Coronakrise

Absatzeinbruch bei Fassbier: Brauereien in der Krise

Die Brauereiwirtschaft steckt in der schlimmsten Krise ihrer Geschichte, sagt der Präsident des Deutschen Brauer-Bundes. Auch die großen Konzerne reagieren mit Entlassungen und Umstrukturierung.

Die Corona-Krise hat die Brauwirtschaft massiv in Bedrängnis gebracht, meldet die ARD-Börse. Die gesamte Branche ist in einer tiefen Krise. Allein in Deutschland setzten die Bierbrauer nach Angaben des Statistischen Bundesamtes im ersten Halbjahr 300 Mio. l oder 6,6 % weniger Bier um als im Vorjahreszeitraum. Dies sei das niedrigste Ergebnis seit Einführung der aktuellen Statistikmethode 1993, heißt es.

In den Monaten April und Mai waren die Absatzeinbußen wegen der Schließung von Bars und Restaurants sogar zweistellig. Zwar sei der Konsum seitdem wieder gestiegen, doch ein Blick in die Bilanzen der Braukonzerne offenbare ein Debakel. Denn viele Großveranstaltungen wie das Münchner Oktoberfest wurden abgesagt oder finden wie die Fußballspiele ohne Zuschauer statt, so die ARD Börse.

Als Beispiel sei beim Weltmarktführer Anheuser-Busch Inbev (AB Inbev) das Ergebnis im zweiten Quartal um 40 % auf 3,4 Mrd. Dollar eingebrochen. Unter dem Strich habe sogar ein Verlust von 1,6 Mrd. Dollar gestanden, wegen Abschreibungen auf das Afrika-Geschäft. Die weltweite Nummer zwei – Heineken – musste einen Absatzrückgang um 11,5 % verkraften. Der Umsatz sank um 16,4 % auf 9,2 Mrd. €. Das operative Ergebnis brach um mehr als die Hälfte auf 827 Mio. € ein. Carlsberg, die drittgrößte Brauerei der Welt, gehe für das laufende Geschäftsjahr von einem Rückgang des Ergebnisses um 10 bis 15 % aus, berichtet die ARD Börse. Die Konzerne reagieren mit Entlassungen, Umstrukturierung und Verkauf einzelner Tochterfirmen.

Und deutsche Brauereien?

Nicht viel besser sieht es bei den zahlreichen noch unabhängigen kleinen deutschen Brauern aus. Laut ARD stellte der Präsident des Deutschen Brauer-Bundes, Jörg Lehmann, kürzlich fest, dass 2020 für die deutsche Brauwirtschaft eines der schwierigsten Jahre ihrer Geschichte sei. Auch wenn sich der Absatz in Teilen erholt habe und sich die Situation in manchen Exportmärkten entspanne, bleibe der Fassbierabsatz im Keller. Einzelne Braubetriebe hätten in den zurückliegenden Monaten Umsatzrückgänge von mehr als 70 % verkraften müssen, und die Durststrecke sei noch lange nicht zu Ende, wird Lehmann zitiert.

Mut machen könnte nur eine Studie der TU Dresden: Danach soll der Pro-Kopf-Konsum bis 2030 von derzeit 6,5 l Reinalkohol pro Jahr auf 7,6 l ansteigen.

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