GVO-frei: Welle rollt weiter Premium

Die Handelskette Kaufland profiliert sich neuerdings mit GVO-freiem Rindfleisch. Der Verbraucher will das so, heißt es. Die Schlachter sind hingegen wenig begeistert.

Bei Geflügelfleisch und Milch ist das Label „ohne Gentechnik“ im deutschen Lebensmittelhandel schon fast Standard. Beim Rindfleisch ist das Siegel hingegen weiterhin eher die Ausnahme. Das könnte sich nun ändern, denn die Handelskette Kaufland möchte, dass das grüne Logo künftig auch auf vielen Rindfleisch-Verpackungen klebt. Ist das realistisch, und was haben Rinderhalter eigentlich davon?

Kaufland prescht vor.

Seit Oktober finden Verbraucher im Fleischregal von Kaufland Hackfleisch und Burger mit dem Siegel „ohne Gentechnik“. Das zur Schwarz-Gruppe gehörende Unternehmen verkauft als erste größere Handelskette solche Rindfleisch-Produkte im gesamten Bundesgebiet. Nachdem bereits Geflügel- und Milchprodukte mit diesem Merkmal erfolgreich verkauft werden, wolle man nun die Lücke im Bereich Rotfleisch schließen, heißt es. „Die Kunden fragen verstärkt Artikel ohne Gentechnik nach“, erklärt Ralph Dausch, der den Bereich Fleischwaren Kaufland leitet. Sie sollen aber weiterhin die Wahl zwischen konventionell und gentechnikfrei haben. Es sei ein zusätzliches Angebot, mit dem der Großflächendiscounter „nachhaltig stabile Umsätze“ machen – sprich Marktanteile ausbauen möchte. Ob das gelingt, bleibt abzuwarten. Für Kaufland war die Einführung der neuen Produkte jedenfalls „vielversprechend“.

Bedeutung für Branche gering:

Auf der roten Seite spürt man diesen „Aufbruch“ allerdings noch nicht. „Noch ist GVO-freies Rindfleisch ein (Mini-) Nischenprodukt. Die Mengen liegen im niedrigprozentigen Bereich“, erklärt ein Sprecher der Vion, dem Unternehmen mit den meisten Rinderschlachtungen in Deutschland. Bei Westfleisch bestätigt man immerhin, dass die Nachfrage nach Tieren aus GVO-freier Fütterung leicht zulegt. Eine große Rolle spielt es aber auch...

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Artikel geschrieben von

Andreas Beckhove

Redakteur Markt

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