sachkunde nicht nachweisen können und müssten ihren Beruf aufgeben !

von Steffen Ehrlich

Schwach

Ein ganz, ganz schwacher Kommentar. Da fragt man sich schon, ob man den Verfasser weiter mit seinem Geld für das Abo bezahlen soll. Schwach, wirklich schwach.

von Stefan Lehr

Weckruf

Sehr geehrter Herr Schulze Steinmann. Mit Interesse habe ich Ihren Artikel gelesen und am Ende fiel mir Karl Valentin ein: "Moegen ham' mer uns scho trauen, aber woll'n hammer net duerfen." Ich kann Ihre Sicht der Dinge in vielerlei Hinsicht leider ueberhaupt nicht teilen. die Landwirte sitzen mitnichten in einer "Schmollecke", aber bei dem taeglichen Frust und der Verhoehnung durch Politik und NGOs ist es kein Wunder, dass die Gespraeche auf diesem Niveau gefuert werden. Loesungsansaetze sind massenhaft aus den verschiedensten Richtungen der Praxis und der Wissenschaft gekommen. Sie wurden fast ALLE ignoriert! Wozu also soll mit der "Gegenpartei" gesprochen werden, wenn sie doch nicht zuhoeren WILL?? Berlin und Bruessel sollen Antworten liefern. Da gebe ich Ihnen vollkommen recht, aber dazu bedarf es vorher eines Zuhoerens und einer sachlichen Analyse mit den Sparten der Land- und Forstwirtschaft. Es ist nicht ausreichend mit neuen Projekten (siehe Herrn Aeikens) und Subventionsprogrammen zu kommen, wenn die Zukunft nicht fuer die nachfolgende Generation gesichert dargestellt werden kann. Die Land- und Forstwirte haben Konzepte, diese hatten sie schon immer, aber wenn Rechtsbeugung (Stalleinbrueche, etc.) legitim werden, das Wort von Ministern morgen Null-und-Nichtig ist, dann greifen auch solche Konzepte nicht mehr. Es ist ein Dialog gefragt, ganz klar, aber auf Augenhoehe und mit einem gegenseitigen Verstehen-Wollen!! Wenn die Klima-, Umwelt- und Tieraktivisten, Vegetarier und Veganer, sowie die Politik an ihrer starren Verhaltensweise festhalten, dann wird es nicht zu diesem Dialog kommen. Auf kleinser Ebene funktioniert es, aber leider nicht darueber hinaus - warum? Weil Ideologie, Wahlergebnisse und Profitgier einzelner dem entgegen stehen. Sicherlich gibt es auch den einen oder anderen Sturkopf in den Reihen der Landwirte, aber im Vergleich zur anderen Seite verschwindend gering. WIR sind bereit fuer den Dialog und WIR haben Konzepte und reale Vorstellungen. Entgegen Ihren Ausfuehrungen bedarf es eher eines Weckrufes an Politik, NGOs und Nichtagrarier.

von Erwin Schneiderbauer

Beisse nie die Hand die dich füttert!!

Ich sage, jetzt muss es richtig zur Sache gehen, denn dass was hier geschieht, ist DIEBSTAHL! Das beste , was man mit diesen sogenannten Fachleuten tun könnte, ein Loch in den Hinterkopf bohren und ihre hohlen Birnen als Nistkasten verwenden, Nistmaterial ist schon in Form von Stroh vorhanden......

von Henrik Plaas-Beisemann

Herr Schulze Steinmann

Dieser Kommentar hilft nicht weiter. Tatsächlich hat Joachim Rukwied ein mehr an Kooperation im Naturschutz angeboten. Ich glaube er heißt demnächst nicht mehr Joachim sondern F.R.A.N.Z. so oft bringt er das Thema in die Öffentlichkeit. Die meisten der Landes- und Kreisverbände bearbeiten das Thema mit der gleichen Ernsthaftigkeit. Schutzgebiete wie das VGS Hellwegbörde sind da entstanden, wo Bauern mit dem Naturschutz die Wiesenweihenpopulation geschützt haben. Das fällt den Soester, Unnaer und Paderborner Landwirte jetzt auf die Füße. Die Angebote der Bauern gibt es, sie werden nur mit Füßen getreten. Da zynische Ergebnis ist: Wer dafür sorgt, dass keine schützenswerte Art in der Nähe ist, dem droht auch kein Ungemach durch Frau Klöckner und Frau Schulze. Da ist es durchaus zu verstehen, dass die Bauern mehr als sauer sind.

von Willy Toft

Wenn alles Spitz auf Knopf von der Regierung umgesetzt wird, plus der noch zu erwartenden .....

Nachbesserungen, dann haben wir die totalitäre Überwachung auf Kosten der Landwirtschaft! Die Kosten liegen so hoch, und mit den zu erwartenden Minder- Erträgen, dass einen ökonomische Bewirtschaftung in DE nicht mehr gewährleistet ist! Wir können eigentlich nur noch Berlin dicht machen, um mal zu sehen, wie lange es gut geht, denn zu verlieren haben wir nach dem ganzen Desaster nichts mehr!

von Gerhard Steffek

Setzen sechs!!

Ich habe gestern den Artikel schon in der Printausgabe gelesen und mußte mich da schon fragen: "Was soll das?" Was soll dieser Kommentar? Für mich ist er so was von daneben, daß es schon weh tun muß. Hier wird wieder einmal nur der Landwirt als der Buhmann hingestellt. Der soll aus seiner Schmollecke raus, nicht Scharfmachen. Sicherlich kann sich der Landwirt mit breitem Kreuz hinstellen, denn er kann tatsächlich mehr, aber was hilft es? "Es kann der Bravste nicht in Frieden leben, wenn es dem bösen Nachbarn nicht gefällt", kann man hier nur sagen. Geht es auf die Dauer weiter, dann trifft hier ein Wort Goethes den Nagel auf den Kopf: "Getretener Quark wird breit, nicht stark", bzw. letztendlich heißt es dann "Viele Hunde sind des Hasen Tod". Letztendlich kommt auch so manche Maus dann noch auf den Gedanken das Angriff die beste Verteidigung ist. Da heißt es dann halt mal doch "Scharfmachen".

von Rudolf Rößle

Hand in Hand

würde es so laufen, können wir mit berechtigten Einschränkungen leben. Bedenken und Überprüfungen müssten die Landesregierungen schon hinnehmen und nicht nur Brüssel das vorlegen ,was sie sehen wollen. Stemmen sich die Länder gegen die Volksbegehren... wir werden sehen ob nicht nur anstehende Wahlerfolge zählen.

von Andreas Schröder

Armes Deutschland

Alles Vaterlandsverräter!!!!!

von Wilhelm Grimm

Stunde der Scharfmacher?

Herr Schulze-Steinmann hat immer noch nicht verstanden, dass die Scharfmacher in den Reihen des BMU, der UBA, der Umweltverbände, der landwirtschaftlich völlig ungebildeten Volksbefragungsaktivisten und grosser Teile der Medien zu finden sind. Die unkoordiniert vorgetragenen"Lieb-Kind" Reaktionen unserer Agrarverbände müssen endlich Vergangenheit sein. Angriff ist die beste Verteidigung..

von Dr. Willi Billau

Raus aus der Schmollecke?

Sie haben nicht die geringste Ahnung, was wir Bauernverbände an Anstrengungen unternommen haben, um die Politik zu überzeugen. Wir haben zig Anläufe unternommen, haben mit hunderten Proben beweisen wollen, dass unser Grundwasser sauber ist, haben seit 10 Jahren Ursachenforschung gefordert und sind immer nur abgewiesen worden. Oft hat man Verständnis geäußert, aber dann war es auf einmal der Koalitionspartner, der die Sache scheitern ließ. Wir in Lampertheim, die Gemeinde mit dem größten Gemüseanbaugebiet Hessens liegen total im roten Gebiet, genauso wie die gesamte Riedschiene. Unsere Naturschutzgebiete durften in Absprache landwirtschaftlich genutzt werden, das ist, wenn das Klöckner/Schulze Papier durchgeht, unmöglich. Wir verlieren mehrere hundert Hektar in Starkenburg. Hinzu kommt eine Ausgleichsfläche von 2.000 ha für den Ausbau der BAB 67 und die ICE-NBS FfM-Mannheim. Wir haben in jahrelanger Kleinarbeit Handelsbeziehungen aufgebaut, wie sollen wir die denn bedienen? Von Schmollecke kann keine Rede sein, wenn ein Berufsstand nach guter fachlicher Praxis arbeitet und ihm Stück für Stück die Produktionsgrundlage entzogen wird? Wenn man nur noch das Gefühl hat, verarscht zu werden, wenn man bei bisher guter ökonomischer Betriebslage sich Sorgen um die Zukunft seiner Kinder machen muss? Wir sind keine schmollenden Kinder, wir sind ein entsetzter, stolzer Berufsstand. Eins will ich Ihnen versprechen, wir werden Kämpfen und zusammenrücken! Willi Billau Regionalbauernverband Starkenburg

von Klaus Fiederling

Wir haben die Erde nicht von unseren Vorfahren geerbt, sondern von unseren Kindern geliehen ( Häuptling Sitting Bull)

Werter Herr Schulze Steinmann, die heutigen Landwirte sind keine freien Unternehmer mehr, mittlerweile ist diese Spezies leider zu Planwirten degradiert. // Wie positioniert sich aktuell unser Bauern-Sprachrohr!? Wo bleiben die Visionen, die Analyse zu einem ursächlichen Zuviel, das niemand braucht, niemand haben will!? Unsere Generation erliegt schlussendlich dem Irrglauben an ein ewiges Wachstum; die Vergangenheit zeigt, dass es dies noch nie gegeben hat und auch nie geben wird. // Was braucht unsere Gesellschaft, unsere Natur, unser Klima? - Gerade wir Bauern können mehr! - Wir Bauern können Zukunft! // Ein Drittel unserer Äcker ermöglichte uns problemlos eine Produktion dessen, was bald unverkennbar ein Mangel sein wird, ein solcher schon ist, wo man allzu bereit war und ist, dafür erbitterte Kriege zu führen. Die Menschheit kann heute genauso wenig ohne Energie leben wie ohne Nahrungsmittel. Fossile Energie ist mega-out, das Problemfeld Nummer EINS(!), der Unheilsbringer für unser Klima. Zwei alternative Energieformen stehen uns nach jetzigem Kenntnisstand in überreicher Fülle zur Verfügung: Sonnenenergie und Erdwärme. Es gibt mehr als genug Pflanzen, um erstere in einer effizienten Mehrfachnutzung auf unseren Äckern wachsen lassen zu können. Diesen im eigentlichen ganz simplen Spagat bekommt man auch angesichts einer zwischenzeitlich erkannten Dringlichkeit zu massiven Veränderungen hin nicht gebacken; nicht in Reihen der NGOs, unserer Verbände, der Wissenschaft, der Politik. In bloßen Ablenkungsmanövern für eben selbige Hilflosigkeiten setzt man die tumben Bauerntore allenthalben auf unsere gesellschaftliche Anklagebank, lässt über deren Köpfen fröhlich das Knüppelchen tanzen. Wer kann es den Bauern mithin übel nehmen, dass diese in eine destruktive Schockstarre verfallen!? // Im Wald wird die vorstehend angedachte Mehrfachnutzung durch die Menschheit schon seit jeher -seit „Menschengedenken"- betrieben, warum ist dies also auf unseren Äckern noch immer nahezu undenkbar!? Eben sämtliche Fortschrittsverhinderer werden zwischenzeitlich von den eigenen Nachkommen, unserer Jugend, medial gnadenlos zur Rechenschaft gezogen - mit Verlaub zu Recht!

von Annette Eberle

Annäherung !

Die aktuelle Regierung hat die Landwirtschaft bei der DüV. ( Auswahl Messnetz ) betrogen . Jetzt werden Wir durch den Insektenschutz , PS-Verbote in Schutzgebieten enteignet. Diese Politik verursacht nur Vorschriften und Kosten , und zur Nahrungsmittelversorgung werden Wir dann bei Freihandelsabkommen noch verkauft. Solchen Leuten kann man sich nicht annähern !!!

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