Jetzt kommts auch auf die Qualität an

Je näher die Ernte rückt, desto mehr geraten die Notierungen für Gerste, Weizen und Co. unter Druck. Es werden allerdings immer noch stolze Preise ausgelobt. Zuschlagen oder abwarten?

Achterbahnfahrt: Wüchsige Witterungsbedingungen in wichtigen Anbauregionen setzen die Getreidekurse unter Druck, Meldungen über Starkregen, Hagel, Dürre usw. geben ihnen wieder Auftrieb. Teils wechseln die Preise sogar mehrmals am Tag die Richtung. Kein Wunder, dass selbst erfahrene Marktkenner immer noch nicht sicher sind, ob die Preise schon auf dem Ernteniveau liegen oder nicht. Und auf die Fragen, wie es preislich weitergeht und ob sich Lagern lohnt, bekommt man nur ausweichende Antworten.

Die Kurse für Gerste, Weizen und Co. sind zwar zuletzt saisonbedingt gesunken. Trotzdem werden selbst in Überschussregionen auch jetzt noch Erzeugerpreise ausgelobt, von denen Landwirte in früheren Jahren nur zu träumen wagten. Genau deshalb stecken Erzeuger jetzt in der Zwickmühle: Sie könnten zwar zeitnah ihr Getreide zu attraktiven Konditionen vermarkten – vorausgesetzt, die Preise sacken in der Ernte nicht plötzlich und vor allem kräftig ab. Man würde dann allerdings nicht profitieren, falls die Preise im weiteren Saisonverlauf so deutlich steigen wie 2020/21. Darüber ärgern sich etliche Raps- und Getreideanbauer nach wie vor. Droht diese Gefahr erneut?

Fakt ist: Vorerst kann niemand mit Gewissheit sagen, welche Richtung die Getreide- und Ölsaatenpreise im weiteren Saisonverlauf wirklich einschlagen werden. Landwirte sollten attraktive Offerten nicht kategorisch ablehnen.

Das Angebot wird größer

Sollten sich die jüngsten Ernteprognosen auch nur annähernd bestätigen, wird das Angebot bei uns und in vielen anderen Regionen deutlich zunehmen....