Quotenende: Kommt jetzt die Bruchlandung? Premium

Am Zuckermarkt wird es ungemütlich. Die erste Kampagne ohne Quote bringt deutlich mehr Rüben und wohl auch schlechtere Preise. Denn der Weltmarkt schwächelt deutlich. top agrar hat sich in der Branche umgehört.

Es ist wie die Ruhe vor dem Sturm: Während Rübenanbauer und Verarbeiter in der EU noch die guten Zuckerpreise genießen, stürzen die Preise vor den Toren der Gemeinschaft regelrecht ab (siehe Übersicht 1). Weißzucker am Weltmarkt war zuletzt 40% günstiger als die EU-Ware. Mit dem Quotenende zum 1.10. haben sich die Schleusen zum Weltmarkt aber geöffnet (s. Kasten S. 148). Der Außenschutz bleibt zwar. Aber die EU-Zuckerunternehmen wollen künftig mehr exportieren und bringen so den Weltmarktpreis zu uns. Was heißt das für den Rübenanbau in Deutschland?

Produktion steigt:

Deutsche Anbauer steigerten die Rübenfläche 2017 um 28% (s. Übersicht 2). Dank idealer Witterung sind auch die Erträge ergiebig. Nur im Norden drohen wegen der Starkregen im Sommer z.T. Ernteausfälle. „Auf einigen Flächen sind uns die Rüben verfault“, berichtet der Dachverband Norddeutscher Zuckerrübenanbauer (DNZ).

Auch auf EU- und Weltmarkt stehen die Zeichen auf Wachstum: In der laufenden und der darauffolgenden Kampagne werden die EU-Landwirte mehr ernten als die Verbraucher essen. Auf 16,3% mehr Fläche haben die Landwirte in diesem Jahr Zuckerrüben angebaut. Die Nachfrage dagegen bewegt sich seit Jahren auf einem fast konstanten Niveau. Aktuell hat die EU noch einen Selbstversorgungsgrad von 89% an Weißzucker – 8% mehr als im letzten Jahr. Somit sollte das Zuckerloch bald durch heimische Rüben gestopft werden. Am Weltmarkt besteht in diesem Jahr ein Überschuss von 4,6 Mio.t.

Sinken die Preise?

Die Konsequenz aus dieser süßen Schwemme: Experten gehen davon aus, dass die Zuckerpreise in der EU bald fallen werden und sich dem Weltmarktkurs nähern. Dieser ist für Weißzucker bereits am Boden. Die Londonder Börse notierte im Februar für Weißzucker 534 €/t. Acht Monate später sind es 40% weniger: 317 €/t!

Anbauverbände sowie Zuckerfabriken halten sich mit Schätzungen zum Rübenpreis für die...

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