Reportage

Niedersächsische Winzer-Pioniere

Familie Meyer hat bei Lüneburg knapp 2 ha Weinreben gepflanzt. Trotz des norddeutschen Wetters werden sie aus den angepassten Rebsorten qualitativ hochwertigen Wein erzeugen können.

Der Thomasburger Ortsteil Wiecheln (Kreis Lüneburg) ist ein kleines niedersächsisches Bilderbuchdorf: Pflasterstraße, rote Klinkerhäuser, alte Eichen. Der eingezäunte Weingarten hinter Hans-Jürgen Meyers (68) Haus überrascht – hier betreibt jemand ein ausgefallenes Hobby. Der Wein soll für Familie Meyer eine ernstzunehmende Einkommensalternative werden, das zeigt sich, wenn man hinterm Garten aufs Feld tritt: Auf rund 1,7 ha ehemaligem Kartoffelacker stehen seit 2018 rund 2500 Weinreben. Weitere 2600 Pflanzen sind im Frühjahr hinzugekommen.

Bei unserem Besuch Ende Mai fallen vor allem die zahllosen Pfähle und Drahtreihen auf sowie der Schutzzaum um die Anlage. Die Reben selbst muss man suchen, Spätfröste haben in diesem Frühjahr die bereits ausgetriebenen Pflanzen schwer geschädigt. „Damit ist klar, dass die Pflanzen 2019 nicht so groß werden, wie sie sollen“, erklärt Hans-Jürgen Meyer. Trostpflaster: „Bis der...