Schweinefleisch: Das Angebot sinkt Plus

Das hohe Schweineaufkommen belastet den Markt. Doch viele Halter stocken nun ab. Bis sich die Preise erholen, kann es aber noch etwas dauern, meint Matthias Kohlmüller von AMI.

Eigentlich dürften die miesen Schweinepreise niemanden überraschen. Bei den Fleischmengen, die seit 2015 auf den EU-Markt kommen, können die Erlöse kaum ein erträgliches Niveau erreichen. So stiegen die Schweineschlachtungen im vergangenen Jahr auf ein neues Allzeithoch: Mit insgesamt 260 Mio. Schweinen kamen etwa 7,2 Mio. Tiere mehr an den Haken. Zudem stiegen auch noch die Schlachtgewichte, sodass die erzeugte Fleischmenge sogar um 3,8% auf 23,4 Mio. t zulegte.

Zu viel des Guten:

Der Inlandskonsum konnte das nicht abfangen, selbst wenn der Pro-Kopf-Verzehr an Schweinefleisch in der EU um 0,8 kg auf 32,5 kg stieg. Immerhin ließen sich die Überschüsse relativ gut in Drittländern absetzen. Die EU führte 2015 sogar mehr Schweinefleisch aus als im Rekordjahr 2011. Und das, obwohl Russland als ehemals wichtigster Abnehmer nach wie vor komplett ausfällt. Der Exporterfolg ging allerdings auf Kosten des Preisniveaus in der Gemeinschaft.

Wie in früheren Krisen trifft es Schweinehalter in Osteuropa am härtesten. Die dortige Schlacht- und Zerlegebranche kann im Wettbewerb mit ausländischen Anbietern aus Spanien, Belgien oder auch den Niederlanden nicht mithalten. Oft ist es sogar günstiger, Schlachthälften aus dem Ausland zu beziehen, als heimische Schweine zu schlachten. In Tschechien beispielsweise können Mäster ihre Schlachtschweine derzeit kaum vermarkten. Die Tiere werden übergewichtig und räumen den Platz für Neueinstallungen viel zu spät.

Baltische Erzeuger müssen zudem jeden Tag fürchten, dass die Afrikanische Schweinepest in ihre Betriebe eingeschleppt wird, weil vor allem bei Wildschweinen immer wieder neue...


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