Der Rekordexport stützt die Milchpreise

Um ihre Produktionskosten zu decken, brauchen Milchviehhalter bessere Erlöse. Es gibt Indizien dafür, dass es mit den Erlösen in der zweiten Jahreshälfte wirklich aufwärts geht.

Zugegeben: Der Milchmarkt startete sehr stabil in das Jahr 2021. Unter anderem haben die sehr guten internationalen Exportchancen für Milchpulver und andere Produkte die Milchpreise gestützt. Vor allem der Export nach China sorgte ab dem Frühjahr für eine positivere Stimmung und leicht anziehende Erzeugerpreise. Allerdings sind auch die Produktionskosten gestiegen, z.B. die Zukaufpreise für Milchleistungs- und Eiweißfuttermittel – teils sogar stärker als die Milcherlöse. Unterm Strich ist die finanzielle Situation vieler Betriebe also immer noch angespannt. Was bringt die zweite Jahreshälfte?

Milchmenge stagniert

Die Milchanlieferungen an die deutschen Molkereien liegen zumeist unter dem Vorjahresniveau. Hier zeigt sich der voranschreitende Strukturwandel. Im Mai 2021 wurden in Deutschland nur noch 55829 Milchkuhhalter gezählt (-4,3% gegenüber Vorjahr), die 3,89 Mio. Milchkühe hielten (-1,9%). Die inländische Milcherzeugung liegt bislang unter der letztjährigen und trifft zudem auf eine rege inländische Nachfrage. Das reicht aber für größere Preissprünge nach oben nicht aus. Denn die Erlöse bei uns hängen auch davon ab, was sich in puncto Angebot und Nachfrage weltweit tut.

Das US-Landwirtschaftsministerium (USDA) gibt im jüngsten Bericht zum internationalen Milchmarkt hinsichtlich des Angebotes für 2021 Entwarnung: Die Milchproduktion der führenden fünf Exporteure (siehe Übersicht 1) wird demnach im Vergleich zum Vorjahr um moderate 1% zulegen:

  • Der größte Exporteur – die EU (laut dem USDA aus statistischen Gründen in der Analyse noch inkl. Großbritannien) produzierte zu Jahresbeginn zwar deutlich weniger Milch als zwölf Monate zuvor. Dann wurde die Lücke kleiner, und im weiteren Verlauf könnte die Vorjahreslinie sogar leicht überschritten werden. Insgesamt soll 2021 die Milchmenge der EU um 1% steigen.
  • Die USA liegen ebenfalls auf dem zuvor prognostizierten Kurs und werden die Milcherzeugung ausbauen. Ursache sind nach Meinung der Analysten vor allem die gestiegenen Erzeugererlöse. Für das laufende Jahr wird eine Steigerung der US-Produktion um 2% auf rund 103,5 Mio. t Milch erwartet.
  • Neuseeland kommt auf ein Plus von 2% Milch. Der Rückgang der Kuhzahlen kann durch die Leistungssteigerung mehr als...