Wie schlimm wird ein No-Deal-Brexit? Premium

Mit dem neuen Premierminister wird der No-Deal-Brexit wahrscheinlicher. Damit wäre Großbritannien ab dem 31. Oktober Drittland. Die Folgen werden auch bei uns zu spüren sein.

Zu Halloween könnte Großbritannien nun endgültig aus der EU ausscheiden. Bei Redaktionsschluss war das allerdings noch offen. Sicher ist: Der neue Premierminister Boris Johnson will unter allen Umständen am Austrittstermin 31. Oktober festhalten und nimmt dafür auch einen harten bzw. No-Deal-Brexit in Kauf.

Experten warnen vor dem harten Brexit und befürchten Wirtschaftskrisen und Chaos an den Grenzen. Spannend ist auch die Frage, wie sich Großbritannien künftig mit Lebensmitteln versorgt, schließlich importiert das Land etwa 30% seine Lebensmittel aus der EU.

UK braucht EU-Ware

Großbritanniens Abhängigkeit von EU-Agrarprodukten ist sehr unterschiedlich. Bei Obst liegt der Selbstversorgungsgrad beispielsweise unter 20%. Hoch ist der Importbedarf auch bei Schweinefleisch. Von anderen Waren wie z.B. Gerste gibt es auf der Insel hingegen zu viel (siehe Übersicht 1).

Kommt der No-Deal-Brexit, wäre Großbritannien von heute auf morgen Drittland, und der Agrarhandel in Richtung Insel unterläge den Zöllen der Welthandelsorganisation (WTO). Auf der anderen Seite bekämen es die Briten plötzlich mit dem EU-Außenschutz zu tun. Und die EU-Regelzölle sind meist viel höher als die WTO-Zölle. Die Folgen des Brexits sind deshalb je nach Produkt und Perspektive sehr unterschiedlich.

Bei Getreide und Raps liegt der WTO-Zoll beispielsweise bei Null, sodass sich EU-Staaten gar nicht umstellen müssten. Liefern britische Exporteure allerdings Getreide in die...

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