Bleiben Stickstoffdünger vorerst teuer?

Harnstoff, KAS und Co. haben sich seit Jahresbeginn nochmals deutlich verteuert. Woran das liegt, analysiert der Marktexperte und Gründer des agrarfaxes, Jan Peters.

Das Jahr 2020 dürfte Landwirten als das Jahr mit historisch niedrigen Preisen für stickstoffhaltige Dünger in Erinnerung bleiben. So kostete Kalkammonsalpeter (KAS) im vergangenen Sommer in Teilen von Norddeutschland zeitweise nur noch rund 160 €/t frei Hof.

Viele Händler und Landwirte deckten sich damals zu den günstigen Konditionen ein. Sich frühzeitig Dünger für die erste und zweite Gabe der Vegetationsphase 2021 zu sichern, war im Nachhinein die richtige Entscheidung. Selbst der Vorkauf des kompletten Bedarfs dürfte sich gelohnt haben, wie sich inzwischen zeigt.

N-Dünger deutlich verteuert

Die Stickstoff-Düngerkurse haben über den Winter spürbar angezogen: Harnstoff (mit Urease-Inhibitor) kostete im Sommer 2020 in Norddeutschland meist knapp über 250 €/t frei Hof (übrige Regionen siehe Tabelle). Im Februar 2021 verlangte der Handel teils mehr als 400 €/t! Und auch dabei handelte es sich in der Regel noch um Mischkalkulationen mit teilweise noch günstig eingekaufter Ware. Für Harnstoff aus Neueindeckungen verlangten Anbieter zuletzt nochmals deutlich mehr. Bis zu 410 €/t sollte „neuer“ Harnstoff zuletzt frei Hof kosten.

Vor allem die stark gestiegenen Kurse für Harnstoff ziehen auch die Preise für die übrigen Stickstoffdünger mit: Ende Februar 2021 kostete KAS wieder verbreitet um 220 €/t (netto, frei Hof). Diese Kurse waren allerdings ebenfalls noch Mischpreise mit günstig eingekaufter Ware. Bei Neueindeckung waren Mitte März 2021 bereits cif Binnenhafen rund 250 €/t KAS fällig. Frei Hof mussten Landwirte damit verbreitet rund 265 €/t KAS berappen. Der deutliche Preisanstieg bei den Stickstoffdüngern hat mehrere Ursachen:

  • Vor allem die gestiegene Nachfrage Indiens nach Harnstoff wird immer wieder als wesentliche Ursache für diese Entwicklung genannt. Rund 20% höher als im Vorjahreszeitraum liegt der Bedarf des Landes im laufenden...