Rübenverträge: Unnötig kompliziert Plus

Zuckerrübenanbauer stehen kurz vor dem Vertragsabschluss für die Saison 2021. Die Vielzahl der Vertragsvarianten und Bedingungen erschwert die Entscheidung. Transparenz scheint unerwünscht.

Beim Vergleich der Anbauverträge für die Rübensaison ab 2021 stoßen selbst erfahrene Berater an ihre Grenzen. Wegen der komplizierten Vertragsgestaltung mit den diversen Varianten und Zu- und Abschlagssystemen ist eine pauschale Empfehlung praktisch unmöglich. Letztlich muss der Landwirt je nach Standort, Produktionskosten und Alternativen zur Rübe entscheiden, was richtig ist. top agrar hat mit dem Norddeutschen Zuckerrüben Aktionärsverein (NDZRAV) die Verträge für die Jahre ab 2021 analysiert, um den Vertragsnebel etwas zu lichten.

EU hat Quotenende verdaut

Drei Jahre nach dem Auslaufen der Zuckerquoten besinnen sich die europäischen Hersteller auf den heimischen Markt. Der Versuch, durch Expansion und Auslastung auf dem Weltmarkt das große Geschäft zu machen, ist gescheitert. Auch deutsche Firmen haben sich dort eine blutige Nase geholt und in den letzten Jahren hohe Verluste eingefahren.

In der Saison 2017/18 erzeugten die EU-Hersteller noch 21,3 Mio. t Zucker. Das waren rund 20% mehr als der Verbrauch. Mittlerweile hat sich der EU-Zuckermarkt gesund geschrumpft und ist ausgeglichen. Im laufenden Wirtschaftsjahr liegen Erzeugung und Verbrauch mit 17,3 Mio. t gleichauf. Die Reserven in der Gemeinschaft dürften im laufenden Jahr weiter zusammenschmelzen und mit 1,5 Mio. t zum 30. September so niedrig liegen wie seit 25 Jahren nicht mehr. Einige Experten sprechen sogar schon von einer bedrohlichen Versorgungssituation.

EU-Zuckerpreis entkoppelt

Für die europäischen Preise ist das jedenfalls eine gute Ausgangslage, denn Europa muss importieren. Pfeifer & Langen (P&L) hat im letzten Jahr bereits rund 50000 t Rohrzucker am Weltmarkt einkaufen müssen, um seine Kunden zu bedienen. Der Rohrzucker kam allerdings nicht zu Weltmarktpreisen von damals 250 €/t zu uns. Kosten für Umwidmung in Weißzucker, Zölle und Transportkosten verteuerten Importware nach Schätzungen von Experten um rund 150 €/t. Für P&L kostete der Weltmarktzucker vermutlich mehr als 400 € und war damit viel teurer als der selbst hergestellte Rübenzucker. Für die hiesigen Firmen ist der Import damit kaum interessant, zumal bei Rohrzucker auch immer eine mögliche Regenwaldzerstörung im Raum steht und am Image der Firmen...

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