Baden-Württemberg

Zellstoff aus Stroh

Im Mannheimer Zellstoffwerk Waldhof wird neben Holz und Altpapier jetzt auch Weizenstroh als nachwachsender und regionaler Rohstoff für die Papierherstellung verwendet.

Baden-Württembergs Landwirtschaftsminister Peter Hauk informierte sich im Zellstoffwerk von Essity in Mannheimüber einen weltweit einzigartigen Prozess, bei dem Zellstoff aus Weizenstroh gewonnen wird. Für den Aufbau der neuen Produktionsanlage hat Essity insgesamt 40 Mio. € investiert und 2.100 Arbeitsplätze gesichert. Am Standort in Mannheim können ab Herbst 2021 bis zu 35.000 t Strohzellstoff pro Jahr hergestellt werden.

Erster Schritt hin zur Rohstoffwende

Die Landesregierung von Baden-Württemberg will das Land bis zum Jahr 2040 klimaneutral aufstellen. Hierfür müsse neben der Ausgestaltung der Energiewende auch eine Rohstoffwende hin zu erneuerbaren und kreislauffähigen Rohstoffen und Materialen vollzogen werden, betonte Hauk.

Die Nutzung von Zellstoff und die dabei anfallenden Nebenströme böten viele weitere Anwendungsmöglichkeiten, die fossil-basierte Produkte ersetzen könnten. So könne das anfallende Lignin beispielsweise für die Herstellung von Bioplastik, als Bindemittel für Tierfutter und Dünger oder als Zuschlagstoff bei der Herstellung von Zement verwendet werden.

„Wir sehen hier in Mannheim bei einem Traditionsunternehmen im Bereich der Bioökonomie, welch großes Innovationspotenzial bioökonomische Prozesse und Wertschöpfungsketten noch bieten. Hier werden regionale Reststoffströme aus der Landwirtschaft auf äußerst klimaschonende Weise zu bio-basierten Produkten des täglichen Bedarfs veredelt. Mit Blick in eine klimaneutrale Zukunft, eröffnet die Nutzung der anfallenden Nebenströme eine Vielzahl weiterer Anwendungen, auf die wir nicht
verzichten können“, so der Minister nach seinem Besuch.


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