Volle Konzentration auf das Kerngeschäft Premium

Bei Agravis geht es jetzt wieder um das Geschäft in den Kernregionen – und um eine gute Partnerschaft mit den Primärgenossenschaften. Das macht der neue Vorstand im top agrar-Gespräch deutlich.

6,6 Mrd. € Umsatz und 30,4 Mio. € Ergebnis vor Steuern in vergangenen Jahr. Lagen Sie im Ziel?

Schulte-Althoff: Nicht ganz. Beim Umsatz waren wir leicht über Plan, beim Ergebnis aber 12 Mio. € darunter. Wir konnten die Folgen der Dürre nicht ganz auffangen.

Wie viel hat sie das gekostet?

Schulte-Althoff: Am Ende fehlten uns 2018 beim Ergebnis im Bereich Pflanze und bei Dienstleistungen ca. 26 Mio. €. Die Hälfte konnten wir in anderen Unternehmensbereichen auffangen.

Was machte Ihnen stark zu schaffen?

Schulte-Althoff: Wir haben rund 700000 t weniger Getreide erfasst als geplant. Und es fehlten Erträge für Trocknung und Lagerung. Viele Erzeuger haben früh verkauft. Am Ende haben wir bei den Dienstleistungen ca. 6 bis 7 Mio. € weniger erlöst.

Und wie waren die Ergebnisse in den anderen Geschäftsbereichen?

Schulte-Althoff: Im Bereich Tiere stieg der Umsatz um 7%, in der Technik um 6%, in Energie um 5% und in Märkte sogar um 11%.

Wie lief das erste Quartal 2019?

Köckler: Wir liegen beim Ergebnis bei einer schwarzen Null. Geplant waren zwar gut 3 Mio. €, aber die Dürredelle bei den Agrarerzeugnissen beschäftigt uns weiterhin. Dagegen sehen wir bei Dünger sowie Pflanzenschutz schon eine Stabilisierung, und beim Futter liegen wir über Plan. Mit den Bereichen Energie und Technik sind wir ebenfalls zufrieden.

Was peilen sie Sie für gesamt 2019 an?

Köckler: Etwa 6,5 Mrd. € Umsatz und ein Ergebnis von rund 30 Mio. €.

0,5% Umsatzrendite in 2018. Reicht Ihnen das?

Schulte-Althoff: Wir streben nach wie vor die Marke von 1% an. Das wird nicht leicht: Der Wettbewerb ist hoch, und die Witterungsbedingungen haben sich verändert.

Auf der Hauptversammlung haben Sie von Formschwächen gesprochen. Welche meinten Sie?

Köckler: Wir hatten und haben auch jetzt noch Schwächen bei den Agrarerzeugnissen. Die Getreidepreise haben sich gegen uns entwickelt. Da fehlen schnell an der Börse 20 €/t und bei der Prämie 15 €/t.

Wie reagieren Sie darauf?

Hesseler: Wir arbeiten mit noch engeren stopp-loss-Regeln, straffen die Limits und vervollständigen unsere Leitungsebene.

Wo besteht Handlungsbedarf?

Hesseler: Wir optimieren die Prozesse und bauen die Transparenz noch weiter aus.

Was werden Landwirte davon spüren?

Schulte-Althoff: Wenig. In der Abwicklung mit den Landwirten orientieren wir uns weiterhin am Markt. Allerdings wollen wir künftig schneller entscheiden, ob bzw. wann wir erfasste Ware durch Gegengeschäfte absichern.

Also keine neuen Abschlagszahlungen.

Köckler: Nein. Die will keiner. Wir bieten Einlagerungsmodelle an und stellen uns proaktiv im Markt auf.

Was heißt das?

Köckler: Wir optimieren als Erfasser Paritäten und Qualitäten. Letzteres gilt in normalen Jahren für gut 4 Mio. t. Wir produzieren in eigenen Werken inklusive Beteiligungen rund 5 Mio. t Mischfutter, dafür benötigen wir rund 1,5 Mio. t Getreide. Außerdem sind wir als Großhändler für unsere starken erfassenden Genossenschaften tätig.

Wie entwickelt sich Ceravis?

Schulte-Althoff: Agravis ist an der Ceravis zu 25 Prozent beteiligt. Wir sind auf dem Weg. Ziel waren minus 10 Mio. € – immer noch negativ, aber deutlich besser als in den Vorjahren. Bis Juli 2018 waren die Zahlen sogar 2 Mio. € besser als gedacht, dann hat die Dürre das Ergebnis verschlechtert und auf minus 25 Mio. € gedrückt.

Was planen Sie für das laufende Jahr?

Schulte-Althoff: Minus 10 Mio. €.

Wann kommt die schwarze Null?

Schulte-Althoff: Innerhalb der nächsten zwei Jahre.

Sind Sie damit im Zeitplan?

Schulte-Althoff: Wenn wir ehrlich sind, hätten mit schnelleren Sanierungsergebnissen gerechnet.

Belastet das Ihre Zusammenarbeit mit Danish Agro?

Köckler: Nein. In den anderen Bereichen, z.B. Vilomix und Hamburger Leistungsfutter, sind wir sehr erfolgreich. Wir...

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