Ökolandbau Ziel

Niedersachsen schafft 30 % Biolandwirtschaft bis 2030 nicht

Die künftige Bundesregierung peilt einen Anteil von 30 % Ökolandbau bis 2030 an. Niedersachsen hält das für unrealistisch und arbeitet eher am 15 % Ziel.

Die Ampel-Koalition will bis 2030 einen Öko-Anteil von 30 % an der landwirtschaftlichen Anbaufläche in Deutschland erreichen. Das hat sie in ihrem Koalitionsvertrag fest geschrieben. Wie die "Neue Osnabrücker Zeitung" (NOZ) berichtet, sollen regional aber deutlich niedrigere Zielwerte möglich sein.

Niedersachsens Umweltminister Olaf Lies (SPD) sagte dem Blatt mit Blick auf den bislang sehr niedrigen Anteil der Bio-Landwirtschaft in seinem Bundesland: "30 % bis 2030 zu erreichen wäre unrealistisch."

Als Zielsetzung für Niedersachsen hätten daher weiter die 15 % Öko-Landwirtschaft Bestand, auf die sich Politik, Umweltverbände und Landwirtschaft im sogenannten "Niedersächsischen Weg" geeinigt hätten. "Das ist zu schaffen", betonte Lies, der für die Sozialdemokraten an den Koalitionsverhandlungen teilgenommen hatte. Für Gesamtdeutschland sei das 30-Prozent-Ziel glaubwürdig, es träfen sich "politische Ambition und pragmatischer Realismus", so Lies weiter.

Grünen-Politikerin Renate Künast kündigte im Gespräch mit der "NOZ" an, dass verschiedene Bausteine dafür sorgen sollen, dass der Anteil der Bio-Landwirtschaft bis 2030 deutlich steigt. So soll es beispielsweise in den Kantinen öffentlicher Einrichtungen wie Krankenhäusern oder Universitäten eine Bio-Untergrenze geben. Künast sagte: "Hier wollen wir den Anteil regional und ökologisch erzeugter Lebensmittel deutlich erhöhen - auf mindestens 30 %." Der Staat werde hier seine Nachfragemacht nutzen. "Die Landwirtschaft wird in Zusammenarbeit mit den Kantinen mitziehen", sagte Künast voraus.


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