China

Agrarimporte Chinas werden weiter steigen Plus

Der Bedarf der Volksrepublik an Gütern der Agrar- und Ernährungswirtschaft wird weiter steigen, glaubt das Pekinger Landwirtschaftsministerium. Das bietet Chancen für EU-Exporteure.

Die Volksrepublik China ist zu einem „Mega Player“ am internationalen Agrarmarkt geworden, so dass Änderungen ihrer Produktion, des Verbrauchs oder ihrer Handelsmengen meist direkte Auswirkungen auf die globalen Produktpreise haben. Dieser Markteinfluss dürfte in den kommenden Jahren bis 2029 eher größer als kleiner werden, denn in vielen Bereichen wächst in China der Bedarf nach landwirtschaftlichen Produkten und Gütern der Ernährungswirtschaft schneller als die eigene Erzeugung. Das wird zu steigenden Importen führen.

Dies geht jedenfalls aus dem kürzlich vom Pekinger Landwirtschaftsministerium veröffentlichten „Agricultural Outlook Report 2020 - 2029“ hervor, der als wichtigste Marktvorausschau des Landes gilt. Auch wenn solch langfristige Prognosen in Zeiten von Handelsstreitigkeiten und Corona unsicher sind, gibt der Report auch einen Eindruck davon, welche Ziele die chinesische Zentralregierung in der Landwirtschaft hat.

Die Versorgungssicherheit der gut 1,4 Milliarden Einwohner hat dabei oberste Priorität, weshalb die Modernisierung der Agrar- und Ernährungswirtschaft in vielen Bereichen von der kommunistischen Partei aktiv vorangetrieben wird. So werden beispielsweise industrielle Großbetriebe in der Tierhaltung gefördert und der Sojaanbau sowie die Bewässerung von Feldern im Ackerbau finanziell bezuschusst. Dabei geht es nicht mehr nur um Produktionssteigerung, sondern auch um Digitalisierung, Qualitätsstandards, Lebensmittel- und Biosicherheit oder Umweltfragen. In den nächsten zehn Jahren soll eine „Transformation der Landwirtschaft“ hin zu einer „hochwertigen und grünen Agrarproduktion“ führen, die nicht nur den steigenden Ansprüchen der wachsenden urbanen Mittelschicht, sondern auch internationalen Standards entspricht. In einem System mit marktorientierten Preisen sollen Fehlallokationen vermieden werden. Zudem will die Regierung nach eigenen Angaben die Handelsbeziehungen zu anderen Ländern wie den USA, Brasilien, der Europäischen Union, oder den Staaten der Seidenstraße ausbauen.

Höhere Weizeneinfuhr erwartet

Trotz vermehrter Anstrengungen zum Ausbau der eigenen landwirtschaftlichen Erzeugung geht aus der Zehnjahresprognose hervor, dass die Agrarimporte Chinas in den nächsten Jahren in vielen Produktbereichen zunehmen werden. Beim wichtigen Grundnahrungsmittel Reis dürfte der erwartete Produktionsanstieg allerdings etwas über dem Nachfragezuwachs liegen, der sich vor allem aus einer Zunahme der Bevölkerung bis 2029 um rund 36 Millionen Menschen ergibt. Aufgrund der vergleichsweise hohen Reispreise in der Volksrepublik im Vergleich zum Weltmarkt wird in der Dekade von 2019 bis 2029 trotzdem mit einem Anstieg der Importe um gut 2 Mio t oder fast 90 % auf 4,45 Mio t gerechnet. Die Versorgungssicherheit bei diesem Produkt ist der Pekinger Regierung zufolge gesichert. Das sieht bei Weizen etwas anders aus. Nach Einschätzung der Analysten des Landwirtschaftsministeriums wird sich bis 2029 die Anbaufläche leicht verringern, was aber durch steigende Hektarerträge ausgeglichen wird. Einer recht stabilen Erzeugung von jährlich rund 134 Mio t steht jedoch eine wachsende Nachfrage gegenüber, die bis zum Ende des Prognosezeitraums um fast 10 % auf 140,4 Mio t zulegen soll. Benötigt wird mehr hochwertiger Weizen für die menschliche Ernährung, doch die relativ größten Zuwächse werden für die Futtermittelwirtschaft und die industrielle Herstellung von Gluten, Stärke oder Maltose erwartet. Im laufenden Jahr läuft insbesondere die...

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