Getreideernte 2020: Diese Kontrakte ergeben Sinn Plus

Wer sich vor Preisdruck in der Ernte schützen will, muss sein Getreide entweder einlagern oder Vorkontrakte abschließen. Bei welchen Preisen lohnt sich das? Und wie vermeidet man Fallstricke?

Ein Drittel vor der Ernte, ein weiteres bis November/Dezember und den Rest kurz nach dem Jahreswechsel: Normalerweise fahren Landwirte mit dieser klassischen Vermarktungsstrategie nicht schlecht. Sie umgehen so den üblichen Angebots- bzw. Preisdruck während der Ernte, sichern aber mit dem teilweisen Vorverkauf trotzdem ihre Liquidität, z.B. um im Herbst Dünger und andere Betriebsmittel bezahlen zu können. Die große Frage ist allerdings: Wann ist der richtige Termin für Vorverträge, welcher Preis ist attraktiv und welcher nicht und worauf sollte man bei den Konditionen unbedingt achten?

Ernte 2020 schon im Visier

Bei vielen Landwirten hielt sich die Begeisterung für Vorkontrakte zur Ernte 2020 bislang in Grenzen, berichten Beobachter. Dies ist der Spekulation auf ansteigende Erlöse geschuldet. Hinzu kommt, dass etliche Betriebsleiter noch mit der Vermarktung der Ernte 2019 beschäftigt sind und deshalb keinen „Kopf“ für 2020 haben.

Das bestätigen auch die Erhebungen des Statistischen Bundesamtes für Ende 2019. Demnach lagerten Erzeuger und Händler in Deutschland z.B. rund:

  • 7,75 Mio. t Weizen (+11% gegenüber Ende 2018),
  • 3,16 Mio. t Gerste (+22%),
  • 1,45 Mio. t Mais (+14%),
  • 0,74 Mio. t Triticale (+25%) und
  • 0,72 Mio. t Roggen (+68%).

Ein Teil dieser Vorräte dürfte zwar schon per Kontrakt gebunden sein, dem Spotmarkt also nicht mehr zur Verfügung stehen. Dass die greifbaren Mengen größer sind als vor einem Jahr, bezweifeln die meisten Beobachter aber nicht. Daran ändert auch die Tatsache nichts, dass der Löwenanteil vermutlich schon beim Handel lagert.

Bis zum Beginn der nächsten Ernte wird sich an der auskömmlichen Versorgungslage vermutlich nicht viel ändern. Im Gegenteil: Brüssel geht davon aus, dass die nächste Saison EU-weit mit volleren Silos starten wird. Insgesamt sollen Anfang Juli 2020 noch Überhangbestände von ca. 56,5 Mio. t vorhanden sein, also 21% mehr als im Vorjahr. Kräftige Steigerungen erwartet die Kommission z.B. bei Weizen und Gerste, fast schon sprunghafte bei Roggen und Triticale (siehe Übersicht 1).

Dass diese Prognose...

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