Wird Rapsschrot knapp? Premium

Der Bedarf an GVO-freien Futtermitteln steigt stetig, weil der Lebensmittelhandel „ohne Gentechnik“ immer mehr zum neuen Standard macht. Das macht Rapsschrot zunehmend interessant. AMI-Expertin Wienke von Schenck sieht aber vorerst keinen Engpass.

Es ist offensichtlich. Der deutsche Lebensmittelhandel möchte das Label „ohne Gentechnik“ zum neuen Standard machen. Bei Milch findet die Umstellung gerade statt und auch bei Rindfleisch rechnen Schlachter, nach eigener Aussage, ab Ende des Jahres mit größeren Bestellungen. Selbst bei Schweinefleisch wachsen beim LEH die Begehrlichkeiten.

Der Bedarf an GVO-freien Eiweißkomponenten steigt dadurch. Zuletzt konnte sich zudem Rapsschrot preislich besser behaupten als „normales“ Sojaschrot. Sind das schon die Vorboten für künftige Engpässe bei GVO-freien Ölschroten?

7 Mio. t Rapsschrot wären nötig.

Wer in Deutschland GVO-frei füttern will, landet schnell beim Rapsschrot. Der Rohstoff kommt zumeist aus der EU und ist damit garantiert GVO-frei. Außerdem ist das Rapsextraktionsschrot (RES) vergleichsweise günstig. Es ist deshalb kein Wunder, dass die Bedeutung von Rapsschrot in der Fütterung langsam aber sicher zunimmt. In zehn Jahren stieg der Verbrauch in Deutschland von 2,4 auf 4,0 Mio. t. 2015 wurde sogar erstmals mehr Rapsschrot eingesetzt als Sojaschrot (siehe Übersicht 1).

Um nun alle Tiere, soweit möglich, auf dieses Futtermittel umzustellen, bräuchte man unter Berücksichti-gung der Tierbestandszahlen von Ende 2016 in Deutschland theoretisch rund 7 Mio. t Rapsschrot. Der Maximalbedarf verteilt sich dabei folgendermaßen auf die verschiedenen Tierarten (siehe Übersicht 2):

  • Die größte Menge ginge in die Kuhfütterung. Bei rund 4,2 Mio. Tierplät-zen und einem Jahresbedarf von gut 900 kg RES/Tier beläuft sich der maximale Bedarf auf rund 3,85 Mio. t.
  • In der Bullenmast blieben 0,66 Mio. t, wenn pro Mastplatz und Tag 1,2 kg RES verfüttert werden.
  • Im Schweinesektor könnten maximal 1,7 Mio. t RES verwendet werden, wobei alleine bei den Mastschweinen 1,4 Mio. t unterzubringen wären (bei 13% RES-Anteil im Futter).
  • In der Geflügelfütterung liegt das Limit niedriger, sodass hier theoretisch 760000 t RES eingesetzt werden könnten, am meisten noch bei den Legehennen mit rund 306000 t pro Jahr.

Da deutsche Ölmühlen im vergangenen Jahr nur rund 5,38 Mio. t Rapsschrot produziert haben, würde der theoretisch mögliche Gesamtbedarf von 7 Mio. t das Angebot deutlich übersteigen. Es ist auch fraglich, ob die Verarbeitungskapazitäten und die verfügbaren Rapsmengen überhaupt ausreichen würden.

Rapsschrot wird exportiert.

Mit der Realität hat das bislang aber noch wenig zu...

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