Handel mit Lebensmitteln

Agrarwirtschaft spürt Corona Krise

Die deutsche Agrarwirtschaft spürt die Auswirkungen des Corona-Virus im Export und auf dem Binnenmarkt. Große Preiseinbrüche erwartet der Raiffeisenverband jedoch nicht.

Die weltweite Verbreitung des Corona Virus wirkt sich auch auf die genossenschaftlichen Unternehmen in der Agrarwirtschaft aus. „Unsere Mitgliedsunternehmen sind in weltweite Handelsströme eingebunden. Wenn die Logistik nicht mehr reibungslos funktioniert, merken das zuerst die Exporteure leicht verderblicher Waren wie Fleisch, Milch und Milchprodukten sowie Obst und Gemüse“, sagte der Präsident des Deutscher Raiffeisenverbandes, Franz-Josef Holzenkamp, am Dienstag vor der Presse in Berlin. Die Nachfrage sei unverändert hoch und damit auch keine großen Preiseinbrüche zu erwarten.

Konkrete Auswirkungen im April/Mai zu erwarten

Die Maßnahmen der Bundesregierung zur Eindämmung der Corona Ausbreitung hält Holzenkamp für berechtigt und richtig. Die Unternehmen in der Agrarwirtschaft seien derzeit vor allem damit beschäftigt, ob und wie sich die Waren- und Handelsströme verändern. Konkrete Zahlen hat der DRV dazu für seinen Bereich noch nicht. Er erwartet, dass die Auswirkungen auf die Handelsströme im April und Mai sichtbarer werden. Derzeit gäbe es Probleme vor allem wegen der begrenzten Verfügbarkeit von Kühlcontainern. In China und Hongkong gibt es in Folge der Corona Infektionen Verzögerungen beim Löschen der Ladung.

Höhere Nachfrage nach Gemüse, Kartoffeln und Obst

Schon jetzt würden insbesondere die Mitgliedsunternehmen aus dem Gemüse und Obstbereich über eine stark Erhöhte Nachfrage berichten. In manchen Regionen hätte sich die nachgefragte Menge an Kartoffeln innerhalb von einer Woche mehr als verdoppelt, hieß es beim DRV heute. Es sei jedoch ausreichend Ware vorhanden, so dass kurzfristig keine Versorgungsengpässe zu erwarten seien, beruhigte der DRV.

Milchindstrie auch über Export nach Italien betroffen

Betroffen wird auch der Milchsektor sein. Kurzfristig seien auch Milch und Milchprodukte bei genossenschaftlich orientierten Lieferanten verstärkt nachgefragt worden. Hinzu kommt, dass Italien, das EU-Land das besonders viele Corona Fälle hat und drastische Maßnahmen dagegen verhängt hat, das zweitwichtigste Exportland für deutsche Milchprodukte ist. „Es geht Ware im Wert von rund 1,3 Milliarden Euro dorthin“, sagte DRV-Präsident Holzenkamp. Bislang seien jedoch noch keine konkreten Auswirkungen greifbar, so Holzenkamp weiter.

Grundversorung mit Lebensmitteln im eigenen Land

Die international vernetzten Handelsströme stellt der DRV trotz der derzeitigen Situation nicht in Frage. „Wir werden den Weg der Globalisierung nicht aufhalten können“, sagte Holzenkamp. Er erwartet, dass sich die Handelsströme nach der Krise auch wieder normalisieren werden. Dennoch zeigten die Folgen der Corona-Infektionen, wie sensibel der internationale Handel sei, räumte Holzenkamp ein. „Die Corona Entwicklung zeigt, wie wichtig die Grundversorgung mit Lebensmitteln im eigenen Land ist“, sagte Holzenkamp.


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Diskussionen zum Artikel

von Andreas Schlueter

Schon passiert.

Mein lieber Willi hast du die letzten Tage nicht den Chefeinkäufer von Aldi gehört, der Preis für Milch muss runter. Nicht im Mai ,wie sonst sonder sofort. Was für Assgeier. Lang lebe Corona

von Willy Toft

Nicht bange machen lassen, der LEH wird es versuchen zu drücken!

Das brauchen wir uns nicht gefallen zu lassen! Wie abscheulich würde das rüber kommen, wenn der Handel so eine Situation so scharmlos ausnützt!

von Gerd Uken

Der DRV hat es doch stets befürwortet

Den Export und die Politik auch. Es hieß doch mal wenn Aldi zickt geht die Milch nach China- lief doch bestens oder? Nun bringt so ein kl. Virus das Ganze aus den Fugen. Was könnte passieren es wird wieder Pulver eingelagert und die nächste Krise damit abgefedert und das Spiel ... mehr anzeigen

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