Regionale Produkte: In die Ecke oder Kundenmagnet? Plus

Wie präsentieren Lebensmittelhändler regionale Produkte und welchen Stellenwert haben diese in den Läden? Das hat die FH Südwestfalen in einer Studie untersucht.

Verbraucher fragen immer mehr regionale Lebensmittel nach. Das hat der Lebensmitteleinzelhandel (LEH) erkannt. Auch die beiden Marktführer Rewe und Edeka bauen ihr Sortiment seit einigen Jahren mit regionalen Produkten aus. Viele Produzenten folgen diesem Trend und vermarkten betriebseigene Erzeugnisse vermehrt im regionalen LEH.

In ihrer Bachelorarbeit hat Kordula Klüsener den Stellenwert regionaler Produkte im Vollsortiment-LEH im Mai/Juni 2019 unter die Lupe genommen. Dazu wählte die Studentin in den Regierungsbezirken Münster, Detmold und Arnsberg je sieben Märkte der beiden Nahversorger Edeka und Rewe zufällig aus, 42 Märkte insgesamt.

Zur Datenerhebung wurde jeder Markt persönlich besucht und vor Ort ein standardisierter Bewertungsbogen auf einem Smartphone ausgefüllt. Klüsener bewertete die allgemeine regionale Ausrichtung der einzelnen Märkte, dafür wurden die folgenden Aspekte dokumentiert:

  • Werbung für Regionalität
  • Verfügbarkeit von Regionalecken
  • Anzahl regionaler Produkte je Markt
  • Warenpräsentation
  • Warenplatzierung
  • Preisgestaltung
  • Produktwerbung

Bei der Auswertung unterschied die Wissenschaftlerin zudem, ob die Märkte eher ländlich oder städtisch lagen. Beispiele für ländliche Orte in Westfalen sind u.a. Brakel, Paderborn und Beckum. Städtisch geprägt sind Bochum, Münster und Extertal.

Rewe regionaler aufgestellt

Zunächst wurde beobachtet, inwieweit Regionalität in den einzelnen Märkten Einzug erhalten hat. Das erste Merkmal hierfür waren die Regionalecken. Diese fand Klüsener in elf der 42 Märkte, zehn davon gehörten zum Rewe-Konzern und lagen meist in städtischen Gegenden.

Ein weiteres Merkmal war die Anzahl insgesamt angebotener regionaler Produkte, wie beispielsweise Nudeln, Eingelegtes, Wurstwaren, Liköre oder Konfitüre. Hier konnte ein ähnliches Bild wie bei den Regionalecken beobachtet werden. Die höchste Angebotsdichte herrscht ebenfalls in stadtnahen Gebieten.

Darüber hinaus kamen weitere Unterschiede zwischen den untersuchten Gebieten heraus: Die regionale Sortiments- und Produktvielfalt ist in städtischen Gegenden höher. In städtisch geprägten Orten werden mehr als doppelt so viele Produkte wie in den ländlichen Kommunen angeboten. Die Nahversorger in städtischen Gebieten erwarten offensichtlich höhere Verkaufserfolge und Zahlungsbereitschaft der Konsumenten. Das kleinere Angebot regionaler Produkte in ländlichen Kommunen könnte an der dort höheren Hofladendichte liegen.

Weitere Unterschiede der regionalen Ausrichtung der Märkte gibt es bei der Werbung. Sie ist in Stadtnähe deutlich ausgeprägter als in ländlichen Gegenden. Außerdem gehörte der größte Anteil der Märkte, die regionale Produkte explizit und gesondert bewerben, ebenfalls zur Rewe-Gruppe.

Die Ergebnisse zeigen deutlich: Die untersuchten Lebensmitteleinzelhändler...


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