Feilen Sie an Ihrer Vermarktung! Premium

Beim Verkauf von Getreide und Raps ist Strategie gefragt. Wenn Sie ihre Mengen z.B. dritteln, fahren Sie oft nicht schlecht, meint Bernd Irps, Marktexperte der LWK Schleswig-Holstein.

Seit Brüssel die Agrarmärkte dem freien Spiel von Angebot und Nachfrage überlässt, nehmen die Preisschwankungen zu. Viele Betriebsleiter machen sich deshalb Gedanken über ihre Vermarktungsstrategie:

  • Wann ist der beste Zeitpunkt für den Verkauf von Getreide, Raps usw.?
  • Sind die traditionellen Verkaufsstrategien (z.B. ein Drittel ex Ernte zu verkaufen, ein weiteres bis Dezember und den Rest später) überholt?
  • Machen mehr Vorkontrakte Sinn?
  • Kann man durch die Terminbörsen gleichzeitig die Vermarktung optimieren und die Risiken minimieren?
  • Oder soll man mehr Risiken eingehen, um höhere Erlöse zu erzielen?

Jedes Jahr ist anders:

Leider gibt es auf die oben genannten Fragen keine Antworten, die für alle Betriebe, alle Regionen und alle Erzeugnisse gleichermaßen gelten. Was heute richtig erscheint, kann schon morgen falsch sein. Jede Saison ist anders, denn es gibt eine Vielzahl von Einflussfaktoren.

Das Wetter, das selbst Experten kaum für mehr als fünf Tage vorhersagen können, spielt z.B. eine entscheidende Rolle bei der Preisentwicklung für Ackerfrüchte. Vieles hängt davon ab, wie groß die Ernte ausfällt und welche Qualitäten gedroschen werden.

Daneben sorgen aber auch politische Maßnahmen wie Einfuhrzölle bzw. andere Restriktionen oder Exportsubventionen für nicht vorhersehbare Preis-ausschläge. Die Märkte sind überdies nicht mehr regional eingrenzbar, der Weltmarkt wirkt sich direkt auf die Preisbildung bei uns vor Ort aus. Wer das im Auge behalten will, muss das Geschehen stetig beobachten.

Es gibt z.B. Preisinformationen von top agrar (www.topagrar.com/markt; vgl. Kasten auf Seite 149) und anderen Anbietern. Das „große Ganze“ erkennt man am besten, wenn man die Notierungen von Terminbörsen verfolgt. In Europa ist dies vor allem die Euronext Paris, also die (alte) Matif.

Wichtiger Indikator:

Die Börsennotierungen reagieren normalerweise schnell auf neue Gegebenheiten. Das verbessert die Transparenz der Preisentwicklung. Börsen neigen allerdings zur Übertreibung, denn dort wird auf Preisveränderungen gewettet. Deshalb fallen die Ausschläge zumindest zeitweilig stärker aus als es eigentlich angemessen wäre. Wenn man das berücksichtigt, kann man sich anhand der Kursverläufe durchaus Gedanken über neue Vermarktungsstrategien machen.

Auf den ersten Blick lassen die Kurse der letzten Jahre kaum Rückschlüsse auf stetig wiederkehrende Verläufe zu. Aber bei genauerer...

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